Gefühle nach der Geburt

Depression oder Baby Blues: Welche Mutter gefährdet ist

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Das Baby ist da! Ein neuer, schöner Lebensabschnitt kann beginnen – eigentlich. Eine enge Bindung kann zunächst schwerfallen, wenn Mütter eine Depression entwickeln.

Viele schwangere Frauen und ihre Partner sowie frisch gebackene Eltern stolpern im Rahmen ihrer Familienplanung auch über die Themen Baby Blues und Depression nach der Geburt. Die meisten werden sich wahrscheinlich zunächst denken, dass es sie nicht „treffen“ wird. Doch Tatsache ist, dass auch Mütter davon betroffen sein können, die es möglicherweise nicht vermuten. Während sich manche (werdende) Mütter nicht vorstellen können, keine enge Bindung zu ihrem Kind zu entwickeln, so ist es für andere Frauen wiederum bereits während der Schwangerschaft schwierig, sich den neuen Lebensabschnitt vorzustellen. Beide Empfindungen sind nicht ungewöhnlich, ist es doch gerade für Erstgebärende eine komplett neue Welt, die sie „betreten“. In manchen Fällen kann auch die Geburt ein Auslöser für eine Depression sein.

Depression oder Baby Blues: Welche Mutter gefährdet ist

Depression mit der Geburt betrifft nicht wenige Frauen, doch nur wenige können damit umgehen oder darüber sprechen. (Symbolbild)

Baby Blues und postnatale Depression – Wo ist der Unterschied? Der sogenannte Babyblues tritt meist in den ersten Tagen nach der Geburt auf. Viele Frauen überkommt es dann schlagartig, ein trauriges, überforderndes Gefühl, meist ab dem Zeitpunkt, wenn sie zu Hause auf sich gestellt sind. Bei etwa 75 Prozent der werdenden Mütter kann es nach der Entbindung zu einem Babyblues kommen, der in den meisten Fällen nach wenigen Tagen vorübergeht.

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Die neuen Aufgaben mit dem Kind können manche Mütter mental überfordern und belasten – so stark, dass sie nicht selten alleine aus dieser Spirale nicht mehr heraus kommen. Situationen, in denen das Neugeborene fortlaufend schreit, Mütter sich erschöpft fühlen, unter Schlafmangel leiden, verstärken die depressiven Gedanken noch zusätzlich. Dabei hat sich in einer Studie gezeigt, dass es für das Kind nicht schädlich ist, wenn Eltern nicht immer und sofort nach ihrem Nachwuchs sehen. Ganz im Gegenteil: Kinder würden mit den Monaten ruhiger, wenn ihre Eltern sie auch mal schreien ließen und nicht sofort kontrollierten, sobald sie weinten.

Depression nach der Geburt: Postnatal oder postpartal?

Der häufig verwendete Begriff „postnatal“ ist streng genommen in Bezug auf die Mutter nicht korrekt gewählt. Denn mit postnatal beschreibt man die Zeit nach der Geburt, bezogen auf das Kind. Postpartal hingegen ist der Zeitraum nach der Entbindung, von der Mutter ausgehend. Die medizinisch korrekte Bezeichnung ist demnach „Postpartale Depression“.

Depression: Mit zehn Lebensmitteln die Psyche stabilisieren

Äpfel
Nährstoffe beeinflussen unseren Gehirnstoffwechsel und sorgen für ein Gleichgewicht der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Sie regulieren körperliches Wohlbefinden, Glücksgefühle, Stressempfinden oder die Stimmung. Deshalb ist für Patienten mit Depression eine gesunde Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln, vielen wichtigen Nährstoffen und guten Fetten wichtig. Sie kann dem Körper dabei helfen, die Balance wiederherzustellen. Äpfel liefern beispielsweise Bausteine für die Herstellung von Noradrenalin und können so die Psyche unterstützen. © Dieter Heinemann/IMAGO
Ananas
Noradrenalin ist vor allem in Stresssituationen wichtig. Es sorgt dafür, dass man sich aufmerksam und leistungsfähig fühlt. Ananas kann bei der Herstellung von Noradrenalin helfen und somit die Psyche unterstützen. © photo-poster/IMAGo
Hafer
Wenn es um Noradrenalin geht, dann kann auch Hafer bei der Produktion des Neurotransmitters und bei der Linderung von Depressionen helfen. Das Getreide liefert die nötigen Bausteine für seinen Aufbau. Hafer und Haferflocken sind außerdem glutenarm und gleichzeitig deutlich nährstoffreicher als alle anderen Getreidearten. © Timmary/IMAGO
Bananen
Bananen liefern nicht nur Bausteine für den Aufbau von Noradrenalin, sondern fördern auch die Produktion von Dopamin. Der Neurotransmitter ist auch als „Botenstoff des Glücks“ bekannt. Ein Mangel an dem Glückshormon kann zu den Ursachen einer Depression zählen. © OZMedia/IMAGO
Paprika
Paprika ist voll von Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt, die Aufnahme von Eisen in den Blutkreislauf verbessert und antioxidativ wirkt. Es senkt somit nicht nur das Risiko für Krebs, sondern kann auch die Produktion von Dopamin anregen und bei Depressionen helfen. © algae/IMAGO
Karotten im Supermarkt
Genauso wie Bananen und Paprika können auch Karotten die Produktion von Dopamin fördern. Sie unterstützen jedoch nicht nur bei Depressionen, sondern stärken auch das Immunsystem und können eine Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blut verhindern. © Ute Grabowsky/photothek.de/IMAGO
Avocado
Avocados schmecken nicht nur gut, sondern sind ebenfalls förderlich für die Produktion von Dopamin.  © imago stock&people/IMAGO
Mandeln
Auch Serotonin zählt zu den Botenstoffen, die unter anderem unsere Stimmung oder unser Stressempfinden regulieren. Mandeln können dafür sorgen, dass Ihr Serotoninspiegel ansteigt. © Science Photo Library/IMAGO
Eine Frau isst ein Stueck Schokolade.
Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 80 Prozent ist gut für Ihren Serotoninspiegel. Zudem hat sie einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System und eignet sich für Abnehmwillige. © Thomas Trutschel/photothek via www.imago-images.de
Feigen
Zu guter letzt zählen auch Feigen zu den Stimmungsaufhellern unter den Lebensmitteln. Auch sie können den Serotoninspiegel anheben. © Sevablsv/IMAGO

