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Reicht ein Brutto-Lohn von 5000 Euro monatlich für eine ordentliche Rente? Nach der Rentenformel könnte am Ende nicht einmal die Hälfte übrigbleiben.
Kassel – Dass das Rentensystem in seiner jetzigen Form nicht mehr aufgeht, ist längst kein Geheimnis mehr. So hatten im Jahr 2021 4,9 Millionen Rentner lediglich ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1000 Euro zur Verfügung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Obwohl im Sommer 2024 eine Erhöhung der Rente geplant ist, macht sich zunehmend Unsicherheit breit. Wie ist die Situation, wenn zuvor ein Monatsgehalt von 5000 Euro brutto bezogen wurde?
Wie viel Rente bleibt bei einem Brutto-Monatsgehalt von 5000 Euro? So wird gerechnet
Wer jetzt schon wissen möchte, mit wie viel Geld er im Alter rechnen kann, kann das mit der Rentenformel selbst herausfinden. Das jährliche Durchschnittsentgelt für das Jahr 2024 beträgt laut der Deutschen Rentenversicherung (DRV) 45.358 Euro. Anhand dieses Durchschnitts werden die sogenannten Entgeltpunkte bemessen. Wer also genau 45.358 Euro im Jahr verdient, erhält am Ende dieses Jahres 1,0 Punkte. Bei 5000 Euro Monatsgehalt wären es gerundet 1,32 Punkte.
Rentenformel für die Altersrente:
Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor
Bei der Berechnung wird also der eigene Verdienst – also 5000 Euro brutto – durch das Durchschnittsentgelt aller Arbeitnehmer geteilt, woraus sich die Entgeltpunkte für das jeweilige Jahr ergeben. Der Zugangsfaktor berücksichtigt Ab- oder Zuschläge zum Zeitpunkt des Renteneintritts. Durch den Rentenwert von aktuell 37,60 Euro kommt der zustehende Betrag pro Entgeltpunkt zustande. Der Rentenartfaktor unterscheidet sich dagegen je nach Art der Rente.
| Rentenart | Faktor |
| Renten wegen Alters | 1,0 |
| Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung | 0,5 |
| Renten wegen voller Erwerbsminderung | 1,0 |
| Erziehungsrenten | 1,0 |
| Kleine Witwen- und Witwerrenten | 1,0 |
| Nach dem „Sterbevierteljahr“ | 0,25 |
| Große Witwen- und Witwerrenten | 1,0 |
| Nach dem „Sterbevierteljahr“ | 0,55 |
| Halbwaisenrenten | 0,1 |
| Vollwaisenrenten | 0,2 |
Quelle: Deutsche Rentenversicherung
Zusammengefasst setzt sich die Rentenformel, die in einer Broschüre der DRV ausführlich erklärt wird, aus den Entgeltpunkten, dem Zugangsfaktor, dem aktuellen Rentenwert sowie dem Rentenartfaktor zusammen. Das Ergebnis der Rechnung ist die monatliche Rentenhöhe. Wer die klassische Altersrente erhält und zur Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht, kann den Zugangs- und Rentenartfaktor bei der Berechnung der monatlichen Rente außen vor lassen.
Beispielrechnung: So viel Rente steht Ihnen zu, wenn Sie 2700 Euro brutto verdient haben
Wer 5000 Euro brutto monatlich verdient (60.000 Euro pro Jahr), liegt deutlich über dem durchschnittlichen Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten von 45.358 Euro. Um die Entgeltpunkte zu ermitteln, wird der Quotient aus dem Jahresgehalt und dem Durchschnittsgehalt aller Arbeitnehmer in Deutschland berechnet. Wie bereits erwähnt, liegt dieser gerundet bei 1,32. In der Praxis werden die Entgeltpunkte im nächsten Schritt mit den Arbeitsjahren multipliziert.
Der Einfachheit halber wird nun davon ausgegangen, dass in 40 Jahren Arbeitszeit durchgängig ein Monatsgehalt von 5000 Euro brutto verdient wurde – was natürlich unrealistisch ist. Folglich werden die Entgeltpunkte von 1,32 mit 40 Arbeitsjahren multipliziert. Daraus ergeben sich aufgerundet insgesamt 53 Entgeltpunkte. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 37,60 Euro für West und Ost kommt wiederum eine Rentenhöhe von rund 1992 Euro heraus.
So viel Rente steht bei einem Monatsgehalt von 4500 Euro am Ende zu Buche
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand über 40 Jahre hinweg stets ein Monatsgehalt von 5000 Euro bezogen hat, darf derjenige also mit einer monatlichen Rente von 1992 Euro rechnen – sofern er oder sie zur Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht. Je nach individuellen Faktoren kann der tatsächliche Wert jedoch mehr oder weniger stark abweichen. Bei einem Verdienst von 2700 Euro brutto im Monat ist die zu erwartende Rente schon wesentlich geringer.
Die Beispielrechnung kompakt zusammengefasst:
- 5000 Euro Monatsgehalt × 12 = 60.000 Euro Jahresgehalt
- 60.000 Euro Jahresgehalt : aktuelles Durchschnittsentgelt von 45.358 = 1,32 Entgeltpunkte
- 1,32 Entgeltpunkte × 40 Arbeitsjahre = 53 Entgeltpunkte aufgerundet
- 53 Entgeltpunkte aufgerundet × aktueller Rentenwert von 37,60 Euro = 1992 Euro Rente
Damit wird wieder einmal klar, dass finanzielle Sorgen im Ruhestand ständige Begleiter sind. In Deutschland gibt es laut Rentenversicherungsbericht gerade einmal 50 Personen, die 3000 Euro Rente im Monat beziehen. Um einen Rentenanspruch von 1200 Euro monatlich zu erhalten, müssten Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsgehalt 37 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse einzahlen. Das Problem: Viele verdienen deutlich weniger als der Durchschnitt. (cln)
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