VonLaura Knopsschließen
Der Energiegehalt von Lebensmitteln wird auf der Verpackung als Kalorien angegeben. Wer sich gesund ernähren möchte, sollte allerdings nicht auf den Kaloriengehalt achten.
Der Körper benötigt Energie für die Aufrechterhaltung aller wichtigen Funktionen, Bewegung und das Wachstum. Hauptlieferanten sind dabei vor allem Kohlenhydrate. Aber auch Fett und Proteine liefern dem Körper ausreichend Energie. Die Rechnung ist laut Lebensmittelherstellern einfach: Wer abnehmen möchte, muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als er verbraucht. Ob das Zählen von Kalorien gesund ist, scheint allerdings fraglich.
Kalorien sind nicht gleich Kalorien: Wie sinnvoll ist das Zählen?
Energie wird in den Einheiten Kalorie (kcal) und Joule (J) angegeben. Kilokalorien sind dabei, die in der Lebensmittelindustrie genutzte Maßeinheit für Wärmeenergie – also wie viel Energie der Körper benötigt, um Wärme zu erzeugen. Der individuelle Energiebedarf setzt sich dabei laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus dem Ruheenergieverbrauch und dem Energieverbrauch für körperliche Aktivität zusammen. Da diese für jeden unterschiedlich sind, ist auch der Energieverbrauch von Mensch zu Mensch verschieden. Kinder, Schwangere und Stillende benötigen zudem zusätzliche Energie, um die wichtigen Körperfunktionen durchführen zu können.
Enthält ein Nahrungsmittel viele Kalorien, bedeutet dies nicht gleich, dass der Körper auch genauso viel Energie erhält, wie der Ernährungsspezialist Tim Spector im Interview mit Brigitte.de verrät. Folgende Argumente sprechen laut dem Experten daher gegen das Zählen von Kalorien:
- Wer die aufgenommene Menge an Kalorien reduziert, nimmt zwar kurzfristig ab. Langfristig passt sich der Körper jedoch an den Mangel an, der Stoffwechsel wird gedrosselt und der Appetit erhöht sich, was zu einer Gewichtszunahme führt.
- Die optimale Menge an Kalorien setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Diese individuell zu bestimmen ist nur sehr schwierig.
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Kritik von Experten: Kalorien als Maßeinheit nicht sinnvoll
Je nachdem, wie Lebensmittel verarbeitet und zubereitet werden, haben sie einen unterschiedlichen Effekt auf den Körper. Eine Kalorie ist also nicht gleich eine Kalorie. Wenn es darum geht, wie viel Energie der Körper aus einem verzehrten Lebensmittel gewinnen kann, ist der ermittelte Brennwert laut der Pharmazeutischen Zeitung lediglich eine theoretische Größe – an der es deutliche Kritik gibt.
Laut Forschern der niederländischen Universität Wageningen sei der Wert „schlichtweg falsch und irreführend“. In einer Übersichtsarbeit untersuchte das Team um Edoardo Capuano den Einfluss der Kalorien auf den Körper. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nutrition Reviews veröffentlicht.
Abnehmen: Zusammensetzung und Verarbeitung der Nahrungsmittel ist entscheidend
Welchen Anteil der enthaltenen Energie tatsächlich aus den verzehrten Speisen gewonnen werden kann, hängt entscheidend von verschiedenen Faktoren ab. Die Zusammensetzung der Nahrungsmittel und ihre Verarbeitung sowie die Zusammensetzung der Mahlzeit spielen eine entscheidende Rolle, so die niederländischen Forscher. Während beispielsweise Kalorien aus ganzen Nüssen nur teilweise aufgenommen werden, fällt es dem Organismus deutlich leichter Energie, aus gemahlenen Nüssen zu verarbeiten.
Kalorien aus unterschiedlichen Nahrungsmitteln können den Stoffwechsel zudem auf verschiedene Weisen beeinflussen. Eine Packung Gummibärchen liefert lediglich ungesunde Glukose, eine Packung Erdnüsse dagegen gesunde Ballaststoffe, Fette und Proteine. Dies macht deutlich: Wer sich auf die Kalorien konzentriert, nimmt keinesfalls auch ab.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
