VonJasmina Deshmehschließen
Abnehmen nur durch die Wahl der richtigen Lebensmittel: funktioniert das wirklich? Was es mit „Negativkalorien“ auf sich hat.
Bestimmte Lebensmittel sollen negative Kalorien, auch Minuskalorien genannt, haben. Das bedeutet, dass der Körper durch Kauen und Verdauen mehr Kalorien verbrennt, als in den Nahrungsmitteln stecken. Doch ist das wirklich so? Oder sind Negativkalorien bloß ein Mythos?
Lebensmittel mit Negativkalorien: Gibt es das wirklich?
Kohl, Sellerie, Spargel und Spinat sind Beispiele für Lebensmittel, denen nachgesagt wird, weniger Kalorien zu enthalten, als der Körper für ihre Verdauung benötigt. Mit diesen Gemüsesorten soll – so die Verfechter der „Minuskalorien-Diät“ – das Gewicht praktisch von alleine fallen. Auch Obstsorten wie Ananas, Erdbeeren und Grapefruit haben den Ruf, durch Minuskalorien beim Abnehmen zu helfen. Entstanden ist die Idee zur Minuskalorien-Diät in Amerika, doch auch in Deutschland gibt es mittlerweile Ratgeber zu dieser Abnehm-Methode. Doch was ist dran, an der Diät?
Einen wissenschaftlichen Nachweis für den Minuskalorien-Effekt gibt es nicht. Kauen und verdauen braucht Energie und tatsächlich verbrennt der Körper sogar beim Wassertrinken Kalorien, wie die Deutsche Apotheker Zeitung schreibt. Doch ob es sich damit wirklich abnehmen lässt – fraglich.
Was aber stimmt: Obst und Gemüse ist reich an Ballaststoffen, die laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) dafür sorgen, dass der Speisebrei länger in Magen und Darm bleibt, wir uns lange satt fühlen, Nährstoffe optimal aufnehmen können und unsere Darmbakterien, das sogenannte Mikrobiom, gestärkt werden. Alles Faktoren, die zu einem gesunden Gewicht beitragen können. Studien belegen, dass eine ausreichende Ballaststoffzufuhr das Risiko für bestimmte Krankheiten reduziert, darunter:
Denn Ballaststoffe halten den Darm gesund halten und senken den Cholesterinspiegel. Außerdem bilden Darmbakterien aus den Pflanzenfasern kurzkettige Fettsäuren, die die negativen Auswirkungen von Bluthochdruck auf den Körpern verringern.
Thermischen Effekt von Lebensmitteln beachten
Ebenfalls korrekt: Wie viel Energie der Körper für die Verdauung, die Aufnahme von Nährstoffen vom Darm ins Blut, den Transport, die Umwandlung und die Speicherung braucht, ist von Lebensmittel zu Lebensmittel verschieden und wird als „thermischer Effekt“ bezeichnet. Dieser ist laut DGE bei Proteinen höher als bei Fetten und Kohlenhydraten. Eiweißreiche Lebensmittel haben also eine bessere Kalorien-Bilanz. Eiweiß steckt vor allem in magerem Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten, aber auch Hülsenfrüchten und Haferflocken.
Abnehmen gelingt mit Bewegung und einer gesunden Ernährung
Wer abnehmen möchte, sollte sich nicht auf den thermischen Effekt von Lebensmitteln verlassen. Am besten gelingt die Gewichtsabnahme mit einer Kombination aus Bewegung und einer Ernährungsumstellung, empfehlen Experten des Bundesgesundheitsministeriums. Dabei gilt:
- Reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte essen und durch fettarme Milchprodukte und Fleisch ergänzen
- Pflanzliche Fette tierischen Fetten vorziehen
- Auf Fertigprodukte möglichst verzichten. Studien zeigen, dass sie das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen
- Viel Wasser trinken, das kann Heißhungerattacken abmildern
- Auf Alkohol möglichst verzichten
- Langsam abnehmen, um dem Jojo-Effekt vorzubeugen
- Bewegen! Ohne geht es nicht. Körperliche Aktivität erleichtert den Fettabbau und erhöht den Grundumsatz. Drei Sportarten eignen sich dazu besonders gut
Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer




Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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