Ein deutlicher Sieger

Der große Wärmepumpen-Test – so gut schneiden die deutschen Modelle im Vergleich ab

  • schließen

Die Stiftung Warentest hat sechs Luft-Wasser-Wärmepumpen getestet und ihre Stromkosten verglichen. Ein Modell konnte besonders überzeugen.

Berlin – Das endlose, zähe Ringen um das Gebäudeenergiegesetz und die polemischen Debatten zu den daraus angeblich trotz großzügiger Förderung explodierenden Kosten für Eigentümer hat Hausbesitzer verunsichert. Nach wie vor kursieren viele Vorurteile gegenüber Wärmepumpen, Experten müssen immer wieder über Irrtümer aufklären. Nicht wenige haben sich darum entschieden, doch wieder auf fossile Brennstoffe zu setzen. Dabei haben Analysen gezeigt, dass die Wärmepumpe deutlich günstiger als Erdgas ist.

Nun hat auch die Stiftung Warentest die gängigsten Wärmepumpen-Modelle unter die Lupe genommen – und ihnen durchweg solide Ergebnisse attestiert, wenn auch mit Unterschieden – vor allem in der Energieeffizienz und dem Strom­verbrauch. Ein Modell konnte im Test besonders überzeugen.

Wärmepumpen sind laut Experten langfristig deutlich günstiger als Gasheizungen.

Der große Wärmepumpen-Test – So gut schneiden die deutschen Modelle im Vergleich ab

Die Verbraucherorganisation hat damit erstmals Luft-Wasser-Wärmepumpen, den in Deutschland verbreitetsten Gerätetypen, untersucht. Für den Test wurden die Außengeräte in einer Kältekammer platziert und verschiedenen Temperaturen ausgesetzt – von plus 12 bis minus 15 Grad Celsius. Dabei mussten die Pumpen eine Vorlauftemperatur von 55 Grad erreichen. Die Vorlauftemperatur ist entscheidend, da sie angibt, wie warm das Wasser im Heizsystem ist, bevor es durch die Heizungsrohre fließt.

Stiftung Warentest untersucht Luft-Wasser-Wärmepumpen – das sind die Testsieger:

  • 1. Viessmann Vitocal 250 A AWO-E-AC 250.A10, Gesamturteil „gut“, Note 2,1
  • 2. Wolf CHA-10/400, Gesamturteil „gut“, Note 2,3
  • 3. Stiebel Eltron WPL-A 07 HK 230 Premium, Gesamturteil „gut“, Note 2,4

Obendrein wurden die Kältemittel in den Wärmepumpen analysiert und berechnet, welche Treibhauswirkung diese Mittel hätten, wenn sie entweichen würden. Zudem floss das maximale Geräuschlevel der Wärmepumpen in die Bewertungen mit ein – sowohl im Normalbetrieb als auch im „Silent Mode“. Zu guter Letzt schaute sich Stiftung Warentest den Datenschutz an, da smarte Wärmepumpen fleißig Daten ihrer Nutzer sammeln.

Wärmepumpen im Test: Geräte überzeugen – aber Effizienz-Unterschiede von bis zu 600 Euro pro Jahr

Entscheidendes Kriterium im Test und eine Größe, auf die Eigentümer vor der Umstellung auf Wärmepumpe besonders im Blick haben sollten: die Effizienz der Geräte, also der Stromverbrauch im laufenden Heizungsbetrieb. Die Werte in Bezug auf Energieleistung und Umwelteigenschaften im Betrieb machte 70 Prozent der Gesamtnote aus.

