Lebenserwartung von Hunden

Welche Hunderasse wird am ältesten? Zwölf Rassen begleiten Sie besonders lange

  • schließen

Dackel und Terrier bleiben bis ins hohe Alter an Ihrer Seite: Diese Hunderassen haben eine höhere Lebenserwartung als andere.

Sie wollen einen Welpen aufnehmen und suchen eine Rasse, die gemeinsam mit Ihren Kindern groß wird? Oder vielleicht sind Sie selbst schon ein Senior und wollen wissen, welchem Hund Sie langfristig noch gerecht werden? Hunderassen unterscheiden sich nicht nur darin, ob sie gerne jagen oder hüten, ob sie ruhige Zeitgenossen sind oder besonders aktiv, riesig oder mini – auch die Lebenserwartung weicht von Chihuahua bis Irischem Wolfshund stark voneinander ab. Stimmt die Annahme, dass kleine Hunde älter werden?

Der neue WhatsApp-Kanal von Landtiere.de ist da!

Tierische Tipps und rührende News gibt‘s auf unserem WhatsApp-Kanal: Hier geht‘s direkt zu Tierverliebt.

Die Lebenserwartung eines Hundes hängt von seiner Größe ab

Jack Russell Terrier und Border Collie gehören zu den Hunderassen, die besonders alt werden.

Hunderassen werden grob in drei Kategorien unterteilt: kleine Hunde, die bis zu 15 Kilogramm schwer werden, und mittelgroße Hunde, die ein Gewicht zwischen 15 und 45 Kilogramm auf die Waage bringen. Alles darüber gilt als großer Hund. Diese Unterteilung zeigt sich auch in der Lebenserwartung: Kleinere Hunde werden älter.

  • Kleine Hunde haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von zehn bis 15 Jahren. Auch bis zu 20 Jahre sind durchaus drin.
  • Mittelgroße Hunde werden durchschnittlich bis zu 13 Jahre alt. 
  • Große Hunde schaffen etwa nur acht bis zwölf Jahre.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter unseres Partners Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Von Dackel bis Zwergpudel – das sind die Hunderassen, die am ältesten werden

In dieser Tabelle der Hunde mit der größten Lebenserwartung tummeln sich vor allem kleine bis winzige Exemplare. Doch auch ein paar größere Hunde sind mit dabei.

Beagle12–15 Jahre
Border Collie13–15 Jahre
Chihuahua 13–15 Jahre
Dackel 13–15 Jahre
Deutsch Drahthaar12–14 Jahre
Dobermann 12–14 Jahre
Golden/Labrador Retriever12–14 Jahre
Jack Russell Terrier14–16 Jahre
Malteser 12–14 Jahre
Mops 12–15 Jahre
Pudel 12–14 Jahre
Zwergschnauzer 13– 16 Jahre

Es ist wahr: Große Hunde werden nicht so alt wie junge

Auf der anderen Seite gibt es leider auch einige Hunderassen, bei denen kein langes Leben zu erwarten ist. Allen voran stehen Riesenrassen wie die Deutsche Dogge. Diese wird im Schnitt nur etwa acht bis zehn Jahre alt. Ähnlich sieht es beim Bernhardiner, Rottweiler und Riesenschnauzer aus. Schlusslicht bildet der Irische Wolfshund mit einer Lebenserwartung von sechs bis zehn Jahren. Aber auch kleinere Hunde sind betroffen. Die Englische Bulldogge wird selten älter als zehn Jahre. Grund dafür ist die Zucht: Der stämmige Körperbau der Bulldogge erschwert ihr das Atmen. Außerdem werden diese Tiere schnell zu dick, was ihre Gesundheit gefährdet.

Die größten Hunderassen weltweit – ist Ihr Vierbeiner dabei?

