Abnehmen: Immer mehr Menschen in Deutschland sind adipös
VonAnna Katharina Küsters
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Eine Datenerhebung der Krankenkasse KKH zeigt, dass in Deutschland immer mehr Menschen krankhaft zu viel wiegen. Die Ursachen sind vielfältig.
Extremes Übergewicht kann sowohl starken Einfluss auf die körperliche wie auch mentale Gesundheit haben. Selten lässt sich Adipositas dabei mit einer einfachen Ernährungs- oder Bewegungsumstellung bekämpfen. Die Ursachen für die Krankheit sind vielfältig, weswegen eine Behandlung immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin geschehen sollte, um langfristig erfolgreich zu sein. Sich auf eigene Faust einer strikten Diät zu unterziehen, ist in der Regel keine nachhaltige Lösung.
Eine Datenerhebung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) zeigt eindeutig, dass der Anteil krankhaft übergewichtiger Menschen in Deutschland zunimmt. Unter den Kundinnen und Kunden der KKH leidet fast jeder Neunte an Adipositas – Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die KKH vergleicht dabei auch die Datenlage von 2012 mit der von 2022 und stellt fest: Der Anteil adipöser Menschen unter ihren Kundinnen und Kunden ist in diesen zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen. Dabei besonders betroffen sind Personen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt.
Die Daten des Robert-Koch-Instituts unterstreichen diesen Trend. Zwar sei der Prozentsatz an Menschen mit Übergewicht 2022 sehr ähnlich zu dem von 2012. Die Prävalenz für Adipositas habe sich allerdings erhöht. Dabei seien besonders Menschen zwischen 45 und 64 Jahren betroffen.
Gesundheitssystem immer mehr gefordert
Es zeigt sich also, dass Übergewicht und Adipositas in der deutschen Gesellschaft zunehmend zum Problem wird. Das ist insofern bedeutend, als dass diese Krankheit für die meisten Menschen noch viele weitere Folgeerkrankungen nach sich zieht oder mit sich bringt. Laut der Adipositas Gesellschaft zählen dazu beispielsweise schon ab der ersten von drei Adipositas-Stufen:
Krebserkrankungen
Hüftgelengs-Arthrose
Rückenschmerzen
Unfruchtbarkeit
Für Stufe zwei und drei kommen dann zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Gicht, Refluxstörungen oder Insulinresistenzen hinzu. Erkranken also immer mehr Menschen an Adipositas, ist auch das Gesundheitssystem immer mehr gefordert, was auf Dauer zu einer Überlastung und dann zum Nachteil aller sein könnte.
Die Gründe für Übergewicht oder Adipositas sind vielfältig und meist nicht auf einen Auslöser zurückzuführen. So ist die genetische Veranlagung ein Punkt, Stress, Schlafmangel, Depressionen, Essstörung und Mangel an Bewegung sowie wenig Kenntnis über einen gesunden Lebensstil sind alles Ausgangspunkte, die Einfluss auf das Gewicht haben können. Da die Krankheit also so vielseitig sein kann, hilft in der Regel auch nicht eine einmalige Diät. Vielmehr muss das Abnehmen ärztlich begleitet sein.
Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken
Betroffene leiden immer noch stark unter der gesellschaftlichen Stigmatisierung durch ihr Umfeld. Der Irrglaube, die Personen seien oft einfach zu faul und nicht willig, besser zu essen und sich mehr zu bewegen, setzt die Patientinnen und Patienten nicht nur unter Druck, sondern erhöht auch ihr Leiden, wenn das Gewicht einfach nicht runtergehen will. Depressionen sind dann häufig die Folgen, was es in der Regel noch erschwert, kontrollierter zu leben. Unterstützung und Akzeptanz der Gesellschaft und besonders des nahen Umfelds sind somit zwei wichtige Punkte bei der Behandlung von übergewichtigen oder adipösen Menschen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.