Depression: mindestens ein Hauptmerkmal und fünf Begleitsymptome sind erkennbar
VonNatalie Hull-Deichsel
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Depressionen rechtzeitig bemerken, um das Leid der Betroffenen zu verringern und ernste Folgen zu umgehen – achten Sie auf folgende Anzeichen.
Depressionen sind ernstzunehmende Erkrankungen, die tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben können. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um rechtzeitig mit der Behandlung beginnen zu können sowie das Risiko schwerwiegender Folgen idealerweise zu verringern. Doch wie erkennt man eine Depression? Die Diagnosekriterien sehen laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidpräventionvor, dass mindestens ein Hauptsymptom und fünf Begleitsymptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bestehen müssen, um eine Depression zu diagnostizieren.
Zwei charakteristische Hauptsymptome einer Depression
Die Diagnose „Depression“ wird meist eher bei Frauen gestellt als bei Männern, was möglicherweise auch daran liegt, dass Männer eher unspezifische Symptome der Erkrankung zeigen und wegen dieser weniger zum Arzt gehen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer der Männer in Deutschland aus, die eine Depression entwickeln. (Symbolbild)
Depressionen können sich in unterschiedlicher Ausprägung äußern – von leicht bis mittelschwer oder schwer, je nachdem, wie stark die Symptome zum Tragen kommen und wie sehr sie den individuellen Alltag beeinträchtigen. Nicht unbedingt treten bei jedem alle Symptome in gleichem Maße auf, Depressionen äußern sich von Person zu Person unterschiedlich. „Liegen über zwei Wochen oder länger mindestens fünf Symptome, darunter mindestens ein Hauptsymptom vor, wird die Diagnose Depression gestellt“, heißt es auf der Webseite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.
Es gibt zwei Hauptsymptome einer Depression, die sich wie folgt äußern können:
Gedrückte, depressive Stimmung
Verlust von Freude oder Desinteresse an täglichen Aktivitäten
Betroffene berichten oft von einer inneren Leere oder dem Gefühl, wie „versteinert“ zu sein. Diese Symptome können das Leben stark beeinträchtigen, da sie die Fähigkeit zur Teilnahme am sozialen Leben und zur Ausübung beruflicher Tätigkeiten erheblich einschränken können.
Erste Hinweise auf eine Depression kann schon der einfache Zwei-Fragen-Test zeigen. Können Sie beide Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie sich an einen Arzt oder Psychologen wenden. Depressive Zustände sollten dringend professionell abgeklärt werden.
Depression erkennen: vielfältige Begleitbeschwerden sind möglich
Zusätzlich zu den Hauptsymptomen können zahlreiche Begleitbeschwerden auftreten – acht Zusatzsymptome sind typisch, mindestens fünf davon liegen bei Menschen mit einer Depression vor. Dazu zählen:
Antriebslosigkeit
Verminderte Konzentration
Schlafstörungen
Veränderter Appetit
Psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung
Schuldgefühle
Hoffnungslosigkeit
Suizidgedanken
Betroffene beschreiben nicht selten auch eine gewisse Form der Unfähigkeit, schnelle Entscheidungen in alltäglichen Situationen zu treffen, beispielsweise beim Einkaufen („Was soll ich nur für ein Brot nehmen?“).
Frühzeitige Diagnose und Behandlung einer Depression
Eine ärztliche Untersuchung ist unverzichtbar, um Depressionen von anderen Erkrankungen, beispielsweise Schilddrüsenstörungen oder Demenz, abzugrenzen. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung ist entscheidend, um schwerwiegende Folgen wie ein möglicher Schlaganfall als Folge der Depression zu vermeiden. Unbehandelt kann sich eine Depression über Monate hinziehen und das Risiko für Rückfälle erhöhen. Die Behandlung umfasst oft eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.