Tanz der Vampire

Fliegen Mücken in das Licht? Fünf häufige Irrtümer über die Blutsauger

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Es gibt viele Mythen, die sich um Mücken ranken, ziemlich oft stimmen sie nicht. Hier kommen häufige Meinungen in den Faktencheck. Was wirklich vor Stichen schützt.

Süßes Blut wird denen zugeschrieben, die Mücken wie Leuchttürme in hoher See anziehen. Ist da etwas dran? Während manche Menschen nach der Gartenparty mit roten Quaddeln übersät sind, haben andere keinen Piks aufzuweisen. Als Erklärungen dafür halten sich manche Mythen hartnäckig. Um wirklich zu wissen, wie man sich der Blutsauger erwehren kann, ist es hilfreich, diese zu kennen – denn an manchen ist auch ein bisschen was dran.

1. Mücken werden von Licht angezogen

Mücken ernähren sich nicht von Blut, sondern von Pflanzensäften. Die Weibchen benötigen allerdings das Eiweiß im Blut für die Bildung von Eiern.

Wenn man abends im Dunkeln Haus oder Wohnung lüftet, soll man unter keinen Umständen das Licht anmachen, da sonst Mücken magisch vom Licht angezogen werden und zum Fenster hineinfliegen, heißt es. Xenia Augsten, Biologin bei der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) erklärt dies im SWR Fernsehen für Unsinn. Die Insekten werden von Schweiß und anderem Körpergeruch sowie von dem Kohlendioxid in der Atemluft angezogen. Motten und andere nachtaktive Insekten fliegen aber tatsächlich zum Licht.

2. Mücken meiden ätherische Öle und Knoblauch

Den deutlichen Effekt, den Knoblauch auf Vampire haben soll, wird man bei Mücken nicht finden. Tatsächlich sind die Insekten aber sehr geruchsempfindlich: Ob Zimt, Nelken, Kokos oder Räuchermischungen aus Kräutern – jede Art reagiert auf bestimmte ätherische Öle und Düfte empfindlich und sucht das Weite. Am besten wirken aber die meist streng riechenden chemischen Insektensprays, um sich die Blutsauger vom Leib zu halten.

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3. Wer süßes Blut hat, wird häufiger gestochen

Jemand, der viel Körpergewicht auf die Waage bringt, auch eine Schwangere, wird laut der Apotheken-Umschau tendenziell eher von einer Mücke gestochen als eine leichte Person. Aber nicht, weil sich mehr Zucker im Blut befindet, sondern weil sie eine höhere Körpertemperatur hat und mehr Kohlendioxid ausatmet. Hinzu kommen wie oben gesagt individuelle Körpergerüche, die für die Tiere je nach Art unterschiedlich attraktiv sind.

Was gegen Mücken wirklich hilft

Moskitonetze und Insektenschutzmittel sind wirklich effektiv, um Mückenstiche zu verhindern. Letzte können allerdings gesundheitliche Nebenwirkungen wie Hautreizungen haben. Auch wenn es im Sommer unangenehm ist: Langärmelige, weite und helle Kleidung ist die richtige Wahl. Um vorzubeugen, sollte man im Garten und auf dem Balkon auch stehende Gewässer wie Regentonnen, Vogeltränken oder Pflanzuntersetzer regelmäßig leeren oder abdecken – sie sind wunderbare Brutstätten für die Tiere.

4. Mücken in Deutschland sind harmlos

Wer schon einmal nach Afrika oder Asien gereist ist, kennt die Vorsichtsmaßnahmen für die dortigen Länder. Es drohen von Mücken übertragene Erkrankungen wie Malaria oder das Dengue-Fieber. Aber doch nicht hier? Leider schon. Aufgrund der Klimaerwärmung können sich auch in Deutschland neue Mückenarten wie die Tigermücke und Krankheiten wie das West-Nil-Virus oder das Chikungunya-Fieber über Mückenstiche ausbreiten. Das Risiko ist nur wesentlich geringer als in tropischen Ländern.