Kleine Tricks – große Wirkung: So sparst Du Strom mit Spaß

Ein Messgerät, das beim Warten der Heizung hilft auf rotem Hintergrund
Nicht nur das Entlüften, sondern auch das Warten der Heizungen kann Dir einiges an Energiekosten einsparen. Wusstest Du, dass Dein Vermieter dabei die Kosten tragen muss? – Vorausgesetzt im Mietvertrag ist nichts anderes vereinbart. © dpa-Klaus-Dietmar Gabbert/Montage HEADLINE24
Zimmerpflanze in einem blauen Blumentopf steht auf dem Waschbecken
Ein Spartipp, den Du so wahrscheinlich noch nicht gehört hast: Wer Zimmerpflanzen im Bad hat, spart Wasser! Diese können nämlich die Feuchtigkeit über ihre Blätter aufnehmen und müssen dadurch viel seltener gegossen werden. © Thomas Horst/Montage HEADLINE24
Auf der einen Bildhälfte Alufolie, auf der anderen ein Bügeleisen
Trick für Spar-Vollprofis: Bügeln auf Alufolie spart Dir nicht nur eine Menge Geld, sondern hilft auch, Deinen persönlichen CO2-Ausstoß drastisch zu senken. Einfach die Alufolie unter dem Bügelbrettbezug fixieren und losbügeln! © dpa-Roland Holschneider, Roland Weihrauch / HEADLINE24
Jemand lädt einen Koffer aus dem Kofferaum seines Autos
Spartipp für Dein Auto: Reduzierst Du das Gewicht, das Du täglich mit Dir herum fährst, senkst Du Deinen Spritverbrauch. Dabei ist es bereits hilfreich, wenn Du den Kasten mit den Wasserflaschen im Kofferraum, die längst vergessenen Gummistiefel auf der Rückbank und weiteren Krimskrams wegräumst, den Du gar nicht brauchst.  © dpa-Guido Kirchner/Montage HEADLINE24
Mehrere Fische in einem Aquarium, Spartipp Grafik
Energiekosten sparen mit Fischen? Ja – 100 Euro Strom sind drin! Wer nämlich ein Aquarium hat, verursacht mit der Beheizung des Wassers erhebliche Kosten. Vor allem, wenn tropische Fische darin umher schwimmen. Einheimische Tiere hingegen mögen es lieber kühler und benötigen keine dauerhafte Erwärmung. © dpa-Zsolt Czegledi/Montage HEADLINE24
links wird eine Spülmaschine beladen und rechts wäscht jemand von Hand ab
Eine Spülmaschine verbraucht tatsächlich viel weniger Wasser, als das Geschirrspülen von Hand. Natürlich ist es auch wichtig, das Geschirr niemals vorzuspülen, bevor man es in den Geschirrspüler stellt. Die Technik ist so weit, dass sie kleine Essensreste problem- und spurlos beseitigen kann. © freepik-Kuprevich,Roman_24/Montage HEADLINE24
Ein weißer Drucker druckt ein Dokument
Manch einer kommt auf die Idee, den Drucker an eine Zeitschaltuhr anzuschließen, um Strom zu sparen. Ein fataler Fehler! – Das beschädigt nämlich die Technologie im Drucker, die hin und wieder Mal ein Update (und dafür Strom) benötigt. Neuere Modelle sind ohnehin sehr sparsam. © freepik/Montage HEADLINE24
Hintere Felge eines blauen liefergelegten Wagens
Tieferlegen vs. Eco-Tuning – Dein Auto hat ein enorm großes Energiespar-Potenzial. Manche Werkstätten werben damit, dass sie mithilfe von aerodynamischen Manipulationen Dein Auto sparsamer machen können. Das stimmt so allerdings nicht ganz. © Thomas Horst/Montage HEADLINE24
Orangefarbene Blumen werden aus einer grünen Gießkanne gegossen
Spartipp für Deinen Garten: Bei jeder Jahreszeit kannst Du Regenwasser in einem Sammelbehälter auffangen, um Wasser zu sparen. Der pH-Wert sowie der extrem niedrige Kalkgehalt des Regenwassers tut den Pflanzen wohl und lässt sie so richtig aufblühen.  © dpa-Karl-Josef Hildenbrand/Montage HEADLINE24
Rechts ein Akkusauger, links Staubsauger
Ein Akku-Staubsauger erweckt schnell den Eindruck, als ob er stromsparender wäre, als ein herkömmliches Haushaltsgerät. Das ist ein großer Irrtum, sofern der Akku-Sauger dauerhaft an der Ladestation hängt. © freepik-Feelinglucky,Yanalya/Montage HEADLINE24
Weiße Tasse Kaffe
Spartipp für den Kaffee-Trinker aus Leidenschaft: Schalte die Kaffeemaschine ab! Hängt sie am Strom und ist dabei auch noch im Standby-Modus, kann das sehr viele unnötige Energiekosten verursachen! Bedenke auch, dass das Gerät mehr verbraucht, je älter es ist. Vor allem die Funktion, die den Kaffe warm hält ist gemeingefährlich. © freepik-Zirconicusso:Montage HEADLINE24
Durchgekreuztes Bügeleisen
