Übertragung von Krankheiten

Erhöhtes Risiko, sich in Deutschland mit Dengue-Fieber zu infizieren? Wie man der Erkrankung vorbeugen kann

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Die Tigermücke kann verschiedene krankmachende Erreger auf den Menschen übertragen und beispielsweise Dengue-, Chikungunya-, West-Nil- sowie Zika-Fieber auslösen. In den meisten Fällen handelt es sich um Personen, die nach der Rückkehr von einer Asien- oder Südamerika-Reise die Erkrankung mitbringen.
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Feuchtwarme Tage bedeuten verstärkt Mückenzeit. Neben den gewöhnlichen Stechmücken fürchten sich viele vor der Ausbreitung derer, die durch ihren Stich Erkrankungen übertragen können.

Sie hat eine auffällige, schwarz-weiße Musterung und kann kleiner als eine gewöhnliche Stechmücke erscheinen: die Asiatische Tigermücke. Ein Stich dieses kleinen Insekts birgt allerdings mitunter schwere gesundheitliche Folgen. Bis zu zwanzig verschiedene krankmachende Viren soll die Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen können, darunter das Dengue-Virus. Sie gilt als wesentlich aggressiver, auch tagsüber, im Vergleich zur heimischen Mücke und ihr Stich löst nicht nur Symptome wie starke Schwellungen und äußerst schmerzhafte Hautirritationen aus.

In Südeuropa, beispielsweise Frankreich und Kroatien, ist es laut Umweltbundesamt (UBA) in den vergangenen Jahren wiederholt zu Krankheitsfällen von Dengue-Fieber gekommen. Auch für Deutschland gilt schon jetzt das Auftreten der Tigermücke als potenzielles Risiko für die menschliche Gesundheit. Was man tun kann, um sich vor Tigermücken und möglichen Erregern wie dem Dengue-Virus hierzulande zu schützen.

Ausbreitung der Tigermücke in Deutschland

Die Asiatische Tigermücke zeichnet sich durch eine starke ⁠Anpassungsfähigkeit⁠ aus – unter anderem aufgrund ihrer gegen Austrocknung resistenten Eier – wodurch sie auch in Europa mittlerweile in rund 26 Ländern nachgewiesen werden konnte. Aufgrund der nach der Corona-Pandemie wieder steigenden Zahlen in tropische Reiseländer und im Hinblick auf klimatische Veränderungen könnte sich die Asiatische Tigermücke auch in Deutschland ansiedeln und verstärkt ausbreiten. Das Umweltbundesamt (UBA) bezieht sich dabei auch auf Berichte einer erfolgreichen Überwinterung der Asiatischen Tigermücke beispielsweise in Baden-Württemberg.

Experten schätzen das Risiko einer Übertragung von Viren durch die Asiatische Tigermücke hierzulande bisher als verhältnismäßig gering ein. Denn eine Übertragung zum Beispiel des Dengue-Fieber-Virus ist am ehesten möglich, wenn die Tigermücke zeitgleich in ausreichender Dichte dort auftritt, wo sich auch bereits infizierte Personen aufhalten – dies ist in tropischen Ländern eher der Fall. Bereits infizierte Menschen dienen den Mücken, die noch keine Träger des Virus sind, als Reservoir, um den Erreger durch einen Stich weiterzugeben. Dabei können auch nur die weiblichen Tigermücken die Erkrankung übertragen. Dengue-Fieber verläuft in den meisten Fällen mild, Todesfälle sind möglich, aber selten.

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Zehn Mücken und Bremsenarten, um die Sie einen großen Bogen machen sollten

