VonAnna Katharina Küstersschließen
Die Eibe ist eine der ältesten Heckenpflanzen Europas – zu Recht. Wer beim Pflanzen und der Pflege einige Regeln beachtet, profitiert jahrzehntelang von einem dichten Sichtschutz.
Eiben kommen im Gegensatz zu vielen Zimmerpflanzen wie Sukkulenten schon seit Jahrtausenden in unserem heimischen Ökosystem vor. Im Mittelalter verarbeiteten Menschen sie oft zu Möbeln und Waffen. Konkurrenzstarke Bäume wie die Buche verdrängen die Eibe mitunter aus dem Wald. Diese zwei Faktoren erklären, warum ihr Bestand in deutschen Wäldern stark zurückgegangen ist und sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.
Doch die Eibe kann auch wehrhaft sein: 2011 ernannte man sie zur Giftpflanze des Jahres. Ihr Toxikum ist nicht zu unterschätzen, weshalb sie nicht in Gärten mit spielenden Kindern oder an Pferde- und Rinderweiden gepflanzt werden sollte. Mit Ausnahme der roten Fruchthülle weisen alle Pflanzenteile wie auch beim Kirschlorbeer stark giftige Alkaloide auf.
Die Eibe – eine der ältesten Heckenpflanzen Europas
Eiben kommen mit wenig Licht aus und sind deshalb auch für die schattigsten Plätze im Garten geeignet. Die Pflanzen sind wie Kirschlorbeer genügsam, relativ unempfindlich und stellen im Gegensatz zu Zimmerpflanzen nur wenig Ansprüche an den Boden. Dieser sollte nur nicht verdichtet sein und zu Staunässe neigen. Lediglich zu viel Sonne mit wenig Niederschlag im Sommer und sehr kalte Winter können ihr zu schaffen machen.
Der Nadelbaum hat einen mehrstämmigen Wuchs und trägt gelbe oder grüne Blüten von März bis April. Im Herbst findet man rote Früchte an Eiben. Unterscheiden muss man dabei zwischen männlichen und weiblichen Eiben. Die männlichen Eiben tragen die schöneren Blüten, dafür bilden nur die weiblichen Eiben die roten Früchte aus. Diese Eigenschaft nennt man Zweihäusigkeit.
Der richtige Schnitt für die Eibenhecke
Lassen Gärtnerinnen und Gärtner Eiben freie Entfaltungsmöglichkeiten, können die Pflanzen nach etlichen Jahren bis zu 18 Meter hoch und 14 Meter breit werden. Sie sind eher selten so groß anzutreffen, da sie in den meisten Gärten als Heckenpflanze ihren Zweck erfüllen. Nicht verwunderlich, denn aufgrund ihrer hohen Schnittverträglichkeit kann man die Eibe munter stutzen und sie treibt trotzdem wieder aus, auch aus dem alten Holz.
Die Wachstumsgeschwindigkeit der Eibe ist im Vergleich zu Zimmerpflanzen nicht sonderlich hoch, mit dem Rückschnitt sollten Gartenfans deshalb nicht zu früh starten. Ein erster Schnitt ist zu Beginn erst nach drei Jahren nötig. Danach heißt es im Frühjahr oder Herbst: Ran an die Heckenschere. Aus Eiben lassen sich mit etwas Fingerfertigkeit und Ausdauer formschöne Garten-Highlights zaubern. Hier sind der Kreativität nahezu keine Grenzen gesetzt.
Eibenhecke: Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen
Der optimale Pflanzzeitpunkt für die Eibenhecke ist das Frühjahr, wenn das Thermometer beständig wieder Plusgrade anzeigt. Vor dem Einpflanzen sollten Gartenfans ein paar Tage eher die Erde sorgfältig umgraben. Dabei können sie zusätzlich Kompost oder, falls schon vorhanden, Rasenschnitt verteilen, um das Bodenleben zu aktivieren. Damit die Hecke am Ende auch möglichst gerade steht, können Gartenfans im Anschluss eine Schnur entlang des Bereichs spannen, an dem die Hecke stehen soll. Neben der gespannten Schnur müssen Gärtnerinnen und Gärtner einen Pflanzkanal ausheben.
Die Pflanztiefe sollte dabei an der Wurzelgröße ausgerichtet werden. Sind die einzelnen Pflanzen 80 Zentimeter und größer, sollten pro laufendem Meter für eine blickdichte Hecke drei bis vier Eiben einen Platz finden. Bei kleineren Pflanzen bieten sich fünf bis sechs Pflanzen pro Meter an. Damit die jungen Pflanzen erst noch ihre tiefen Wurzeln bilden können, muss besonders am Anfang ausreichend gegossen werden.
Die Eibe wächst im Gegensatz zum Kirschlorbeer nur sehr langsam, etwa 20 Zentimeter pro Jahr. Im Alter nimmt das Wachstum ab. Für Sichtschutzhecken hat sich die Hybridsorte ‚Hicksii‘ in den vergangenen Jahren bewährt. Sie wächst schön aufrecht, geht dabei aber nicht allzu sehr in die Breite.
Die Eibe – eine extrem giftige Heckenpflanze
Bei allen Vorteilen, die die Eibe mit sich bringt, darf ihre Giftigkeit nicht unterschätzt werden. Schon der Verzehr weniger Nadeln kann beim Menschen unter anderem zu folgenden Beschwerden führen:
- Atembeschwerden
- Übelkeit
- Herzprobleme
- Schwindel
- Durchfall
- Rotfärbung der Lippen
Im Gegensatz zu vielen Zimmerpflanzen wie Sukkulenten sind alle Teile der Eibe giftig. Aber nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Immer wieder sterben zum Beispiel Pferde am Verzehr der Nadeln, wenn eine Eibe am Rand einer Weide wächst. Daher ist es sinnvoll, beim Rückschnitt der Eibenhecke immer Handschuhe und lange Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, zu tragen. So kann die Haut nicht von austretendem Saft aus den abgeschnittenen Ästen gereizt werden.

