Urlaub in Europa

Dürre und Überschwemmungen: Was Urlauber in Spanien, Italien und Frankreich dringend beachten müssen

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Extreme Trockenheit sorgt in Spanien und Frankreich für Wasserknappheit. Während in Italien viele Gebiete wegen starke Überschwemmungen gesperrt sind.

München - Extremwetter-Ereignisse machen vielen südlichen Ländern Europas zu schaffen. Nachdem wegen ausgetrockneter Flüsse erste Kreuzfahrten auf Italiens größtem Fluss Po abgesagt werden mussten, folgte nun eine Unwetterkatastrophe. Aufgrund extremer Überschwemmungen mussten einige Regionen Italiens komplett abgesperrt werden: Es bestand akute Lebensgefahr. Das Auswärtige Amt sprach eine Warnung für Reisen nach Italien aus.

Viele Urlauber sind angesichts des Extremwetters in Europa verunsichert, in welchen Regionen ein Urlaub überhaupt noch möglich ist. Und was bedeutet das Wetter für bereits gebuchte Reisen? Das sagen Experten zu möglichen Reisen nach Spanien, Italien oder Frankreich.

Alarmstufe Rot an der Adria: Bilder zeigen fürchterliches Ausmaß der Überschwemmungen in Italien

Helikopter-Aufnahmen zeigen die Überschwemmungen in Sant Agata sul Santerno, nahe Ravenna.
italien-unwetter_ueberschwemmung.jpg © IMAGO/fotogramma/ Independent Photo Agency Int.
Überschwemmungen in Teilen Italiens fordern mehrere Todesopfer.
Die Sorge unter den Anwohnern wächst in Italien: Für die kommenden Tage ist neuer Regen vorhergesagt. Heftige Unwetter und Überschwemmungen an der Adriaküste haben zuletzt Todesopfer gefordert. © Oliver Weiken/dpa
In der von den schweren Unwettern und Überschwemmungen betroffenen italienischen Provinz Ravenna ist ein Hubschrauber abgestürzt.
In der von den schweren Unwettern und Überschwemmungen betroffenen italienischen Provinz Ravenna ist ein Hubschrauber abgestürzt. © Vigili del Fuoco/dpa
Menschen fahren auf Fahrräder eine überflutete Straße entlang. Nach den Unwettern und Überschwemmungen in Italien ist die Anzahl der Opfer auf 14 gestiegen.
Menschen fahren auf Fahrräder eine überflutete Straße entlang. Nach den Unwettern und Überschwemmungen in Italien ist die Anzahl der Opfer auf 14 gestiegen. © Luca Bruno/dpa
Extrem-Wetter in Italien: Am Strand von Rimini sind die Spuren der Unwetterfront am Mittwoch (17. Mai) deutlich zu sehen.
Extrem-Wetter in Italien: Am Strand von Rimini sind die Spuren der Unwetterfront am Mittwoch (17. Mai) deutlich zu sehen.  © IMAGO/Giorgio Salvatori
Schwere Unwetter in Italien: Fünf Meter hohe Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Dazu treten Flüsse in der Stadt über die Ufer.
Schwere Unwetter in Italien: Fünf Meter hohe Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Dazu treten Flüsse in der Stadt über die Ufer. © Giorgio Salvatori/imago
Nach schweren Überschwemmungen tragen Carabinieri Anwohner auf dem Rücken durch die überfluteten Straßen von Faenza.
Nach schweren Überschwemmungen tragen Carabinieri Anwohner auf dem Rücken durch die überfluteten Straßen von Faenza.  © Arma dei Carabinieri
Kritische Wetterlage in Italien: Der Wasserpegel an der Tiberius-Brücke (Ponte di Tiberio) in Rimini ist deutlich angestiegen, wie auf dem Foto (17. Mai 2023) zu sehen ist.
