Gericht entscheidet

Coca-Cola muss Edeka weiter beliefern - Preis bleibt vorerst gleich

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Zuletzt war ein Streit zwischen Coca-Cola und Edeka eskaliert. Nach dem zwischenzeitlichen Stopp muss der Hersteller die Supermarkt-Kette jetzt wieder beliefern.

Update vom 9. September, 16.24 Uhr:  Im Streit zwischen dem Getränkehersteller Coca-Cola und der Supermarkt-Kette Edeka um Einkaufspreise hat das Landgericht Hamburg einen Lieferstopp durch Coca-Cola untersagt. Der Hersteller hatte vergangene Woche die Belieferung von Deutschlands größtem Lebensmittelhändler eingestellt, nachdem Edeka Forderungen nach höheren Preisen zurückgewiesen hatte.

Edeka habe glaubhaft gemacht, dass eine von Coca-Cola geforderte Preiserhöhung wahrscheinlich unangemessen sei, wie das Landgericht Hamburg mitteilte. Mit der Preisvorgabe und deren Durchsetzung mithilfe eines Lieferstopps nutze die Antragsgegnerin eine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich aus. Darin liege ein kartellrechtswidriges Verhalten. Daher habe es Coca-Cola zu unterlassen, Edeka zu den zuletzt vereinbarten Konditionen bis zum Abschluss einer Anschlussvereinbarung nicht mehr zu beliefern. Das Gericht befristete die Donnerstag erlassene einstweilige Verfügung (Az. 415 HKO 72/22) bis zum 30. September. Laut Edeka war der bisher gültige Vertrag mit Coca-Cola im Januar 2022 geschlossen worden.

Edeka teilte daraufhin mit: „Diese Entscheidung ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ein erfreuliches Signal.“ Sie setze der „Preistreiberei“ einiger Markenkonzerne Grenzen, die mit ungerechtfertigten Preiserhöhungsforderungen ihre Gewinne maximieren wollten.

Keine Coca-Cola mehr bei Edeka: Streit um Preise eskaliert

[Erstmeldung vom 31. August] Hamm - Das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen: Man betritt einen Supermarkt, und in den Getränkeregalen stehen keine Flaschen von Coca-Cola. Doch dieses Szenario könnte bald Realität werden. Zumindest Kunden von Edeka müssen sich wohl schon sehr bald nach einer Cola-Alternative umschauen. Denn ein seit Jahren andauernder Streit zwischen dem Hersteller und der Supermarktkette hat nun einen neuen Höhepunkt erreicht.

Keine Coca-Cola mehr bei Edeka: Streit zwischen Supermarkt und Hersteller eskaliert

Ab dem 1. September soll Coca-Cola die Edeka-Märkte nicht mehr beliefern. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, geht das aus einer internen Mitteilung des Händlers hervor. Der Hintergrund: Der Getränkehersteller möchte ab September mehr Geld von den Händlern für seine Produkte haben. Einen Schritt, den Edeka nicht mitgehen möchte.

Eigentlich sollte das niemanden mehr verwundern. Denn die Fehde zwischen Coca-Cola und Edeka dauert schon längere Zeit an. So drohte der amerikanische Konzern der Supermarktkette bereits zum 1. Januar 2022 mit einem Lieferstopp. Auch damals wollte Edeka eine Erhöhung der Preise nicht akzeptieren.

Das Verschwinden von Coca-Cola-Produkten aus den Edeka-Regalen konnte damals aber noch abgewendet werden. Letztlich konnten sich Händler und Hersteller auf Konditionen einigen. Ein Ergebnis, das nicht selbstverständlich war: Zur gleichen Zeit stritt Edeka ebenfalls unter anderem mit Pepsi. Hier wurden tatsächlich Produkte der Firma aus den Läden verbannt.

Bald keine Coca-Cola mehr im Edeka? Streit erreicht neuen Höhepunkt

Im Jahr 2020 waren es sogar schon einmal Marken von Coca-Cola, die nicht mehr in den Edeka- und Netto-Märkten zu kaufen waren. Lediglich das Hauptprodukt, die gute alte Cola, stand noch in den Regalen. Aber von Fanta, Sprite und Co. fehlte jede Spur. Auch hier stritten Kette und Getränkehersteller unerbittlich um die Preise. Es dauerte Monate, ehe der Zwist ein Ende fand und die Kunden wieder das volle Softdrink-Angebot genießen konnten.

Der Schritt, schon im Sommer 2022 die Preiserhöhung anzukündigen, ist ungewöhnlich von Coca-Cola. Eigentlich kommt es im Herbst erst zu Verhandlungen zwischen Händlern und Herstellern, ehe die neuen Konditionen verkündet werden. Doch 2022 ist das anders. Laut Coca-Cola aufgrund von gestiegenen Produktionskosten und um das Weihnachtsgeschäft nicht zu gefährden.

