Urgesteinsmehl reichert die Erde mit natürlichen Mineralien an und verbessert die Bodenqualität. Doch es gibt Unterschiede, welches Steinmehl jeweils sinnvoll ist.
Urgesteinsmehl, oft auch Gesteinsmehl oder schlicht Steinmehl genannt, wird durch das Zermahlen von oft Millionen Jahre alten Steinen gewonnen. Meist dient Vulkangestein als Ausgangsstoff, da es besonders viele Mineralien enthält. Das Pulver ist sehr fein, die Korngröße liegt deutlich unter 0,1 Millimetern. Gesteinsmehl enthält fast keine Hauptnährstoffe und zählt deshalb nicht zu den klassischen Düngern. Stattdessen dient es als mineralischer Bodenhilfsstoff, der die Erde mit wertvollen Spurenelementen anreichert und so die Bodenqualität verbessert.
Woraus besteht Gesteinsmehl?
Die Zusammensetzung von Steinmehl variiert je nach Ausgangsgestein sehr stark. Lavagestein enthält zum Beispiel deutlich mehr Eisenverbindungen als Basalt- oder Diabasmehl. Die Hauptbestandteile sind:
- Kieselsäure (Silizium): Macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen.
- Calcium: Sorgt für eine effiziente Wasseraufnahme und den Transport in die Zellen.
- Magnesium: Wird benötigt, um Chlorophyll zu bilden und Kohlenhydrate, Proteine und Vitamine zu verarbeiten.
- Eisen: Ist wichtig für die Fotosynthese der Pflanze.
- Spurenelemente: Molybdän, Mangan und diverse Metalle
So verbessert Urgesteinsmehl Ihren Boden
Gesteinsmehle sind zwar keine Dünger, bereichern den Boden jedoch auf andere Weise. Damit gehören sie in die Kategorie der Bodenverbesserer (werblicher Link). Die Hauptvorteile für Steinmehle in Ihrem Garten sind:
- Steinmehl als Bodenaktivator
Durch die feine Körnung kann Steinmehl bestimmte Ionen binden und an Mikroorganismen abgeben. Dies unterstützt deren Stoffwechsel und trägt wiederum dazu bei, aus der organischen Masse im Boden Nährstoffe für die Pflanze bereitzustellen. So kann Steinmehl helfen, müden Boden wieder mit Leben zu füllen. - Unterstützung von biologischem Dünger
Urgesteinsmehl verbessert die Effizienz von organischen Düngern wie Terra Preta oder Kompost-Tee. Denn die im Gesteinsmehl enthaltenen Spurenelemente helfen bei der Enzymbildung und unterstützen so den Stoffwechsel der Pflanze. - Pufferwirkung für den pH-Wert
Ein stabiler pH-Wert ist für Pflanzen äußerst wichtig und starke Schwankungen können zu großen Problemen führen. Gesteinsmehle haben hier eine Pufferwirkung. Das heißt, sie können Schwankungen in einem gewissen Maß ausgleichen. - Bildung von Ton-Humus-Komplexen
Gesteinsmehle bilden zusammen mit organischem Material Ton-Humus-Komplexe. Dadurch entsteht eine ideale Bodenstruktur, die einerseits sehr gut Wasser hält, aber andererseits auch eine ausreichende Durchlüftung zulässt.
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Welches Gesteinsmehl ist hilfreich für welchen Boden?
Welches Gesteinsmehl sich für Ihre Erde eignet, hängt vom pH-Wert Ihres Bodens ab. Auf alkalischen Böden mit einem hohen pH-Wert eignet sich ein saures Gesteinsmehl. Auf sauren Böden mit einem niedrigen pH-Wert ist ein basisches Steinmehl sinnvoll. Überlegen Sie sich außerdem vorher, welche Pflanzen Sie in der Erde kultivieren möchten. Denn die im Steinmehl enthaltenen Mineralien und Spurenelemente sollten zu den Bedürfnissen Ihrer Pflanzen passen. Halten Sie sich bei der Dosierung stets an die Angaben des Herstellers.
Lavamehl
Lavamehl enthält viele Mineralien und Eisenverbindungen. Dadurch eignet es sich gut, um stark beanspruchte Böden zu regenerieren. Es ist außerdem die beste Wahl für stark zehrende Pflanzen wie Tomaten und Auberginen.
Granit- oder Basaltmehl
Diese Steinmehle säuern den Boden und senken damit den pH-Wert. Sie eignen sich hervorragend für Komposthaufen, da sie das mikrobielle Leben dort fördern. Die zersetzenden Mikroorganismen vermehren sich dann schneller und arbeiten effektiver, sodass grobe Biomasse zügiger abgebaut wird.
Diabasmehl
Diabasmehl ist reich an Kalzium und hebt den pH-Wert des Bodens stark an. Außerdem versorgt es die Pflanzen mit Kieselsäure, Magnesium und Eisen. Es bildet sehr stabile Ton-Humus-Komplexe. Und nicht zuletzt verbessert es sogar den Geschmack und die Haltbarkeit von angebautem Obst und Gemüse.
Bentonit
Bentonit besteht aus diversen Tonmineralen und heißt deshalb manchmal auch Tonmehl. Im Zusammenspiel mit genug organischem Material bildet es besonders stabile Ton-Humus-Komplexe. Außerdem ist es die beste Wahl für durchlässige Sandböden, da es dem Boden hilft, Nährstoffe und Wasser zu speichern.
Zeolith
Zeolith ist ein stark alkalisches Gesteinsmehl aus besonders porösem Vulkangestein. Durch den hohen pH-Wert sollte es vor allem auf sauren Böden eingesetzt werden. Dort verbessert es die Wasserspeicherung und wirkt positiv auf humusbildende Mikroorganismen. Es ist recht teuer, aber richtig angewendet hilft es, Dünger und Wasser zu sparen.
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