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Um die Verbreitung der Asiatischen Tigermücke zu bremsen, kann man auch im eigenen Garten etwas tun. Denn der Krankheitsüberträger wird von Wasser angezogen.
Die stechfreudige Asiatische Tigermücke kann über 20 Krankheitserreger und exotische Viren wie das Dengue-, das Gelbfieber- und das West-Nil-Virus übertragen. Das aus Asien eingeschleppte Tier wurde erstmals im Jahr 2007 in Deutschland gesichtet. Vor allem in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen sind zuletzt neue Populationen entstanden, aber auch in anderen Bundesländern ist die Mücke unterwegs. „Schon in den nächsten Jahren könnten sie sich so verbreitet haben, dass gefährliche Infektionen mit tropischen Krankheiten drohen“, sagt Epidemiologe Daniel Sagebiel vom Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zum Tagesspiegel.
Bisher besteht kein Grund zur Panik. In Berlin wurde jetzt eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger eröffnet, an die man sich für Fragen und Rat zur Tigermücke wenden kann. Hier geben Experten Informationen und Tipps – unter anderem auch, wie man die Verbreitung der Tigermücke im eigenen Garten ausbremsen kann, indem man den Insekten die Brutstätten nimmt.
Von Dachrinne bis Planschbecken – es sollte möglichst wenig Wasser herumstehen
Gefäße ohne Abdeckung, in denen sich Wasser sammeln und stehen kann, bieten den Tigermücken gute Brutbedingungen. Damit es die Tigermücken im Garten schwer haben, Brutstätten zu bilden, rät das Umweltbundesamt, Behälter, in denen sich Regenwasser ansammeln kann, zu entfernen. Beliebte Plätze für die Eiablage sind Regentonnen, Gießkannen, verstopfte Dachrinnen, herumliegende Spielgeräte (z.B. Reifen), Planschbecken, Pfützen auf Planen, Eimer oder sogar Untersetzer. Fließende Gewässer und Teiche hingegen gelten nicht als mögliche Brutstätten.
Das Umweltbundesamt rät zur Vorsorge in Gärten
Da die Entfernung der Behälter nicht immer realistisch ist, gibt es folgende Tipps:
- Regenfässer und andere Wasserbehältnisse (z.B. Vogeltränken) sollten regelmäßig, mindestens einmal pro Woche, restlos geleert werden. Alternativ sollte man Regentonnen komplett abdichten (z.B. mit Gardinenstoff und Gummiband).
- Mögliche (ungenutzte) Brutbehälter sollten vor Regen geschützt, umgedreht, mit Abläufen versehen oder mit Sand bzw. Kies gefüllt werden. Regenrinnen und Wasserabläufe müssten so ausgelegt und sauber sein, dass kein Wasser stehen bleiben kann.
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Wurde tatsächlich eine Tigermücke gesichtet, gibt es die Möglichkeit, ein biologisches Larvizid einzusetzen. Die sogenannten B.t.i.-(Bacillus thuringiensis israelensis)-Tabletten können gezielt Stechmückenlarven abtöten. Das Mittel könnte jedoch Langzeitfolgen haben, da unerwünschte Effekte auf andere Lebewesen, insbesondere auf mit Stechmücken verwandte Arten, nicht ausgeschlossen werden können.
In Haus und Wohnung kann man sich mithilfe von Fliegengittern an Fenstern und an Balkontüren schützen.
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