Petition fordert Verkaufsstopp

Nach Streit um Dürre-Erdbeeren: Aldi und Lidl setzen weiter auf Früchte aus Spanien 

  • schließen

Der Doñana-Nationalpark in Spanien trocknet aus. Organisationen rufen zum Boykott von Erdbeeren aus der Region auf – doch Discounter wollen die Früchte weiter anbieten.

München – Zuletzt forderten Campact und Foodwatch von deutschen Supermärkten und Discountern einen Verkaufstopp von Erdbeeren aus Spanien. Denn: Zahlreiche Regionen in Spanien sind derzeit heftiger Trockenheit ausgesetzt. Discounter wie Aldi und Lidl wollen die Früchte weiter im Angebot führen.

Erdbeeren bei Aldi, Lidl und Co.: Spanien „riskiert eine Dürre-Katastrophe“

Angesichts dessen hat der Verein Campact eine Petition ins Leben gerufen, um von Lebensmittelhändlern wie Edeka, Rewe, Lidl und Co. einen Verkaufsstopp zu erwirken. Fast 167.000 Menschen haben die Petition bislang unterschrieben (Stand: 09. Juni 2023). Die Discounter dagegen sehen offenbar keinen Grund, um auf spanische Erdbeeren zu verzichten.

Das Feuchtgebiet Doñana ist in weiten Teilen von Austrocknung bedroht. Nur Gräben und einige wenige der früher zahlreichen Lagunen führen derzeit noch etwas Wasser. Schuld ist die langanhaltende Dürre in Spanien und zu große Wasserentnahme für den Anbau von Erdbeeren sowie Him- und Blaubeeren.

Aldi Nord und Lidl wollen weiter auf Erdbeeren aus der Region rund um den von Dürre bedrohten südspanischen Nationalpark Doñana setzen. Die Discounter verwiesen nach einer dpa-Anfrage auf Bemühungen zum Wasserschutz in der Region. Man wolle weiterhin mit Lieferanten vor Ort zusammenarbeiten. Rewe und Edeka hätten sich dazu bislang nicht geäußert.

Dürre-Erdbeeren: Discounter setzen weiter auf Früchte aus Spanien

Die roten Früchte können zwar zu Dumping-Preisen aus Spanien importiert werden, den Organisationen zufolge sei das aber alles andere als nachhaltig. „Um billige Erdbeeren für Deutschland anzubauen, riskiert Spanien eine Dürre-Katastrophe in einem seiner wichtigsten Nationalparks“, schrieb Campact in einer Mitteilung.

Um Deutschland und Europa mit Erdbeeren zu beliefern, werde illegal Wasser aus dem 1969 gegründeten Doñana-Nationalpark gepumpt. Der Naturpark ist etwa halb so groß wie das Saarland. Umweltschützern zufolge geht hier seit Jahren der Grundwasserspiegel zurück. Grund seien unter anderem legale und illegale Brunnen, die für große Wassermengen für Frucht- und Gemüseplantagen genutzt werden. Über einen Gesetzentwurf, der illegale Bewässerungssysteme legalisieren soll, wird demnächst im andalusischen Parlament abgestimmt. Nicht nur in Spanien, auch in Frankreich und Italien gibt es extreme Trockenheit. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © Jan-Uwe Ronneburger/dpa

Kommentare