Und so kannst Du ganz ohne Bügeleisen bügeln: Neben chemischen Mitteln, wie etwa Knitterspray, kannst Du Deine Wäsche auch ins Bad hängen, während Du duschst – der Wasserdampf erledigt dann die Arbeit für Dich. Alternativ kannst Du das Kleidungsstück, das nach dem Waschen wieder glatt werden muss, auch über dem dampfenden Wasserkocher platzieren. ©  freepik-Racool_Studio/Montage HEADLINE24
Jemand stellt eine Tasse in die Mikrowelle
Manche Speisen lassen sich hervorragend in der Mikrowelle zubereiten oder auftauen. Verglichen mit dem Backen im Ofen ist die Mikrowelle eine Stromsparende Lösung und kann Dir durch den geringen Verbrauch einiges an Stromkosten einsparen. © freepik/Montage HEADLINE24
Mehrere Toaster stehen nebeneinander, oben links „Spartipp“-Grafik
Spartipp für die Küche: Auch mit dem Toaster kann gespart werden. Dabei ist das Prinzip gleich, wie bei der Mikrowelle auch. Manche Speisen lassen sich eben viel besser und schneller mit dem kleinen Küchengerät zubereiten, als im Backofen. Vor allem die Frühstücksbrötchen sollten überhalb des Toasters anstatt im Ofen aufgebacken werden. © dpa-Henning Kaiser/Montage HEADLINE24
Ein Schaumbad wird eingelassen
Wasser- und Stromkosten sparen: Manchmal lohnt es sich auch, gewisse Dinge des Lebens bewusst zu machen. Wer ein entspannendes Schaumbad einer Dusche vorzieht, muss nicht zwingend aus Energiesparmaßnahmen darauf verzichten. Wer nämlich länger Duscht als 11 Minuten, kann sich auch gleich ein Bad einlassen. © freepik/Montage HEADLINE24
Eine Waschmaschine schleudert Wäsche
So kannst Du beim Schleudern Strom sparen: Natürlich sparst Du, wenn Du die Zahl der Umdrehungen an Deiner Waschmaschine reduzierst. Doch nur dann, wenn Du die Wäsche anschließend an der Luft trocknest. Steckst Du sie hingegen nach dem Schleudern in den Trockner, dreh die Zahl der Umdrehungen lieber auf. Denn so sparst Du mehr – schließlich hat Dein Trockner weniger zu tun. ©  freepik-Inna.dodor/Montage HEADLINE24
Putzzeug zum Entkalken
Entkalke regelmäßig deine Haushaltsgeräte und spare dabei einiges an Energiekosten ein. Wasserkocher, Boiler, Waschmaschine und Co. haben bemerkenswertes Stromspar-Potenzial und können Deine Stromrechnung auf bis zu 100 Euro senken. © freepik-Fotohelin/Montage HEADLINE24
Duschkopf in Betrieb
Die wohl einfachste Methode zum Wassersparen, ohne dabei auf Bequemlichkeit zu verzichten, ist wohl ein Sparduschkopf. Die Anschaffungskosten betragen dabei im Schnitt lediglich 20 Euro und können den Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent senken – die Umwelt freut sich. ©  freepik-Naypong/Montage HEADLINE24
Einmachgläser, im Hintergrund eine Spülmaschine
Achtung, skurriler Spartipp: Kochen in der Spülmaschine – wie bitte? Ja, richtig gelesen. Manch einer steckt den vakuumverpackten Lachs zum Garen auch mal in den Geschirrspüler. Ob das viel Strom und somit Geld einspart, sei dahin gestellt; die Möglichkeit besteht jedenfalls, wenn alle anderen Küchengeräte aus unerklärlichen Gründen ausfallen sollten. © freepik-Pvproductions,Azerbaijan_Stockers/Montage HEADLINE24
Zapfsäule einer Tankstelle
Lohnt sich der Umweg zur billigeren Tankstelle? Wer beispielsweise nur 25 Liter tanken will und ein Auto mit einem Verbrauch von 8,5 Litern auf 100 Kilometern hat, sollte erst ab 8 Cent Unterschied den Weg auf sich nehmen. Mit einem sparsameren Auto - mit etwa 5 Litern Verbrauch pro 100 Kilometer und einem Tankvolumen von 40 Litern - lohnen sich die 15 Kilometer Umweg schon bei 3 Cent je Liter. © freepik-Nomadsoul1/Montage HEADLINE24
Jemand manipuliert sein Fenster mit einer Zange
Fenster in den „Wintermodus“ befördern: Anpressdruck selbst einstellen – dieser kann durch ein kleines Rad am Fensterflügel nachjustiert werden. Durch das Drehen am Rädchen an der Seite kannst Du den Luftzug regulieren und vor allem minimieren. Somit sparst Du Heizkosten. © freepik-Kukota/Montage HEADLINE24
Zwei Frauen beim Duschen
Wasser sparen und dabei Spaß haben – wer zusammen duscht, reduziert den Wasserverbrauch pro Duschgang um rund 30 Prozent. Weshalb also nicht Angenehmes mit Nützlichem kombinieren? © freepik-Oneinchpunch/Montage HEADLINE24
Teppich und Spartipp-Grafik
So sparst Du Heizkosten und machst auch noch deine Inneneinrichtung attraktiver: Mit einem Teppich geht das kinderleicht. Teppiche kühlen im Sommer und wärmen im Winter, indem sie die atmosphärische Luft speichern. © freepik-Rawpixel.com/Montage HEADLINE24