Zehn Mücken und Bremsenarten, um die Sie einen großen Bogen machen sollten

Gemeine Stechmücke (Culex pipiens)
Die zu den Hausmücken zählende Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist eine der häufigsten Arten in Deutschland. Sie kann vermutlich Viren von Vögeln auf den Menschen übertragen. © Westend61/Imago
Kriebelmücke auf Grashalm
Sie sieht aus wie eine Fliege: Spätestens, wenn eine der 57 Kriebelmückenarten in Deutschland schmerzhaft zubeißt, erkennt man seinen Irrtum. Es folgen starker Juckreiz, Schwellungen oder sogar Blutergüsse.  © Pond5 Images/Imago
Zwei Tigermücken auf Haut, eine mit Blut vollgesaugt
Die invasive Tigermücke wurde erstmals im Jahr 2007 in Deutschland nachgewiesen. Heute gibt es sie schon in mehreren Bundesländern. Sie trägt eine schwarz-weiße Musterung mit fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen – und kann das Chikungunya- und Dengue-Virus auf den Menschen übertragen. © agefotostock/Imago
Ringelmücke Culiseta annulata an Blüte
Die sehr häufige Ringelmücke (Culiseta annulata) wird mit ihren etwa 13 Millimetern Körpergröße und den weißen Streifen oft mit der Tigermücke verwechselt. Ihr Stich ist sehr schmerzhaft. © blickwinkel/Imago
Asiatische Buschmuecke, Japanischer Buschmoskito Aedes japonicus
Ursprünglich in Asien heimisch, ist der Japanische Buschmoskito (Aedes japonicus) seit 2008 auch in Deutschland etabliert. Die Mücke könnte das West-Nil-Virus, das Dengue- und das Chikungunya-Virus übertragen. © blickwinkel/Imago
Stechmücke Aedes vexans
Die auch „Rheinschnake“ genannte Stechmücke Aedes vexans tritt in Feuchtgebieten und bei Überschwemmungen massenhaft auf. Sie kann das West-Nil-Virus übertragen. © blickwinkel/Imago
Gnitze, Bartmücke ( Ceratopogonidae ) auf Blatt
Die dämmerungs- und nachtaktiven Gnitzen (Bartmücken) sind mit etwa drei Millimetern sehr klein, mit rund 200 Arten in Deutschland aber auch sehr zahlreich. Stiche sind ziemlich schmerzhaft. © STAR-MEDIA / Imago
Pferdebremse (Tabanus sudeticus) sitzt auf einem Blatt
Eigentlich sieht die Pferdebremse (Tabanus sudeticus) eher unscheinbar aus. Aber ebenso wie die Rinderbremse kann sie mit ihren großen Mundwerkzeugen sehr empfindlich stechen. Erst entstehen Quaddeln, dann eine stark juckende Rötung. © IMAGO/M. Woike
Regenbremse (Haematopota pluvialis)
Die Regenbremse (Haematopota pluvialis) ist hierzulande die häufigste Bremsenart. Theoretisch kann sie Borreliose übertragen, daher sollte man Einstichstellen im Auge behalten. © Karina Hessland/Imago
Goldaugenbremse (Chrysops relictus)
An ihren schillernden Augen erkennt man die Goldaugenbremse (Chrysops relictus) recht gut. Sie bevorzugt beim Stechen die Hals- und Kopfregion. Juckende Stellen nicht aufkratzen! © Pond5 Images/Imago

5. Spucke lindert den Schmerz des Mückenstichs

Eine instinktive Reaktion für viele ist es, den Mückenstich mit Spucke zu benetzen. In der Regel ist es aber nur die Einbildung, die hier eine Schmerzlinderung verschafft. Zwar tritt durch die Verdunstung der Spucke eine leichte Kühlung ein, doch die durch den Stich verursachte Entzündung lässt sich dadurch nicht stoppen. Kältezufuhr, beispielsweise in Form von Kühlpads, ist sinnvoll. Die Spucke kann sogar kontraproduktiv wirken, da so ebenso wie beim Kratzen über die Einstichstelle unerwünschte Keime in den Körper gelangen können.

Rubriklistenbild: © Design Pics/Imago

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