VonKai Hartwigschließen
Ein Hersteller muss seine Shrimps Garnelen wegen gesundheitlicher Risiken für Verbraucher zurückrufen. Das Unternehmen nennt weitere Details.
Kassel – Sofern man sich nicht vegan oder vegetarisch ernährt, können auch Fische und Meeresfrüchte eine kulinarische Alternative zu Fleisch sein. Doch nun wurde für ein solches Produkt ein dringender Rückruf gestartet – wie kürzlich auch für ein Fertiggericht. Der Hersteller der betroffenen Meeresfrüchte warnt eindringlich vor dem Verzehr, der gesundheitliche Folgen haben kann.
Dringender Meeresfrüchte-Rückruf: Hersteller zieht „Vannamei Shrimps Garnelen“ aus dem Verkehr
Aus einer Mitteilung des Herstellers Anduronda Import GmbH geht hervor, dass folgendes Produkt von dem Rückruf betroffen ist:
| Name: | Vannamei Shrimps Garnelen (gekocht, geschält, mit Schwanzsegement, glasiert, IQF, mit zugesetztem Wasser, tiefgefroren, Size 16/20) |
|---|---|
| Marke: | Andu |
| Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): | 08.02.2026 |
| LOT- Nr.: | VN154V006 |
Rückruf wegen erhöhtem Antibiotika-Gehalt – Hersteller bittet Kunden, „Ware nicht zu konsumieren“
Grund des Rückrufs ist nach Angaben des Herstellers der „Vannamei Shrimps Garnelen“ ein zu hoher Gehalt der Antibiotika Doxycyclin, Sulfamethoxazol und Tetracyclin. „Im Rahmen einer Laboruntersuchung wurde festgestellt, dass das Produkt nicht den Vorschriften der VO (EG) Nr. 470/2009 über […] die Festsetzung von Höchstmengen für Rückstände pharmakologisch wirksamer Stoffe in Lebensmitteln tierischen Ursprungs entspricht“, heißt es in der Rückruf-Mitteilung: „Die in der VO (EU) Nr. 37/2010 definierten Rückstandshöchstmengen für Doxycyclin, Sulfamethoxazol und Tetracyclin wurden überschritten.“
Die Anduronda Import GmbH bittet alle Verbraucher, die eine Packung der „Vannamei Shrimps Garnelen“ der Marke Andu mit besagtem MHD gekauft haben, „die Ware nicht zu konsumieren“. Verkauft wurde das Produkt nach Herstellerangaben in „diversen Einzelhandelsgeschäften“. Genauere Details wurden nicht genannt. Der Kaufpreis werde betroffenen Kunden erstattet, so der Hersteller. Die drei in zu hoher Konzentration enthaltenen Antibiotika Doxycyclin, Sulfamethoxazol und Tetracyclin können laut msdmanuals.com Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben und Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auslösen.
Meeresfrüchte-Rückruf betrifft sechs Bundesländer – darunter auch Hessen
Der Rückruf wurde in insgesamt sechs Bundesländern gestartet (Stand: 15. Oktober 2024). Es handelt sich um folgende:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin
- Hessen
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
Drohende Antibiotika-Resistenz durch zu häufige Verabreichung in der Tierhaltung
Wie die Verbraucherzentrale erklärte, kann der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung für Menschen gefährlich werden, die Fleisch-, Fisch- oder Meeresfrüchte konsumieren. Laut Erkenntnissen der Verbraucherschützer wird „weltweit – auch in Deutschland – Menschen wie auch Tieren zu oft Antibiotika verabreicht“. Demnach bekommen „in der Tierhaltung häufig nicht nur einzelne kranke Tiere, sondern ganze Tierbestände“ ein Antibiotikum. Das hat zur Folge, dass durch den übermäßigen Antibiotika-Einsatz sich auch resistente Bakterien ausbreiten.
Eine Antibiotika-Resistenz kann eine bakterielle Infektion bei erkrankten Menschen „schnell zu einem Notfall werden“ lassen, so die Verbraucherzentrale: „Das Risiko steigt, wirksame Antibiotika in der Medizin zu verlieren.“ Ein weiteres Meeresfrüchte-Produkt der Anduronda Import GmbH war kürzlich ebenfalls von einem Rückruf betroffen, weil ein „krebsauslösender“ Inhaltsstoff nachgewiesen wurde. (kh)
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