Kritische Wetterlage in Italien: Der Wasserpegel an der Tiberius-Brücke (Ponte di Tiberio) in Rimini ist deutlich angestiegen, wie auf dem Foto (17. Mai 2023) zu sehen ist.  © IMAGO/Giorgio Salvatori
In Bologna (Italien) ist die Lage am Mittwoch (17. Mai) weiter kritisch. Die Schulen bleiben weiter geschlossen.
In Bologna (Italien) ist die Lage am Mittwoch (17. Mai) weiter kritisch. Die Schulen bleiben weiter geschlossen.  © IMAGO/Gianni Schicchi
Alpine Höhenretter suchen in der Nähe eines Supermarktes in Cesena (Italien) nach Vermissten.
Alpine Höhenretter suchen in der Nähe eines Supermarktes in Cesena (Italien) nach Vermissten.  © ALESSANDRO SERRANO/afp
Überschwemmungen nach Unwettern in Italien: Überflutete Häuser in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Dienstag (16. Mai 2023).
Überschwemmungen nach Unwettern in Italien: Überflutete Häuser in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Dienstag (16. Mai 2023).  © Vigili del Fuoco/AP/dpa
Wassermassen und Schlamm: In Faenza ist der Fluss Lamone über die Ufer getreten und überflutet Straßen.
Wassermassen und Schlamm: In Faenza ist der Fluss Lamone über die Ufer getreten und überflutet Straßen.  © IMAGO/Tommaso Romanin
Überschwemmungen in Italien: Der Fluss Savio bei Cesena an der Adriaküste ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten.
Überschwemmungen in Italien: Der Fluss Savio bei Cesena an der Adriaküste ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten. © LaPresse/AP/dpa
Unwetter in Italien: In der Stadt Cesena ist der Fluss Savio nach extremen Regenfällen über die Ufer getreten, Straßenzüge am Fluss stehen unter Wasser.
Unwetter in Italien: In der Stadt Cesena ist der Fluss Savio nach extremen Regenfällen über die Ufer getreten, Straßenzüge am Fluss stehen unter Wasser.  © Bernd März/dpa
Ganze Stadtteile sind überflutet. Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch Cesena an der Adria.
Ganze Stadtteile sind überflutet. Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch Cesena an der Adria.  © IMAGO/Alessandro Mazza
Unwetter in Italien: Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Starkregen sorgt für Überschwemmungen.
Unwetter in Italien: Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Starkregen sorgt für Überschwemmungen.  © Giorgio Salvatori/imago
Unwetter und Überschwemmungen in Italien: Alarmstufe Rot herrscht an der Adria. Die Orte sind auf Google Maps markiert.
Unwetter und Überschwemmungen in Italien: Alarmstufe Rot herrscht an der Adria. Die Orte sind auf Google Maps markiert.  © Screenshot Google Maps
Heftige Überschwemmungen in Italien: Einsatzkräfte der Feuerwehr retten Menschen aus überfluteten Häusern.
Heftige Überschwemmungen in Italien: Einsatzkräfte der Feuerwehr retten Menschen aus überfluteten Häusern.  © Vigili del Fuoco/AP/dpa
Unwetterwarnstufe Rot in Italien: Freiwillige des Katastrophenschutzes überwachen die Strände von Ravenna an der Adria.
Unwetterwarnstufe Rot in Italien: Freiwillige des Katastrophenschutzes überwachen die Strände von Ravenna an der Adria.  © IMAGO/Fabrizio Zani