Extra, Spar und Co.: 12 Supermärkte, die es heute nicht mehr gibt

Kunden auf dem Parkplatz vor dem Massa mobil Supermarkt in Neuruppin (Archhivfoto vom 11.03.1994).
Massa war vor allem in den 1970er bis 1980er Jahren für seine großen SB-Warenhäuser bekannt. Der erste 1964 in Alzey eröffnete Markt (jetzt Kaufland) besteht bis heute und ist damit eines der ältesten in Deutschland überhaupt. Massa wurde 1997 von Metro aufgekauft. © Karlheinz Schindler/dpa
Postkartenständer vor dem allkauf-Reisebüro in Ahlen
Ebenfalls nicht ins neuste Jahrtausend schaffte es Allkauf. Das Unternehmen hatte neben ihren SB-Warenhäusern unter anderem auch Reisebüros. Die Standorte lagen vor allem in NRW und Ostdeutschland. 1998 wurde Allkauf ebenfalls von Metro übernommen. © Stefan Schwenke/Imago
Eine Spar-Filiale mit Bistro am Adenauerplatz Berlin (2003).
Fast fünfzig Jahre lang war „Spar“ eine echte Supermarkt-Institution in Deutschland. Doch 2005 wurde Spar von Edeka übernommen. Heute gibt es Spar noch in Österreich oder Belgien. © Lem/Imago
WAL-MART - Supercenter in der Abenddämmerung in Berlin-Neukölln (2022).
Walmart kennt man vor allem aus den USA. Doch fast zehn Jahre lang gab es Walmart auch in Deutschland. 2006 machten die Walmart-Filialen dicht. © Steinach/Imago
HL-Markt in Kriftel
2006 war kein gutes Jahr für viele Supermarkt-Ketten. Auch die Kette HL-Markt verschwand nach über vierzig Jahren. © Ralph Peters/Imago
Ein MiniMal-Markt
Der großen Rewe-Umstrukturierung 2006 fielen auch die „miniMAL“-Märkte zum Opfer. Vorher gab es die Filialen in Deutschland und Polen. © Ralph Peters/Imago
Dieses Schild gehört zum Accord-Einkaufszentrum am Heusweiler Bahnhof und wurde am Mittwoch (29.01.2003) fotografiert.
„Accord“ war mit mehreren dutzend Supermärkten im Saarland und in Rheinland-Pfalz aktiv. Doch auch hier übernahm Rewe ab 2007 das Steuer. © Becker&Bredel/Imago
Extra Supermarkt in Hessisch Oldendorf
Deutlich weiter verbreitet waren die Extra-Supermärkte. In der Spitze gab es 250 Filialen vor allem in Nord- und Westdeutschland. Extra hatte als einer der ersten 2004 SB-Kassen getestet. 2009 verschwand die Marke. © Rust/Imago
Filiale von PLUS in Markkleeberg (2006).
Plus war jahrzehntelang mit zeitweise über 2000 Filialen einer der größten Discounter in Deutschland. Doch 2010 kam das Ende. Edeka übernahm und wandelte die Märkte in Netto-Filialen um. © Michael Schöne/Imago
Firmenschild der REWE-Gruppe in Köln.
Der Name Toom ist heute vor allem für Baumärkte bekannt, doch in der Vergangenheit gab es auch Getränke- und Supermärkte. Die Toom SB-Warenhäuser wurden zwar schon 1989 von Rewe übernommen, existierten aber noch bis 2014. © Chai von der Laage/Imago
Der Tengelmann „Klimamarkt“ in Mülheim an der Ruhr, aufgenommen am Montag (10.01.2011).
Die Wurzeln von Kaiser‘s Tengelmann gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das Traditionsunternehmen hatte teilweise 550 Filialen in NRW sowie in den Großräumen Berlin und München. Ab 2016 musste sich Kaiser‘s Tengelmann zurückziehen. Edeka und Rewe übernahmen die Märkte. © Julian Stratenschulte/dpa
Sky-Supermarkt in Lübeck - Deutschland
2019 verschwand der Supermarkt Sky aus den deutschen Städten – die letzte Filiale machte dicht. © Schöning/Imago

Edeka lässt sich das bislang offenbar nicht gefallen. Erst einmal wird es wohl keine Coca-Cola-Getränke mehr in der Supermarktkette geben.

Bei Rewe und Netto gibt es ein ganz anderes Problem mit einem Getränk: Ein Mineralwasser wird zurückgerufen. Der Grund: chemische Rückstände. Auch die kleinsten Konsumenten sind noch von Rückrufen verschont. Denn auch eine Babynahrung hat es nun getroffen. In dem betroffenen Produkt sollen Plastikrückstände sein.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene / dpa

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