Deutsche Dogge im Herbst gibt Pfötchen
Deutsche Doggen gehören zu den größten Hunderassen überhaupt. Weibchen haben mindestens eine Schulterhöhe zwischen 72 bis 82 Zentimetern, bei Rüden liegt diese bei mindestens 80 bis 90 Zentimetern. Einst wurden sie als Wach- und Schutzhunde gezüchtet, aufgrund ihres sanften, geduldigen Wesens sind sie aber auch ideale Familienhunde.  © Julia Moll/Imago
Frau spielt mit Irischem Wolfshund
Der Irische Wolfshund ähnelt der Deutschen Dogge in der Größe, aber auch im Wesen. Rüden haben einen Widerrist von bis zu 86 Zentimetern, Hündinnen bis zu 71 Zentimeter. Früher wurden sie zur Jagd auf Rotwild und Wölfe eingesetzt. © Westend61/Imago
Scottish Deerhound-Paar am See
Der Scottish Deerhound sieht dem Irischen Wolfshund extrem ähnlich, ist insgesamt aber ein wenig kleiner (Rüde: max. 76 cm Schulterhöhe). Er wurde meist für die Jagd auf Hirsche eingesetzt und gilt in seinem Wesen als gelehrig, intelligent und sanftmütig. © G. Lacz/Imago
Landseer Hündin mit ihren Welpen
Der Landseer gilt als Urform des Neufundländers und wird nicht nur riesig (Rüden: Widerristhöhe zwischen 72 und 78 cm, Weibchen: 67 bis 72 cm), sondern liebt auch das Wasser und seine Familie. Er hat sogar kleine Hautlappen zwischen seinen Zehen, die ihn zum idealen Schwimmer und damit Wasserrettungshund machen. Sein sanftes und geduldiges Wesen prädestiniert ihn außerdem als Therapiehund. © Gerard Lacz/Imago
Neufundlaender zieht einen Mann aus dem Wasser
Genau wie der Landseer ist auch der Neufundländer ein perfekter Wasserrettungshund. Mit ihrer Größe von bis zu 71 Zentimetern Schulterhöhe (Weibchen: max. 66 cm) und dem insgesamt sehr kräftigen Körperbau, können Sie Lasten im Wasser und zu Land ziehen. Angeblich waren ihre Vorfahren Teil der Besatzung auf Wikingerschiffen, paarten sich mit den Hunden europäischer Siedler und die sanften Neufundländer-Riesen entstanden. © blickwinkel/Imago
English Mastiff liegt auf Waldboden
Der English Mastiff wird bis zwischen 76 bis zu 90 Zentimeter groß (Rüden), Hündinnen bis zu 75 Zentimeter. Er besitzt ein geduldiges und sanftes Wesen, aber auch als sehr personenbezogen. Das macht ihn zu einem idealen Wach- und Schutzhund. Seine Haltung ist in vielen Bundesländern Deutschlands mit strengen Auflagen verbunden, da er dort auf der Liste der gefährlichen Hunde steht.  © Nature Picture Library/Imago
Türkischer Kangal auf einem Weg
Der Kangal heißt in seiner Heimat Türkei Coban Köpegi und ist dort ein beliebter Herdenschutzhund. Er verteidigt seine Herden vor Raubtieren aller Art und geht in dieser Aufgabe völlig auf. In der Stadt oder als normales Familienhaustier wird er leider häufig verhaltensauffällig. Die maximale Größe liegt bei etwa 80 Zentimetern (Widerrist) – bei Rüden und Weibchen. © Berkay/Imago
Pyrenäen-Berghund auf einer Wiese
Ähnlich wie der Kangal ist auch der Pyrenäen-Berghund ein Herdenschützer. Er stammt aus Frankreich und schützt dort in den Bergen seine Herde vor tierischen Bedrohungen. Sie sind intelligent und treffen immer wieder eigene Entscheidungen. Das macht sie für ihren Job ideal, als Halter könnte man damit aber schnell überfordert werden.  © gebut/Imago
Leonberger Welpe auf Steinen
Schon die Welpen der Rasse Leonberger erinnern ein bisschen an Bären. Ausgewachsen werden die Rüden bis 80 Zentimeter groß, die Hündinnen bis 75 Zentimeter. Die Rasse ist vergleichsweise jung: In den 40er-Jahren (19. Jhd.) wurden die Rassen Bernhardiner und Neufundländer miteinander gekreuzt. Herausgekommen ist ein mutiger Familienhund mit Wachhund-Eigenschaften. © Danita Delimont/Imago
Bernhardiner auf einem Sofa
Bernhardiner, oder auch St. Bernardshunde, wurden der breiten Masse besonders durch den Kultfilm „Beethoven“ bekannt. Rüden haben ein Höchstmaß von bis zu 90 Zentimetern, Weibchen können gut und gerne 80 Zentimeter erreichen. In den Walliser Alpen wurden sie als Rettungshunde eingesetzt. Diesen Beruf nehmen einige von ihnen immer noch wahr, andere genießen ihr Leben als Couchpotato und Familienhund. © Cavan Images/Imago