Gemeine Stechmücke (Culex pipiens)
Die zu den Hausmücken zählende Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist eine der häufigsten Arten in Deutschland. Sie kann vermutlich Viren von Vögeln auf den Menschen übertragen. © Westend61/Imago
Kriebelmücke auf Grashalm
Sie sieht aus wie eine Fliege: Spätestens, wenn eine der 57 Kriebelmückenarten in Deutschland schmerzhaft zubeißt, erkennt man seinen Irrtum. Es folgen starker Juckreiz, Schwellungen oder sogar Blutergüsse.  © Pond5 Images/Imago
Zwei Tigermücken auf Haut, eine mit Blut vollgesaugt
Die invasive Tigermücke wurde erstmals im Jahr 2007 in Deutschland nachgewiesen. Heute gibt es sie schon in mehreren Bundesländern. Sie trägt eine schwarz-weiße Musterung mit fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen – und kann das Chikungunya- und Dengue-Virus auf den Menschen übertragen. © agefotostock/Imago
Ringelmücke Culiseta annulata an Blüte
Die sehr häufige Ringelmücke (Culiseta annulata) wird mit ihren etwa 13 Millimetern Körpergröße und den weißen Streifen oft mit der Tigermücke verwechselt. Ihr Stich ist sehr schmerzhaft. © blickwinkel/Imago
Asiatische Buschmuecke, Japanischer Buschmoskito Aedes japonicus
Ursprünglich in Asien heimisch, ist der Japanische Buschmoskito (Aedes japonicus) seit 2008 auch in Deutschland etabliert. Die Mücke könnte das West-Nil-Virus, das Dengue- und das Chikungunya-Virus übertragen. © blickwinkel/Imago
Stechmücke Aedes vexans
Die auch „Rheinschnake“ genannte Stechmücke Aedes vexans tritt in Feuchtgebieten und bei Überschwemmungen massenhaft auf. Sie kann das West-Nil-Virus übertragen. © blickwinkel/Imago
Gnitze, Bartmücke ( Ceratopogonidae ) auf Blatt
Die dämmerungs- und nachtaktiven Gnitzen (Bartmücken) sind mit etwa drei Millimetern sehr klein, mit rund 200 Arten in Deutschland aber auch sehr zahlreich. Stiche sind ziemlich schmerzhaft. © STAR-MEDIA / Imago
Pferdebremse (Tabanus sudeticus) sitzt auf einem Blatt
Eigentlich sieht die Pferdebremse (Tabanus sudeticus) eher unscheinbar aus. Aber ebenso wie die Rinderbremse kann sie mit ihren großen Mundwerkzeugen sehr empfindlich stechen. Erst entstehen Quaddeln, dann eine stark juckende Rötung. © IMAGO/M. Woike
Regenbremse (Haematopota pluvialis)
Die Regenbremse (Haematopota pluvialis) ist hierzulande die häufigste Bremsenart. Theoretisch kann sie Borreliose übertragen, daher sollte man Einstichstellen im Auge behalten. © Karina Hessland/Imago
Goldaugenbremse (Chrysops relictus)
An ihren schillernden Augen erkennt man die Goldaugenbremse (Chrysops relictus) recht gut. Sie bevorzugt beim Stechen die Hals- und Kopfregion. Juckende Stellen nicht aufkratzen! © Pond5 Images/Imago

Dennoch sollten auch Menschen in Deutschland dafür sensibilisiert sein, bei Stichen soweit möglich ein Augenmerk auf die Mücke zu haben sowie bei auffälligen Symptomen und Beschwerden nach einem oder mehreren Stichen zum Arzt zu gehen.

Mückenstichen gezielt vorbeugen

Stechmücken können ihre Beute regelrecht riechen. Dafür nutzen sie ein spezielles Sinnesorgan an der Basis ihrer Antennen, über das sie Luftschwingungen, Wärme- und Feuchtigkeitsunterschiede, Kohlendioxid sowie Duftstoffe wahrnehmen. Obwohl die Asiatische Tigermücke auch Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien anstechen kann, bevorzugt sie den Menschen als Wirt, so die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz.

Um Stichen von Mücken vorbeugen zu können, wird empfohlen, sich an sechs Schutzmaßnahmen zu halten:

  • Richtige Kleidung wählen: Möglichst langärmelige Hemden, lange Hosen und helle Kleidung wählen – dies wird auch zur Vorbeugung von Zeckenstichen empfohlen. Die Asiatische Tigermücke geht eher auf dunkle Farben.
  • Insektenschutzmittel (Repellentien) einsetzen: Bieten für eine bestimmte Zeit einen guten Schutz vor Mücken und können auf der Haut sowie der Kleidung aufgetragen werden.
  • Fliegengitter anbringen: Durch feinmaschige Gitter an Fenstern und Balkontüren kann verhindert werden, dass Mücken in den Wohnbereich eindringen.
  • Klimaanlage oder Ventilator zur Abwehr von Mücken: Der Effekt der durchwirbelten Luft durch die Klimaanlage oder des Ventilators kann Mücken das Auffinden von Geruchsquellen und somit des Blutwirts erschweren.
  • Auf starke Duftstoffe eher verzichten: Stark duftende Parfüms, Deos und Cremes können Stechmücken besonders gut anlocken.
  • Stehendes Wasser vermeiden: Um bereits das Laichen der Insekten zu unterbinden, empfiehlt es sich, stehende Gewässer im Freien oder Garten in Eimern oder Gießkannen zu vermeiden – dies sind ideale Brutstätten für Mücken, so auch die Tigermücke. Regenfässer und Vogeltränken sollten mindestens einmal pro Woche vollständig entleert werden.

Eine Impfung gegen Dengue-Fieber ist verfügbar und wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Ständigen Impfkommission (STIKO) unter bestimmten Voraussetzungen als Reiseimpfung empfohlen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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