Wie sinnvoll ist es?

Abnehmen: Kann man Kalorien mit Energie gleichsetzen?

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Lange glaubte man, dass Kalorienzählen beim Abnehmen durchaus helfen kann. Es kann bei einer gesunden Ernährungsumstellung helfen oder aber Gewichtszunahmen und Heißhungerattacken begünstigen.
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Der Energiegehalt von Lebensmitteln wird auf der Verpackung als Kalorien angegeben. Wer sich gesund ernähren möchte, sollte allerdings nicht auf den Kaloriengehalt achten.

Der Körper benötigt Energie für die Aufrechterhaltung aller wichtigen Funktionen, Bewegung und das Wachstum. Hauptlieferanten sind dabei vor allem Kohlenhydrate. Aber auch Fett und Proteine liefern dem Körper ausreichend Energie. Die Rechnung ist laut Lebensmittelherstellern einfach: Wer abnehmen möchte, muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als er verbraucht. Ob das Zählen von Kalorien gesund ist, scheint allerdings fraglich.

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Kalorien sind nicht gleich Kalorien: Wie sinnvoll ist das Zählen?

Energie wird in den Einheiten Kalorie (kcal) und Joule (J) angegeben. Kilokalorien sind dabei, die in der Lebensmittelindustrie genutzte Maßeinheit für Wärmeenergie – also wie viel Energie der Körper benötigt, um Wärme zu erzeugen. Der individuelle Energiebedarf setzt sich dabei laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus dem Ruheenergieverbrauch und dem Energieverbrauch für körperliche Aktivität zusammen. Da diese für jeden unterschiedlich sind, ist auch der Energieverbrauch von Mensch zu Mensch verschieden. Kinder, Schwangere und Stillende benötigen zudem zusätzliche Energie, um die wichtigen Körperfunktionen durchführen zu können.

Enthält ein Nahrungsmittel viele Kalorien, bedeutet dies nicht gleich, dass der Körper auch genauso viel Energie erhält, wie der Ernährungsspezialist Tim Spector im Interview mit Brigitte.de verrät. Folgende Argumente sprechen laut dem Experten daher gegen das Zählen von Kalorien:

  • Wer die aufgenommene Menge an Kalorien reduziert, nimmt zwar kurzfristig ab. Langfristig passt sich der Körper jedoch an den Mangel an, der Stoffwechsel wird gedrosselt und der Appetit erhöht sich, was zu einer Gewichtszunahme führt.
  • Die optimale Menge an Kalorien setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Diese individuell zu bestimmen ist nur sehr schwierig.

Finger weg? 10 Obstsorten, die überraschend viel Zucker enthalten!