In einem durchschnittlich gedämmten Haus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche benötigte die effizienteste Wärmepumpe – die Vitocal 250-A AWO-E-AC 251.A10 von Viessmann, der klare Testsieger – weniger als 5.000 Kilowattstunden pro Jahr, während das weniger effiziente Modell mehr als 6.500 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchte. Bei einem Strompreis von 40 Cent je Kilowattstunde ergibt das einen Unterschied von über 600 Euro jährlich.

Wärmepumpe als CO₂-Schleuder: Kritikpunkt klimafeindliche Kältemittel

Drei der geprüften Wärmepumpen verwenden das klimaschonendes Kältemittel Propan, während die untersuchten Pumpen von Daikin und Mitsubishi das potenziell klimaschädliche R32 nutzen. Dieses hat eine ähnliche Treibhauswirkung wie 2,2 Tonnen CO₂ pro Jahr und ist somit umweltschädlich.

Wärmepumpen im Test: Geräte überzeugen – aber Effizienz-Unterschiede von bis zu 600 Euro pro Jahr

Ein weiteres wichtiges Kriterium war die Lautstärke der Geräte. Vier der getesteten Modelle schnitten hierbei gut ab, während zwei ein befriedigendes Ergebnis erzielten. Einige Tricks helfen jedoch, die Lautstärke der Wärmepumpe zu reduzieren, so die Verbraucherschützer. So können Schallschutzhauben und spezielle Standfüße helfen, Geräusche und Vibrationen zu dämpfen

Stiftung Warentest: Deutsche Modelle schneiden im Wärmepumpen-Test am besten ab

Die Produkte der drei deutschen Hersteller schnitten am besten ab: Die Viessmann-Pumpe bekam als Testsieger die Gesamtnote 2,1, das Modell CHA-10/400V von Wolf erhielt eine 2,3 und die WPL-A 07 HK 230 Premium von Stiebel Eltron eine 2,4.

Von den sechs getesteten Modellen schneiden vier gut ab, die Pumpen von Daikin und Mitsubishi bekamen immerhin ein „befriedigend“. Das ganze Testergebnis ist in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test sowie auf der Website der Stiftung Warentest verfügbar.

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

Kommentare