Giftige Pestizide

„Bienenfreundliche“ Balkonpflanzen können Bienen töten: Was Hobby-Gärtner beachten sollten

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Eine „bienenfreundliche“ Pflanze kann für Bienen zur Todesfalle werden. Daher sollte Folgendes beim Kauf einer neuen Balkonpflanze beachtet werden.

Kassel – Im Garten oder auf dem Balkon können sich Bienen mit den richtigen Pflanzen so richtig wohlfühlen. Viele greifen aus Liebe zur Natur zu Pflanzen mit der Aufschrift „bienenfreundlich“ oder „insektenfreundlich“ und hoffen so, die Artenvielfalt erhalten zu können. So tummeln sich viele verschiedene Insekten im Garten oder auf dem bepflanzten Balkon. Dabei werden auch immer wieder besondere Arten wie die asiatische Hornisse entdeckt. Doch das Kaufversprechen „insektenfreundlich“ wird nach neusten Testergebnissen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND e.V.) meist nicht eingehalten.

In einem Labor wurden 35 bienenfreundliche Pflanzen aus Deutschland und Österreich untersucht. Alle Pflanzen stammten aus Gartencentern, Bau- und Möbelmärkten. Lediglich drei Pflanzen wiesen keine Pestizide auf. Auf allen anderen Proben wurden durchschnittlich sieben verschiedene Pestizide nachgewiesen. Ein Männertreu (Lobelia) wies sogar 19 verschiedene Pestizide auf. Einige von ihnen sind für Bienen hochgiftig.

Eine BUND-Auswertung hat ergeben, dass bienenfreundliche Pflanzen oft giftig für Bienen sein können. (Symbolbild)

Giftige Pestizide auf bienenfreundlichen Pflanzen können Bienen töten

Pestizide können nicht nur für Bienen, sondern auch für den Menschen hochgiftig sein. Sie gelten als krebserregend und erbgutschädigend. Häufig werden sie auch in Lebensmitteln nachgewiesen. Eine Begründung für die hohe Belastung liegt laut BUND am Herkunftsort: Während Pestizide in der EU verboten werden, sind sie in den Produktionsländern Kolumbien oder Kenia noch erlaubt. Die Arbeit mit den giftigen Stoffen stellt zudem eine Gefahr für die Arbeit dar. Die für Bienen hochgiftigen Pestizide wurden auf folgenden Pflanzen nachgewiesen:

  • Lichtnelken von Hagebau Lieb
  • Phlox von BaldurGarten
  • Lavendel von Praskac
  • Salbei von Hornbach (AT)
  • Bidens vom Bauhaus
  • Quelle: BUND

Welche Pflanzen sind tatsächlich bienenfreundlich?

Der BUND rät daher dazu, nicht nur auf das Wort „bienenfreundlich“ zu achten, sondern auch auf den Herkunftsort. Statt Pflanzen aus dem globalen Süden zu kaufen, ist es besser, auf Balkonpflanzen aus der EU oder mit einem Bio-Siegel umzusteigen. Bei diesen Pflanzen sollten aufgrund der EU-Regelungen keine bienentötenden Pestizide zu finden sein. Generelle gilt beim Kauf einer insektenfreundlichen Balkonpflanze:

  • Heimische Balkonpflanzen: Sie bieten nur für Bienen, sondern auch andere Insekten Futter, eine Nistmöglichkeit oder die Möglichkeit zu Überwintern
  • Wildpflanzen: Können Artenvielfalt erhalten und halten Trockenheit aus
  • Zuchtpflanzen: Besser Pflanzen auswählen, die viel Nektar produzieren und aus der EU stammen
  • Öko- oder Bio-Blumen: Sind frei von Pestiziden und Wachstumsreglern
  • Quelle: Bund-Naturschutz und BUND

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt es in Deutschland knapp 600 Wildbienenarten. Diese sind besonders wichtig für die Ernährung durch die Bestäubung der Pflanzenblüten. Etwas weniger beliebt sind jedoch Wespen. Sie werden im Sommer häufig als lästig empfunden, daher versuchen viele sie mit Insektenfängern loszuwerden. Es gibt jedoch einige Tipps, wie man die friedlichen von aggressiven Arten unterscheidet. (mima)

Rubriklistenbild: © M.i.S./IMAGO

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