Impfstoff entwickelt

Herzprobleme durch Zeckenstich möglich: Borreliose-Impfstoff kurz vor der Zulassung

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Wenn nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome auftreten, könnte eine Borreliose vorliegen. Diese kann einen gefährlichen Verlauf nehmen.

Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die in Deutschland weit verbreitet ist. Sie kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. So informiert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), dass sich bei etwa zwei von 100 Borreliose-Patienten Monate bis Jahre nach einer Infektion eine Lyme-Arthritis entwickelt. Diese entsteht, wenn Borrelien die Gelenke infizieren. Die Folge: schmerzhafte Gelenkentzündungen bis hin zu chronischen Entzündungen der Haut und Herzprobleme.

„VLA15 ist der am weitesten fortgeschrittene Impfstoffkandidat gegen Borreliose“

Aktuell gibt es zwar Möglichkeiten der Behandlung, eingesetzt werden dabei Antibiotika. Jedoch ist neben Zeckenschutz in Form von Spray oder dem Absuchen der Haut nach Zecken keine Möglichkeit der Prävention möglich. Das will die Pharmabranche ändern und forscht an Borreliose-Impfstoffen.

Zecken können die Krankheiten FSME und Borreliose übertragen. Nur für Erstere gibt es eine Impfung. Das könnte sich aber bald ändern. (Symbolbild)

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Das Biotechnologieunternehmen Valneva veröffentlichte Anfang Juni 2024 eine Mitteilung, in welcher es um den neuen Impfstoff VLA15 geht. „VLA15 ist der am weitesten fortgeschrittene Impfstoffkandidat gegen Borreliose, der sich derzeit mit zwei Phase 3-Studien in der klinischen Entwicklung befindet“, heißt es vonseiten des Konzerns. Der Impfstoff werde aktuell in Kooperation mit Pfizer erprobt und über alle Studien hinweg hätten sich keine Bedenken in Hinblick auf Sicherheit und Verträglichkeit gezeigt. 2026 will Pfizer einen Antrag auf Marktzulassung bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) stellen – sofern der Borreliose-Impfstoff VLA15 im weiteren Verlauf der Studien überzeugen kann.

Wie bekommt man Borreliose?

Die Krankheit wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst, das von infizierten Zecken auf den Menschen übertragen wird.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Fieber und Gliederschmerzen nach einem Zeckenstich können Borreliose-Symptome sein

Die Inhaltsstoffe des Impfstoffs zielen auf das äußere Oberflächenprotein A (OspA) von Borrelia burgdorferi ab, den Bakterien, die Lyme-Borreliose verursachen. Die Blockierung von OspA hemmt die Fähigkeit des Bakteriums, den Menschen zu infizieren, heißt es vonseiten Valneva.

Welche Symptome sind typisch für Borreliose?

Die Symptome der Borreliose können vielfältig und unspezifisch sein. Häufig treten in den ersten Tagen nach der Infektion grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Im weiteren Verlauf kann die Infektion die Haut, das Nervensystem, die Gelenke oder das Herz befallen. Wenn Sie einen Zeckenstich bemerken, sollten Sie diesen im Auge behalten und bei auftretenden Symptomen einen Arzt aufsuchen. Je früher die Borreliose erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Rebmann/Imago

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