Autofahren in Deutschland

Untersuchungen, Umtausch und Verbote – Fallstricke, die Ihren Führerschein bedrohen

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Millionen Deutsche haben einen Führerschein und gehen davon aus, dass dieser unbefristet gültig ist. Doch genau dieser Aspekt kann sich demnächst ändern.

München – Wer einmal eine Führerscheinprüfung erfolgreich durchlaufen hat, bekommt eine Fahrerlaubnis. In Deutschland ist diese unbefristet, doch das soll sich bald ändern. Auch für junge Leute werden Änderungen für die Fahrerlaubnis diskutiert. Im Gespräch sind beispielsweise ein Fahrverbot für SUVs und ein Nachtfahrverbot.

Neben diesen Punkten bringt auch die Umtauschpflicht der älteren Führerscheine das ein oder andere Hindernis mit sich. Wir blicken auf die drei wichtigsten Punkte, die Autofahrer wissen sollten.

Die EU diskutiert wichtige Themen rund um den Führerschein. Vor allem ältere Leute sind von einer möglichen Regelung betroffen.

Führerschein im Alter: Eine ärztliche Untersuchung soll es ab 70 Jahren geben

Der erste Punkt ist ein beliebtes Diskussionsthema: der unbefristete Führerschein. Doch was oft nur eine Befürchtung war, könnte jetzt wahr werden. Die EU diskutiert eine ärztliche Untersuchung für Senioren. Als niedrigste Untersuchungsgrenze ist bislang das Alter 70 im Gespräch. Dann sollen verpflichtende ärztliche und wahrscheinlich auch psychologische Tests die Fahrtauglichkeit prüfen. In anderen EU-Ländern wurde diese Regelung schon durchgesetzt.

Aber nicht alle halten diese Regelung für klug. „Ich will keine verpflichtenden Tauglichkeitsprüfungen für Autofahrer über 70, und ich bin zuversichtlich, dass sich dafür in der EU auch keine Mehrheit finden wird“, äußerte sich Verkehrsminister Volker Wissing gegenüber der Funke Mediengruppe. Dennoch wird dieses EU-Modell im Verkehrsausschuss besprochen. Eine konkrete Einigung ist aber noch nicht in Sicht.

Senioren am Steuer: So können Sie selbst ihre Fahrtauglichkeit einschätzen

Mit dem fortgeschrittenen Alter bauen viele körperliche Funktionen ab. Das bringt Einschränkungen im Alltag und auch beim Autofahren mit sich. Besonders gefährlich kann es im Straßenverkehr werden, wenn Reaktionsfähigkeit und Sehvermögen nachlassen. Um selbst zu überprüfen, ob die Fahrtauglichkeit noch gegeben ist, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Zum einen kann mit einem qualifizierten Fahrlehrer eine Testfahrt unternommen werden und zum anderen gibt es Fahrsicherheitstrainings, bei denen auch die Reaktionsgeschwindigkeit geübt wird. Außerdem bietet der ADAC mit seinem Programm „sicher mobil“ einen rund um Überblick an. Hier werden Tipps und Tricks gegeben, wie Autofahrer bei hohem Verkehrsaufkommen den Überblick behalten können, was es für Fahrtechniken gibt und welche aktuellen Regeln auf der Straße herrschen. Auch ein eigenwilliger Besuch beim Arzt, um Sehvermögen und Reaktionsfähigkeiten zu überprüfen, ist hilfreich.

Fahranfänger aufgepasst: SUV Fahrverbot steht in der Diskussion

Der zweite Punkt betrifft die Fahranfänger, auch sie stehen neben den älteren Autofahrern immer wieder im Fokus vieler Diskussionen. Während die Führerschein-Neulinge mit den Debatten, um eine ärztliche Untersuchung im Alter erstmal nichts zu tun haben, warten andere mögliche einschränkende Regelungen für den Straßenverkehr. Die EU diskutiert beispielsweise, ob es für Fahranfänger ein Nachtfahrverbot geben sollte. Der Grund: Die EU hat sich mit der „Vision Zero 2055“ zum Ziel gesetzt, dass es keine Toten durch Verkehrsunfälle geben soll und deshalb sollen neue Regelungen für den Straßenverkehr her.

Für Furore sorgte auch der Vorschlag, dass die Gewichtsbegrenzung der neu ausgestellten PKW-Führerscheine stärker begrenzt werden sollte. Dies hätte für die Fahranfänger zur Folge, dass sie selbst einige SUVs nicht mehr fahren dürften. Diese Ideen werden nun erst einmal zwischen Mitgliedstaaten und Parlament ausgehandelt.

Umtauschpflicht des Führerscheins: Verlust von Fahrerlaubnisklassen droht

Der letzte wichtige Aspekt für die Autofahrer ist die Umtauschpflicht der Fahrerlaubnis. Die ersten Fristen für den Umtausch alter Führerscheine in EU-Karten laufen schon seit einigen Jahren. Hierbei gibt es wichtige Fristen zu beachten und ein genauer Blick sollte auch auf die Führerscheinklassen geworfen werden, damit keine Klasse beim Übertragen verloren geht. Problematisch wird es bei dem Umtausch des Führerscheins der Klasse drei, denn hier ist bereits ein ärztliches Attest notwendig. Personen, die älter als 50 Jahre alt sind und mit ihrem Führerschein weiterhin schwere Anhänger über zwölf Tonnen fahren wollen, müssen beim Umtausch das Kreuz bei der Klasse CE 79 setzen und eben eine ärztliche Bescheinigung vorlegen.

Ein wichtiges Thema beim Umtausch der Fahrerlaubnis sollte allerdings nicht außer Acht gelassen werden: die Frist. Der Zeitraum des Tausches richtet sich dabei nach dem Ausstellungsjahr. Bis zum 19. Januar 2033 muss der gesamte Umtausch-Prozess abgeschlossen sein. Wann Sie Ihren Führerschein umtauschen müssen, lesen Sie hier. (Denise Dörries)

Rubriklistenbild: © Ute Grabowsky/photothek.net

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