Eine postpartale Depression, auch bekannt als Wochenbettdepression, kann sich über das erste Jahr nach der Geburt und darüber hinaus entwickeln. Betroffene Mütter leiden in dem Fall unter langanhaltenden Stimmungstiefs, mit dem Gefühl von Hoffnungslosigkeit. Nicht selten schotten sie sich sozial ab, können nicht so leicht mit ihrem Neugeborenen unter Menschen gehen.

Eine postpartale Depression ist für Betroffene eine äußerst belastende und subjektiv betrachtet ausweglose Situation. Umso wichtiger ist es, dass das direkte Umfeld – Partner, Familie – auf mögliche Anzeichen achten und sich der betroffenen Mutter annehmen, indem sie ärztliche und psychologische Hilfe hinzuziehen. „Sei doch nicht so depressiv! Du hast ein gesundes Kind, das ist doch schön.“ sind Äußerungen, die Betroffenen nicht wirklich helfen. Müttern mit postpartaler Depression fällt es selbst häufig schwer, sich proaktiv Hilfe zu suchen. Die eingeschränkten sozialen Möglichkeiten während der Corona-Pandemie verstärkten diesen Umstand zusätzlich. Für Eltern mit postpartaler Depression oder ohnehin depressive Menschen birgt Corona zusätzlich eine psychische Gefahr.

Depression nach der Geburt: Alter sowie Psyche der Mutter und die Anzahl der Kinder spielen eine Rolle

Laut Studienergebnissen der Universität für Medizin Pisa und der Universität für Psychologie Florenz ist die Entwicklung einer Wochenbettdepression mit mehreren Risikofaktoren verbunden. Nicht nur das Alter der Frau, eine psychische Vorbelastung, die Qualität der Bindung zum Partner und äußere Einflüsse spielen eine wichtige Rolle. Was herausgefunden wurde, ist, dass erstgebärende Mütter ein höheres Risiko für postpartale Depressionen als andere, junge Mütter entwickeln. Zudem ist das Risiko in den ersten drei Monaten der Elternschaft am größten, wie die Studie zeigt. Möglicherweise könnte sich schon bald eine genetische Vorbelastung für eine Depression über einen herkömmlichen Bluttest nachweisen lassen und so werdende Mütter auf ihr Risiko einer postpartalen Depression hinweisen.

Ein Kaiserschnitt ist ebenfalls ein Risikofaktor für die Entwicklung einer postpartalen Symptomatik. Dennoch scheint der Kaiserschnitt als Entbindungs-Methode in Deutschland heutzutage stark nachgefragt zu sein.

Depression: Krisen wie Krankheit, Krieg und Corona beeinflussen die Häufigkeit

Wie einschneidend äußere Einflüsse beispielsweise der Corona-Pandemie sein können, zeigt eine aktuelle Studie der Universität in Michigan. Dabei stellen Forscher fest, dass mindestens eine von drei erst gebärenden Müttern eine postpartale Depression während der frühen COVID-19-Pandemie entwickelte. Das sind dreimal so viel Betroffene wie vor Corona. Jede fünfte hatte schwere depressive Symptome.

Sie sind depressiv? Bei der Telefon-Seelsorge bekommen Sie rund um die Uhr Hilfe – an jedem Tag im Jahr: Rufen Sie oder an. Der Anruf ist kostenfrei. Ihre Telefonnummer wird nicht übertragen und Sie müssen Ihren Namen nicht sagen. Das Gespräch dauert so lange wie nötig.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Ikon/Imago

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