Darum leiden Männer mehr unter Erkältungen als Frauen
VonJuliane Gutmann
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Sie nehmen die „Männergrippe“ Ihres Partners eher selten ernst? Die Forschung zeigt: Tatsächlich haben Männer schwerer mit Infekten zu kämpfen.
Die Nase läuft, der Kopf brummt: Nicht wenige Frauen stemmen ihren Alltag inklusive Kinderbetreuung, Job und Haushalt auch dann, wenn sie eigentlich ins Bett gehören. Männer dagegen liegen beim kleinsten Wehwehchen flach – soweit das Vorurteil. Doch ganz unrealistisch ist dieses Szenario nicht, wie neuere Forschungsergebnisse zeigen. So konnten Wissenschaftler nachweisen, dass das Immunsystem von Frauen effektiver gegen Krankheitserreger vorgeht als bei Männern – und sie so vor schweren Krankheitsverläufen besser geschützt sind als das männliche Geschlecht.
Das Leiden wegen eines „Männerschnupfens“ wird oft als übertrieben abgetan – doch neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Männer tatsächlich mehr unter Krankheiten leiden könnten. (Symbolbild)
Gesundheitsdaten, die während der Coronapandemie in Krankenhäusern gesammelt wurden, zeigen, dass Männer häufiger schwer an Covid-19 erkrankten. Unter ihnen kam es häufiger zu Klinikaufenthalten aufgrund der Infektion. Auch verlief die Ansteckung mit Sars-CoV-2 bei ihnen häufiger tödlich. Unter anderem diese Beobachtungen führten dazu, dass sich Wissenschaftler intensiver mit der Frage befassten, ob und warum es diese geschlechterspezifischen Unterschiede gibt. Den Hormonen kommt hier eine gewichtige Rolle zu.
Immunsystem stärken und so Grippe bis Corona vorbeugen – acht einfache Regeln
So kommen die Verfasser einer Übersichtsarbeit mit dem Titel „Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Schweregrad und Folgen von Covid-19: Sind Männer schwächer oder Frauen stärker?“ zu dem Schluss: „Geschlechtshormone, einschließlich Androgene und Östrogene, können nicht nur das Eindringen des Virus und die Viruslast beeinflussen, sondern auch die klinischen Manifestationen, Komplikationen und letztlich den Ausgang der Krankheit“. Der hormonelle Einfluss beschränkt sich dabei nicht auf Covid-19. Auch andere Infektionskrankheiten treffen Männer in der Regel härter als Frauen. So sind in schweren Influenzawellen verhältnismäßig mehr Männer als Frauen gestorben.
Weibliches Immunsystem arbeitet effektiver gegen Viren und Bakterien
Das liegt nach aktuellem Kenntnisstand vor allem am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen. Dieses schützt Frauen vor schweren Krankheitsverläufen, weil es das Immunsystem aktiviert. So konnten Forschende dem WDR-Format Quarks Daily zufolge nachweisen, dass Immunzellen wie Fress- und Killerzellen bei Frauen aktiver und effektiver gegen Krankheitserreger vorgingen als bei Männern. Doch auch das Hormon Testosteron ist allem Anschein nach maßgeblich verantwortlich dafür, wie schwer ein Infekt verläuft. So hatten Männer, die schwer an Covid-19 erkrankt waren, niedrige Testosteronspiegel.
Tipp: Männer können ihr Testosteron auf natürliche Weise steigern, zum Beispiel durch Krafttraining – das zeigen Studien. Sollten Sie Einsteiger ins Muskelaufbau-Training sein, können Sie sich an unserem Trainingsplan für Fitness-Anfänger orientieren. Diesen können Sie sich kostenlos in der PDF-Bibliothek herunterladen.
Dass das Immunsystem von Frauen tendenziell besser funktioniert als das von Männern, könnte auch evolutionsbiologische Gründe haben. Denn um den Fortbestand zu sichern, mussten schwangere Frauen besonders gut gegen Krankheitserreger gewappnet sein. Doch dieses Phänomen hat auch Schattenseiten. So leiden Frauen häufiger an Autoimmunkrankheiten: Ihr besonders aktives Immunsystem ist eher gefährdet, überzureagieren und fälschlicherweise eigene Körperzellen und -gewebe anzugreifen.