Starkes Übergewicht

Abnehmen: Immer mehr Menschen in Deutschland sind adipös

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Eine Datenerhebung der Krankenkasse KKH zeigt, dass in Deutschland immer mehr Menschen krankhaft zu viel wiegen. Die Ursachen sind vielfältig.

Extremes Übergewicht kann sowohl starken Einfluss auf die körperliche wie auch mentale Gesundheit haben. Selten lässt sich Adipositas dabei mit einer einfachen Ernährungs- oder Bewegungsumstellung bekämpfen. Die Ursachen für die Krankheit sind vielfältig, weswegen eine Behandlung immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin geschehen sollte, um langfristig erfolgreich zu sein. Sich auf eigene Faust einer strikten Diät zu unterziehen, ist in der Regel keine nachhaltige Lösung.

Übergewicht im Vergleich zu 2012 verbreiteter

Der Anteil an Menschen mit Adipositas in Deutschland nimmt zu.

Eine Datenerhebung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) zeigt eindeutig, dass der Anteil krankhaft übergewichtiger Menschen in Deutschland zunimmt. Unter den Kundinnen und Kunden der KKH leidet fast jeder Neunte an Adipositas – Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die KKH vergleicht dabei auch die Datenlage von 2012 mit der von 2022 und stellt fest: Der Anteil adipöser Menschen unter ihren Kundinnen und Kunden ist in diesen zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen. Dabei besonders betroffen sind Personen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt.

Die Daten des Robert-Koch-Instituts unterstreichen diesen Trend. Zwar sei der Prozentsatz an Menschen mit Übergewicht 2022 sehr ähnlich zu dem von 2012. Die Prävalenz für Adipositas habe sich allerdings erhöht. Dabei seien besonders Menschen zwischen 45 und 64 Jahren betroffen.

Gesundheitssystem immer mehr gefordert

Es zeigt sich also, dass Übergewicht und Adipositas in der deutschen Gesellschaft zunehmend zum Problem wird. Das ist insofern bedeutend, als dass diese Krankheit für die meisten Menschen noch viele weitere Folgeerkrankungen nach sich zieht oder mit sich bringt. Laut der Adipositas Gesellschaft zählen dazu beispielsweise schon ab der ersten von drei Adipositas-Stufen:

  • Krebserkrankungen
  • Hüftgelengs-Arthrose
  • Rückenschmerzen
  • Unfruchtbarkeit

Für Stufe zwei und drei kommen dann zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Gicht, Refluxstörungen oder Insulinresistenzen hinzu. Erkranken also immer mehr Menschen an Adipositas, ist auch das Gesundheitssystem immer mehr gefordert, was auf Dauer zu einer Überlastung und dann zum Nachteil aller sein könnte.

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Einfache Diät meistens keine Lösung

Die Gründe für Übergewicht oder Adipositas sind vielfältig und meist nicht auf einen Auslöser zurückzuführen. So ist die genetische Veranlagung ein Punkt, Stress, Schlafmangel, Depressionen, Essstörung und Mangel an Bewegung sowie wenig Kenntnis über einen gesunden Lebensstil sind alles Ausgangspunkte, die Einfluss auf das Gewicht haben können. Da die Krankheit also so vielseitig sein kann, hilft in der Regel auch nicht eine einmalige Diät. Vielmehr muss das Abnehmen ärztlich begleitet sein.

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Betroffene leiden immer noch stark unter der gesellschaftlichen Stigmatisierung durch ihr Umfeld. Der Irrglaube, die Personen seien oft einfach zu faul und nicht willig, besser zu essen und sich mehr zu bewegen, setzt die Patientinnen und Patienten nicht nur unter Druck, sondern erhöht auch ihr Leiden, wenn das Gewicht einfach nicht runtergehen will. Depressionen sind dann häufig die Folgen, was es in der Regel noch erschwert, kontrollierter zu leben. Unterstützung und Akzeptanz der Gesellschaft und besonders des nahen Umfelds sind somit zwei wichtige Punkte bei der Behandlung von übergewichtigen oder adipösen Menschen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Erich Teister/Imago

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