Diese Faktoren erhöhen die Chancen auf ein langes, gesundes Leben

Wollen Sie sich lange an Ihrem vierbeinigen Freund erfreuen, sollten Sie also eher eine kleine Rasse auswählen und auf Tiere verzichten, die von einer Überzüchtung betroffen sein könnten. Damit Ihr Hund lange gesund bleibt, ist es entscheidend, dass Sie seinen Bedürfnissen gerecht werden. Gerade Terrier oder Hütehunde wie der Border Collie sind sehr aktiv und brauchen viel Bewegung.

Mit der richtigen Ernährung vermeiden Sie gefährliches Übergewicht und versorgen Ihr Tier mit den nötigen Nährstoffen. Achten Sie darauf, dass Senioren ein anderes Futter benötigen als der Junior. Kastrierte Rüden haben zudem eine höhere Lebenserwartung als unkastrierte. Wenn Sie jetzt noch Ihren alternden Gefährten regelmäßig zur Kontrolle beim Tierarzt bringen, stehen die Chancen auf ein langes Leben gut. Die Formel „Hundejahre mal sieben ergibt Menschenjahre“ ist übrigens nur bedingt richtig. Bedenken Sie: Größere Hunde altern schneller als kleine und müssen früher als Rentner behandelt werden.

Neue Studie zur Lebenserwartung von Hunden

Kleine Hunde mit länglicher Schnauze wie beispielsweise Zwergdackel haben die höchste Lebenserwartung, berichten Wissenschaftler in einer Studie, die am 01. Februar 2024 in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde. Ausgewertet wurden die Daten von 150 Hunderassen und 580.000 Fellnasen. Rüden mittelgroßer Rassen mit flacher Schnauze leben demnach am kürzesten.

Kleine reinrassige Hunde mit länglichem Schädel wie der Zwergdackel oder der Shetland Sheepdog hatten den Experten zufolge mit 13,3 Jahren die höchste durchschnittliche Lebenserwartung. Mittelgroße Hunde mit flachem Schädel, wie die Englische Bulldogge, hatten mit 9,1 Jahren für Rüden und 9,6 Jahren für Hündinnen die niedrigste durchschnittliche Lebenserwartung.

Insgesamt leben Hündinnen mit 12,7 Jahren im Schnitt ein wenig länger als Rüden (12,4 Jahre). Darüber hinaus haben nach den Auswertungen des britischen Forscherteams reinrassige Hunde mit 12,7 Jahren eine höhere mediane Lebenserwartung als Mischlinge (12,0 Jahre). Die Gruppe der Mischlinge umfasst sowohl reinrassige Kreuzungen wie den Labradoodle aus Labrador und Pudel als auch Hunde unbekannter Abstammung.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/IMAGO

Kommentare