VonLarissa Strohbuschschließen
Was verbindet Laub und Weißkohl? Beide können fermentiert werden und daraus lässt sich etwas Nützliches erzeugen. Probieren Sie es aus!
In einem naturbelassenen Wald regiert ein ewiger Kreislauf: Die Bäume werfen im Herbst ihre Blätter ab. Das Laub wird bis zum Frühling von Kleinstlebewesen zersetzt und gibt so dem Boden neue Nährstoffe. Die wiederum nimmt der Baum in der nächsten Wachstumsphase auf und gewinnt daraus neue Kraft. Im Garten wird dieser Kreislauf jedoch unterbrochen: Eine Laubschicht auf dem Boden sieht nicht schön aus und schadet noch dazu dem Rasen. Daher sammeln die meisten Gartenbesitzer es mithilfe von Laubrechen und Co ein und entsorgen es auf dem Kompost. Sie können Ihren Bäumen dennoch etwas zurückgeben: Indem Sie das Laub mit dem Bokashi-Eimer fermentieren und anschließend den Boden verbessern.
Was ist Bokashi?
Bokashi-Eimer sind eine Art „japanischer Küchen-Kompost“. Mit dem Unterschied, dass organische Abfälle nicht kompostiert, sondern fermentiert werden.
So funktioniert es:
- Sie besorgen sich einen Bokashi-Eimer. Diesen gibt es in verschiedenen Größen – üblich sind 16 oder 19 Liter. Noch besser ist es, wenn Sie gleich in zwei Eimer investieren.
- Den Eimer können Sie bedenkenlos in die Küche stellen. Er hat sogar Vorteile gegenüber der üblichen Bio-Mülltüte: Er riecht wenig bis gar nicht, zieht keine Tiere an und muss nur selten geleert werden.
- Sie zerkleinern Ihre Küchenabfälle wie Obst- und Gemüseschalen, aber auch altes Brot, und werfen sie in den Eimer. Nun sprühen Sie die Abfälle mit einer Lösung aus Mikroorganismen ein – das sind zum Beispiel Photosynthesebakterien, Milchsäurebakterien und Hefen.
- Füllen Sie einen Plastikbeutel mit Wasser oder Sand und legen Sie ihn auf die Abfälle. So kommt kaum noch Luft an das Material. Denn im Gegensatz zum Kompost, arbeitet der Bokashi-Eimer anaerob, also ohne Sauerstoff. Das macht ihn so geruchsarm.
- Werfen Sie so lange Ihren Bio-Müll in den Bokashi-Eimer bis er voll ist. Fast jeder organische Abfall ist erlaubt. Sehr fettige Lebensmittel wie Öle oder Nüsse können die Mikroorganismen allerdings nur schwer zersetzen. Sie sollten daher nur in kleinen Mengen beigefügt werden. Tierische Abfälle wie Käse, Wurst oder Eier könnten Tiere anziehen. Auch davon raten viele Bokashi-Nutzer ab.
- Ist der Eimer gut gefüllt, müssen Sie die zu fermentierenden Essensreste nicht mehr beschweren. Nun halten Sie ihn für einige Zeit geschlossen. Jetzt nutzen Sie den zweiten Eimer. Über den Zapfhahn können Sie alle paar Tage Bokashi-Saft ablassen. Nach etwa zwei Wochen ist das Bokashi fertig.
Wofür ist Bokashi gut?
Mit dem Bokashi-Eimer erhalten Sie zwei Erzeugnisse:
- Bokashi-Saft, den Sie über den Hahn am Eimer ablassen. Diesen können Sie mit Wasser mischen und als Flüssigdünger verwenden. Er eignet sich auch gut, um Rohre zu reinigen. Sie müssen ihn allerdings schnell verbrauchen. Unbenutzten Saft können Sie über den Biomüll entsorgen.
- Bokashi, also die zum Teil fermentierten Bio-Abfälle im Eimer. Dieses können Sie zum Bodenverbesserer aufwerten, indem Sie es in die Erde einarbeiten. Sie können es aber auch in der braunen Tonne oder auf dem Kompost entsorgen. Das hat den Vorteil, dass der Bio-Müll schneller kompostiert. So entsteht weniger Methan während des Prozesses. Sie haben also kaum Geruch in der Küche und helfen der Umwelt.
Laub-Bokashi: Wie Sie Laub entsorgen und gleichzeitig eine Bodenverbesserung vornehmen
Was für Küchenreste gilt, funktioniert auch bei Gartenabfällen: Fermentieren Sie Ihr Laub, anstatt es zu kompostieren. Dafür müssen Sie es zuerst zerkleinern. Das geht mit einem Gartenhäcksler. Oder Sie fahren mit dem Hand-Rasenmäher (werblicher Link) so oft über das Laub, bis es zerpflückt ist. Nun füllen Sie es wie beschrieben in den Bokashi-Eimer. Beachten Sie dabei, dass Sie Eichen- und Walnusslaub nur untermischen. Beide enthalten viele Gerbstoffe, die die Fermentierung behindern können. Geben Sie zu dem Bokashi-Prozess noch Urgesteinsmehl hinzu, unterstützen Sie die bodenverbessernde Wirkung noch mehr.
Sie haben mehr Blätter als Ihr Bokashi-Eimer fassen kann? Alternativ können Sie auch eine große Tonne nehmen und dort das Laub mit Mikroorganismen versehen. Schützen Sie es auch hier vor Sauerstoff. Zudem müssen Sie auf einen Flüssigkeitsanteil von 30 bis 35 Prozent achten.
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Lohnt sich Laub fermentieren im Herbst überhaupt noch?
Nun kann es natürlich sein, dass Sie im Herbst und Winter keinen Bedarf an frischem Dünger haben. Das Bokashi können Sie auch luftdichtverpackt in Plastiksäcken über den Winter lagern. Geben Sie es zum Beginn der Wachstumsphase in die Erde, um Ihren Bäumen einen Energieschub zu verleihen. Eine weitere Herbst-Alternative kann es sein, Bokashi aus der Küche auf den Beeten zu verteilen. Bestreuen Sie es mit Urgesteinsmehl und Mikroorganismen und arbeiten Sie es anschließend in die Erde ein. Zum Schluss können Sie Ihr Laub nutzen, um den Bio-Dünger abzudecken. So gehen die Nährstoffe über den Winter in die Erde über. Im Frühjahr sind Ihre Beete dann perfekt auf neue Pflanzen vorbereitet.
Rubriklistenbild: © Cavan Images/IMAGO