Ist ein Sommerurlaub trotz Dürre in Spanien nach möglich?

Für extreme Hitze sorgt vor allem ein trockener Boden. Ist in der Erde keine Feuchtigkeit, so können Hitzewellen viel länger anhalten. Wenig Regen und Temperaturen über 30 Grad sorgten bereits im März für Trockenheit in Spanien. Nach Bericht von Wetter.de war es in einigen Regionen bis zu 12 Grad wärmer als in den Vorjahren. Wassermangel und ausgetrocknete Stauseen sind die Folge. Ebenfalls betroffen ist die Wasserversorgung in Barcelona. Die Hauptstadt der spanischen Region Katalonien ist üblicherweise besonders beliebt für Städtereisen.

Eine der Hauptattraktionen, die Sprungbrunnen-Show Font Magica de Montjuic, bei der das Wasser des Brunnens beleuchtet wird und passend zur Musik tanzt, findet nicht mehr statt. Auch die vielen prachtvollen Parkanlagen können laut einem Bericht von Travelbook nicht mehr bewässert werden.

In Spanien sorgte die Dürre bereits für Trinkwasserknappheit. Viele Stauseen sind daher fast vollständig ausgetrocknet. (Symbolbild)

Etwas entspannter können die Reisenden beim Urlaub auf der spanischen Insel Mallorca sein. Trotz der Hitze im Frühjahr gab es auch einige Niederschläge. Die Stauseen sind laut Deutschem Wetterdienst zurzeit zu 90 Prozent ausgelastet, daher ist zur Zeit von einer Wasserknappheit im Sommer nicht auszugehen. Jedoch hat die Insel Mallorca einige Änderungen angekündigt. Schon seit Jahren gibt es immer wieder Gesetzesänderung, die vor allem den Partytourismus auf der Insel einschränken sollen. Nun herrscht an einigen Stränden auf Mallorca Rauchverbot.

Dürre in Frankreich sorgte für Wasserknappheit und Waldbrand in Südfrankreich

Neben Spanien ist auch Frankreich von einer starken Dürre betroffen. Geringe Niederschläge und Schnee sind die Ursache für die trockene Erde. Dies zeigt sich deutlich an den niedrigen Wasserständen. Auch die Bevölkerung Frankreichs macht sich laut Wetter.de Sorgen aufgrund möglicher mangelnder Trinkwasserversorgung. So dürfen Pools nicht mehr mit Wasser befüllt werdenn, berichtet die Tagesschau. Auch einige Wasser- und Rutschenparks mussten bereits schließen.

Die Dürre kann noch weitere Folgen für Natur und Einwohner haben: Bereits im April wurde durch die extrem Trockenheit ein Waldbrand im Süden Frankreichs ausgelöst. Etwa 950 Hektar des Waldes auf den Pyrenäen wurden laut dem französischem Fernsehsender Francebleue zerstört. Weitere Waldbrände sind aufgrund der im Sommer erwarteten Hitze nicht auszuschließen.

Extremwetter in Italien: Ist der Sommerurlaub nicht mehr möglich?

Der Gardasee ist ein beliebtes Reiseziel der Deutschen, doch der niedrige Pegelstand sorgt für die Einberufung einer Sonderkommission in Rom. Sie sollen die drohende Wasserknappheit im Land abwenden. Die Dürre in Italien führte laut Wetter.com nun auch zu starken Überschwemmungen und Erdrutschen. Der Boden war so ausgetrocknet, dass er den extremen Niederschlag nicht aufnehmen könnte.

Nach Bericht des ADAC sind auch Strände von den Überschwemmungen betroffen. Es kann somit auch an der Küste in Mittel- und Süditalien zu Sturmfluten kommen. Folgende Regionen sind aktuell (Stand: 20. Mai) besonders betroffen:

  • Betroffene Städte: Ravenna, Rimini, Cesena, Bologna, Cesena, FaenzaSenigalliaRiccione 
  • Das Auswärtige Amt rät zur Vorsicht in ganz Italien, aber besonders in Emilia-Romagna und auf Sizilien
  • Eingestellter Bahnverkehr in Emilia-Romagna
  • Gesperrte und überschwämmte Strände an der Adria-Küste zwischen Ravenna und Riccione, sowie in Cervia
  • Quelle: ADAC

Extremwetter in Spanien, Frankreich und Italien

Trotz möglicher Extremtemperaturen im Sommer gibt es zurzeit für Spanien und Frankreich keine explizite Reisewarnung durch das Auswärtige Amt (Stand: 20. Mai 2023). Für einige Regionen Italiens hat das Auswärtige Amt jedoch einen Reisehinweis veröffentlicht - angesichts der Überschwemmungen gelte in einigen Regionen die „höchste Alarmstufe“. Liegt eine offizielle Reisewarnung vor, so kann der Urlaub in den meisten Fällen kostenfrei storniert werden. Jedoch sollten Sie sich im Vorfeld beim Reiseanbieter informieren, um zusätzlichen Kosten zu vermeiden.

Auch wenn keine Warnung für die Urlaubsregion vorliegt, so werden Urlauber diesen Sommer mit einigen Einschränkungen im Süden Europas rechnen müssen. Denn durch den Wechsel des Wetterphänomens El Nina zu El Niño wandelt sich das kühle Klima in extreme Hitze. Diese kann Extremwettereignisse auslösen, wie sie bereits in Italien entstanden sind. Das kann auch für Europa eine weiter anhaltende Dürre bedeuten. Urlauber müssen daher mit leeren Pools und hohen Temperaturen rechnen. (mima)

Rubriklistenbild: © ZUMA Wire/IMAGO

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