VonVivian Wergschließen
Das Bürgergeld ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. In der neuen Folge von „Hartz und herzlich“ löste eine Aussage einer Bürgergeld-Empfängerin eine Menge Kritik aus.
Kassel – In der beliebten RTLZwei-Doku „Hartz und herzlich“ werden Menschen in sogenannten sozialen Brennpunkten in ihrem Alltag begleitet. Die Probleme, die die einzelnen Protagonisten bewältigen müssen, sind so vielfältig wie die Personen selbst: Schicksalsschläge, Liebeskummer, Geldsorgen, kriminelle Handlungen, bürokratische Hürden. Eine Bürgergeld-Empfängerin muss wegen 2200 Euro ins Gefängnis. Aber auch schöne Momente werden dokumentiert, die Tausende Zuschauer bewegen. Eine Sozialhilfe-Empfängerin und alleinerziehende Mutter findet endlich einen Job.
| Sendung | Hartz und herzlich – Tag für Tag |
| Sender | RTLZwei |
| Drehort | Benz-Baracken, Mannheim |
Die meisten Teilnehmer der Dokureihe leben am Rand des finanziellen Existenzminimums und müssen Bürgergeld beziehen oder sind auf andere Formen der staatlichen Hilfen angewiesen. So auch Bürgergeld-Empfängerin Beate. Diese freute sich in der neuen TV-Folge mit anderen Protagonisten auf das Weihnachtsfest. Doch Beate sorgte mit ihrer Aussage zu ihrem Weihnachtsdeko-Einkauf ungewollt für Verärgerung bei den Zuschauern.
Bürgergeld-Empfängerin kauft Weihnachtsdeko – und löst mit ihrer Aussage eine Debatte aus
Der Sender teilte auf seinem Instagram-Kanal kürzlich einen kurzen Teaser der neuen Folge von „Hartz und herzlich“. Dort war Beate zu Besuch bei einer Freundin und bestaunte deren Wohnung, die bereits festlich dekoriert wurde. Das Geld ist bei den Sozialhilfe-Empfängern extrem knapp. Umso mehr verärgerte es nun Zuschauer, dass Beate rund 150 Euro für Weihnachtsdeko ausgegeben hat.
„Ich glaube 150 Euro habe ich für Weihnachtsdeko ausgegeben“, sagte sie in dem Beitrag und fügte hinzu: „Ich finde jetzt nicht, dass es überteuert ist“. Das sahen viele Zuschauer anscheinend anders und reagierten auf den Instagram-Beitrag mit zahlreichen Kommentaren.
Zuschauer reagieren fassungslos über Aussage von Bürgergeld-Empfängerin – im Netz hagelt es Kritik
„Hilfe, ich finde es teuer. Ich gehe arbeiten, aber so viel gebe ich nicht aus“, schrieb ein User entsetzt. „150 Tacken für Weihnachtsdeko? Ich weiß ja nicht, wie ihr das macht, aber ich hole vor dem 1. Advent die Weihnachtsdeko vom Speicher und dekoriere. Ich kaufe doch nicht jedes Jahr für so viel Geld neu! Haben die einen am Sträßchen?“, fragte ein anderer bestürzt.
„Für das Normale reicht es bei der nie, aber 150 Euro für Deko ausgeben. Da fehlen mir die Worte“, monierte ein weiterer Nutzer. „Eigentlich mag ich diese Familie, weil auch die Tochter versucht zu arbeiten. Aber ich verstehe immer nicht, wie alle da sagen, mit Abzügen nur noch von 100 Euro im Monat zu leben. Sowas gibt es nicht und dann hat fast jeder Tattoos und Fingernägel. Wie geht das?“, wundert sich eine andere Userin. Lediglich ein User spricht sich für die Protagonisten der Dokureihe aus: „Ist ihre Sache!“
Kaum Geld für Weihnachtsgeschenke – Bürgergeld-Bezieher nennen drei Tipps
Miete, Lebensmittel, Kleidung und andere Lebenshaltungskosten – die Alltagsnöte lassen viele Bürgergeld-Empfänger häufig verzweifeln. Gerade an Weihnachten fehlt den Betroffenen oftmals das Geld für Geschenke. Für Bürgergeld-Empfänger gibt es einige Tipps, um Weihnachtsgeschenke zu sparen. Diese wurden nach Angaben des Vereins für soziales Leben e.V. buerger-geld.org anlässlich einer Umfrage von Bürgergeld Beziehern gegeben:
- Selbstgemachte Geschenke: Selbst basteln oder backen sind nicht nur persönlicher und schön, sondern auch günstiger als gekaufte Geschenke.
- Secondhand kaufen: In Secondhand-Läden findet man meist schöne Geschenke zu günstigen Preisen.
- Mit Freunden und Familie zusammenlegen: Wenn man Geld zusammenlegt, kann man sich leichter größere Geschenke leisten.
Bürgergeld: Hälfte der Jobcenterbeschäftigte sehe eine Verschlechterung
Über das Bürgergeld wird immer wieder diskutiert. Für eine aktuelle DIW-Studie in Kooperation mit der Universität Bochum wurden im Januar und Februar 2024 Beschäftigte in sieben Jobcentern in Nordrhein-Westfalen über die Umsetzung des Bürgergelds befragt.
Demnach sehe jeder fünfte Jobcenterbeschäftigte im Bürgergeld eine Verbesserung, etwa die Hälfte jedoch eine Verschlechterung. Rund 60 Prozent der Befragten bezweifle außerdem, dass „die neuen Regeln die Leistungsberechtigten ausreichend motiviere, sich eine neue Stelle zu suchen“. Für Bürgergeld-Bezieher könnten in den Jobcentern bald einige Veränderungen anstehen. Die Ausgaben für das Bürgergeld könnten 2025 um nahezu zehn Milliarden Euro steigen. (vw)
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