Rote Trauben in einem Küchensieb
Weintrauben liefern neben Fruktose auch eine Menge Glukose. Sie zählen daher zu den Zuckerbomben unter allen Obstsorten. Während grüne, kernlose Trauben rund 16 Gramm Zucker (pro 100 Gramm) enthalten, übertreffen sie in ihrer getrockneten Form – also als Rosinen – diesen Wert deutlich.  © agefotostock/Imago
Laut Daryl Gioffre sind Bananen zum Frühstück keine gute Idee.
Bananen liefern Nährstoffe wie Kalium und Magnesium. Sie sind daher ein besonders bei Sportlern beliebtes Obst. Rund 15,8 Gramm Zucker sind in 100 Gramm Bananen enthalten. Das Pektin in der Banane tut zudem dem Magen gut und wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.  © Jaap Arriens/imago
Rambutan-Früchte (Nephelium lappaceum) kommen aus Thailand oder Indonesien. Geschmacklich ähneln sie der Litschi. Foto: Andrea Warnecke
Die aromatischen Litschis schmecken leicht süß – mit einem Zuckergehalt von etwa 15 Gramm pro 100 Gramm gehören sie allerdings zu den zuckerreichen Obstsorten. Wenn es um den Vitamingehalt geht, punkten Litschis mit einer Fülle an wichtigen Nährstoffen. Sie enthalten neben Vitamin C, verschiedene B-Vitamine sowie das Spurenelement Kupfer.  © Andrea Warnecke
Frische Kirschen in einer Schüssel
Heimische Kirschen sind besonders lecker. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die süßen Früchte hierzulande nur für kurze Zeit angeboten werden. Kirschen sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, enthalten aber auch eine Menge Zucker. Süßkirschen haben mit rund 13 Gramm pro 100 Gramm einen etwas höheren Anteil als Sauerkirschen (rund 10 Gramm).  © galina sharapova/Imago
Eine frische Mango wird in Würfel geschnitten
Mangos enthalten rund 12 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Eine ganze Frucht kommt schnell sogar auf 25 Gramm Zucker. Das Obst ist gerade im Sommer besonders beliebt. Mit ihrem hohen Gehalt an Zucker lassen sie den Blutzucker allerdings ähnlich schnell ansteigen wie Süßigkeiten.  © Lana Malamatidi/IMAGO
Es ist eine Schüssel Medjool-Datteln zu sehen.
Auch Datteln gehören zu den zuckerreichen Früchten. Mit 63 Gramm Zucker pro 100 Gramm sind getrocknete Datteln wahre Zuckerbomben. Auch wenn Datteln fast kein Fett enthalten, ist ihr Kalorien- und Kohlenhydratgehalt sehr hoch. Sie sollten daher nur in Maßen gegessen werden.  © Westend61/Imago
Sharonfrüchte auf einem Tisch.
Kakis enthalten nur wenig Fruchtsäure und sind daher besonders für Menschen mit einem empfindlichen Magen und Darm gut verdaulich. Das wasserreiche Fruchtfleisch hat zudem einen hohen Ballaststoffgehalt, welcher sich regulierend auf die Verdauung auswirkt. Mit etwa 13 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten die Früchte allerdings relativ viel Zucker.  © CSH/Imago
Granatapfel
Die exotischen Granatäpfel eines Granatapfelbaumes sind ausgesprochen lecker. In den Samen eines Granatapfels sind viele gesunde Nährstoffe enthalten wie Antioxidantien, Kalium, Eisen, B-Vitamine und Vitamin C. Aber auch im Granatapfel versteckt sich leider sehr viel Zucker, und zwar rund 14 Gramm (pro 100 Gramm).  © Vsevolod Belousov/Imago
Feigen
Feigen schmecken so lecker, weil sie so süß und saftig sind. Denn in 100 Gramm frischen Feigen sind 13 Gramm Zucker enthalten. Die exotischen Früchte sollten allerdings keinesfalls vom Speiseplan verschwinden, da sie immerhin gesunde Nährstoffe wie Kalzium, Phosphor und Eisen beinhalten.  © Sevablsv/IMAGO
Mandarinen liegen in einer Schüssel.
Kein Wunder, dass viele Menschen Mandarinen naschen können, als wären sie Süßigkeiten. Gerade in den Wintermonaten sind Mandarinen besonders beliebt. In 100 Gramm der Früchte sind allerdings knapp 11 Gramm Zucker enthalten.  © IMAGO/Kantaruk Agnieszka

Kritik von Experten: Kalorien als Maßeinheit nicht sinnvoll

Je nachdem, wie Lebensmittel verarbeitet und zubereitet werden, haben sie einen unterschiedlichen Effekt auf den Körper. Eine Kalorie ist also nicht gleich eine Kalorie. Wenn es darum geht, wie viel Energie der Körper aus einem verzehrten Lebensmittel gewinnen kann, ist der ermittelte Brennwert laut der Pharmazeutischen Zeitung lediglich eine theoretische Größe – an der es deutliche Kritik gibt.

Laut Forschern der niederländischen Universität Wageningen sei der Wert „schlichtweg falsch und irreführend“. In einer Übersichtsarbeit untersuchte das Team um Edoardo Capuano den Einfluss der Kalorien auf den Körper. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nutrition Reviews veröffentlicht.

Abnehmen: Zusammensetzung und Verarbeitung der Nahrungsmittel ist entscheidend

Welchen Anteil der enthaltenen Energie tatsächlich aus den verzehrten Speisen gewonnen werden kann, hängt entscheidend von verschiedenen Faktoren ab. Die Zusammensetzung der Nahrungsmittel und ihre Verarbeitung sowie die Zusammensetzung der Mahlzeit spielen eine entscheidende Rolle, so die niederländischen Forscher. Während beispielsweise Kalorien aus ganzen Nüssen nur teilweise aufgenommen werden, fällt es dem Organismus deutlich leichter Energie, aus gemahlenen Nüssen zu verarbeiten.

Kalorien aus unterschiedlichen Nahrungsmitteln können den Stoffwechsel zudem auf verschiedene Weisen beeinflussen. Eine Packung Gummibärchen liefert lediglich ungesunde Glukose, eine Packung Erdnüsse dagegen gesunde Ballaststoffe, Fette und Proteine. Dies macht deutlich: Wer sich auf die Kalorien konzentriert, nimmt keinesfalls auch ab.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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