VonNatalie Hull-Deichselschließen
Depressionen bei Jugendlichen sind keine Seltenheit und oft schwer zu erkennen. Erfahren Sie, welche Symptome auf die Erkrankung hindeuten und wann Handlungsbedarf besteht.
Depressionen betreffen nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Jugendliche. Die Pubertät ist eine herausfordernde Zeit, in der Stimmungsschwankungen und emotionale Turbulenzen normal sind. Doch wann handelt es sich um eine ernstzunehmende Depression? Mögliche Warnsignale sollten Eltern und Bezugspersonen kennen.
Depressionen bei jungen Menschen: Welche Anzeichen darauf hindeuten
Depressionen bei Jugendlichen manifestieren sich häufig anders als bei Erwachsenen. Während Traurigkeit und Rückzug zu den typischen Anzeichen zählen, können Jugendliche auch mit Wut, Reizbarkeit und sogar körperlichen Beschwerden reagieren. Wenn bestimmte Symptome zwei Wochen oder länger anhalten, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
Symptome, die auf eine Depression bei jungen Menschen hindeuten können:
- Ständige Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit: Jugendliche mit Depressionen fühlen sich oft anhaltend traurig, leer oder hoffnungslos. Sie können den Eindruck haben, dass sich nichts zum Besseren wenden wird.
- Reizbarkeit und Wutausbrüche: Anstelle von Traurigkeit können auch Wut und Reizbarkeit dominieren. Jugendliche erscheinen dann besonders leicht reizbar und können mit unverhältnismäßigen Wutausbrüchen reagieren.
- Rückzug und Isolation: Depressive Jugendliche ziehen sich häufig von Freunden und Familie zurück. Aktivitäten und Hobbys, die früher Spaß gemacht haben, verlieren an Bedeutung und Interesse.
- Veränderungen im Schlaf- und Essverhalten: Schlafstörungen wie Insomnie oder exzessives Schlafen sind ebenfalls häufig. Ebenso kann es zu deutlichen Veränderungen im Essverhalten kommen, sei es durch übermäßiges Essen oder Appetitlosigkeit.
- Leistungsabfall in der Schule: Ein plötzlicher Rückgang der schulischen Leistungen oder Probleme mit Konzentration und Gedächtnis können ebenfalls Hinweise auf eine Depression sein.
- Körperliche Beschwerden: Depressive Jugendliche klagen oft über körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder andere unspezifische Schmerzen, für die keine medizinische Ursache gefunden wird.
- Selbstverletzendes Verhalten und Suizidgedanken: In schweren Fällen kann es zu selbstverletzendem Verhalten oder Suizidgedanken kommen. Diese Anzeichen erfordern sofortige professionelle Hilfe.
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Was sollten Bezugspersonen tun, wenn sie eine Depression bei Jugendlichen vermuten?
Wenn Eltern, Verwandte, Freunde oder Lehrer den Verdacht haben, dass ihr Kind oder ihr Schüler an einer Depression leidet, sollten sie das Gespräch suchen. „Sprechen Sie Ihr Kind darauf an, dass fast jeder mal Zeiten von gedrückter Stimmung kennt, dass Sie aber den Eindruck haben, dass dies bei ihm oder ihr nun schon länger anhält. Bieten Sie an, nun jemanden einzuschalten, der sich damit gut auskennt und der helfen kann. Das kann der Kinderarzt sein, aber auch ein Kinder- und Jugendpsychiater oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, vielleicht auch der Schulsozialarbeiter“, rät Professor Martin Holtmann, ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LWL-Universitätsklinik Hamm gegenüber dem Diskussionsforum Depression e. V. berichtet.
Digitale Angebote können Jugendliche mit Depressionen zusätzlich unterstützen
Das Informationsportal FIDEO (“Fight Depression Online“) bietet auch online Hilfe. Das Diskussionsforum Depression e. V. hat die Webseite fideo.de ins Leben gerufen, um Jugendliche ab 14 Jahren über die Erkrankung aufzuklären, Vorurteile abzubauen und Unterstützung bei der Krankheit Depression zu ermöglichen. Über die Webseite können sich junge Menschen zudem per Chat miteinander austauschen, ihre Erfahrungen teilen und einander unterstützen. Zusätzlich zu den jugendspezifischen Inhalten gibt es auf FIDEO auch einen Bereich, der sich an Familien, Schulen und Freundeskreise richtet, um sie im Umgang mit betroffenen Jugendlichen zu unterstützen, so das Portal Kinder- und Jugendhilfe.
Sie sind depressiv? Bei der Telefon-Seelsorge bekommen Sie rund um die Uhr Hilfe – an jedem Tag im Jahr: Rufen Sie 0800 1110111 oder 0800 1110222 an. Der Anruf ist kostenfrei. Ihre Telefonnummer wird nicht übertragen und Sie müssen Ihren Namen nicht sagen. Das Gespräch dauert so lange wie nötig.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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