Selbstbewusster Auftritt

Elektro-SUV aus China mit italienischen Design-Genen: Xiaomi präsentiert den YU7

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Nach der Elektro-Limousine kommt ein E-SUV: Mit dem YU7 will Xiaomi bei der technikaffinen Kundschaft punkten.
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Ein Smartphone-Gigant erobert die Straße: Nach der Elektro-Limousine SU7 legt Xiaomi nun mit dem YU7 ein E-SUV nach. Viel Leistung und Hightech sollen die Kunden überzeugen.

Elektroauto-Start-ups schossen in den 2010er-Jahren beinahe wie Pilze aus dem Boden – doch nur wenigen gelang es, ein marktreifes Auto zu entwickeln und auch auszuliefern. Selbst der Tech-Riese Apple scheiterte mutmaßlich mit einem eigenen Auto-Projekt. Ganz anders der Smartphone-Gigant Xiaomi: Anfang 2024 präsentierte der Hersteller sein erstes Elektroauto: die Limousine SU7. Nun legen die Chinesen nach – und zeigen ein großes SUV mit beeindruckenden technischen Details.

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Design: Anleihen bei der Konkurrenz

Gut, beim Design hat sich Xiaomi mit dem YU7 offenbar etwas am Ferrari-SUV Purosangue orientiert. Allerdings nahm man sich auch bei der Gestaltung des SU7 offensichtlich einige Anleihen bei der Konkurrenz. Aber das machen andere auch: Honda präsentierte kürzlich ein Showcar, das einem italienischen Supersportwagen extrem ähnlich sieht. Das stilistisch verbindende Merkmal zwischen SU7 und YU7 sind die tropfenförmigen Scheinwerfer. Zur Markteinführung stehen drei Farben zur Auswahl: Smaragdgrün, Titansilber und Lavaorange.

Jede Menge Luxus und Komfort

Was die Abmessungen angeht (rund fünf Meter Länge, zwei Meter Breite) spielt der YU7 in einer Liga mit deutschen Premium-Modellen wie dem BMW X5, dem Mercedes GLE und dem Audi Q7 – nur nicht bei der Höhe: Mit 1,60 Meter er ist deutlich flacher. Komfort wird im Xiaomi-SUV großgeschrieben: Fahrer- und Beifahrersitz lassen sich für Pausen-Nickerchen in eine Liegeposition bringen, dazu gibt es eine Zehn-Zonen-Massagefunktion und sogar eine ausfahrbare Stütze für die Unterschenkel. Auch die Lehne der Rücksitzbank lässt sich etwa in eine 45-Grad-Position bringen.

Head-up-Display reicht einmal quer über die Windschutzscheibe

Punkten will der YU7 vor allem mit Technik-Highlights wie dem Mega-Head-Up-Display, das sich praktisch einmal quer über den unteren Rand der Windschutzscheibe erstreckt. Die Technik trägt den Namen „HyperVision Panoramic Display“ und soll auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar sein. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Displays: Ähnlich wie im Tesla Model Y gibt es einen Querformat-Touchscreen auf dem Armaturenbrett. Zwei weitere Bildschirme sind an Rückseiten der Vordersitze angebracht – und ebenfalls wie bei Tesla (etwa im Model 3) – findet sich auch zwischen den Vordersitzen noch einmal ein kleiner Touchscreen.

Antrieb: Drei Leistungsstufen für unterschiedliche Ansprüche

Für den Antrieb stehen drei Varianten zur Verfügung: eine rein heckgetriebene Basis-Version mit 235 kW (320 PS) und 528 Nm Drehmoment, eine „Pro AWD“-Version mit Allradantrieb 365 kW (496 PS) und 690 Nm Drehmoment sowie die „Max AWD“-Version mit 508 kW (691 PS) und 866 Nm Drehmoment. Für letztgenannte Version verspricht Xiaomi einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,23 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 253 km/h. Zu einer erhöhten Sicherheit soll eine ganze Armada von Kameras und Sensoren beitragen: Unter anderem sind ein Lidar, ein Radar, elf Kameras sowie 12 Ultraschallsensoren an Bord. Das Kofferraumvolumen gibt Xiaomi mit 678 Litern (1.758 Liter bei umgeklappten Rücksitzen), der Frunk fasst 141 Liter.

Jede Menge Kameras und Sensoren sollen den Xiaomi YU7 sicher auf Kurs halten.

Reichweite und Laden: Beeindruckende Werte – nach chinesischem Standard

Die Basis-Version bietet mit der 96,3-kWh-Batterie laut Xiaomi eine Reichweite von 835 Kilometern – allerdings nach chinesischem Normzyklus (CLTC), der in der Regel deutlich optimistischere Werte verspricht als der WLTP-Fahrzyklus. Die kraftvollere Allrad-Variante (Pro) soll mit der gleichen Batterie auf 760 Kilometer kommen. Die Max-Version bringt es auf 770 Kilometer, hier bietet die Batterie ein wenig mehr Kapazität (101,7 kWh). Auch beim Laden werden beeindruckende Geschwindigkeiten versprochen: Mit 800-Volt-Technik soll der YU7 in 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen sein, beziehungsweise soll in 15 Minuten Strom für 620 Kilometer Reichweite in die Akkus fließen. Hier muss man relativieren: Denn vermutlich geht der Hersteller von einer idealen Ladeleistung aus, die in der Realität aber meist durch verschiedene Faktoren deutlich ausgebremst wird.

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Ob das Hightech-SUV irgendwann auch in Europa angeboten wird, ist nicht bekannt. Auch offizielle Preise wurden bislang nicht genannt. Doch CarNewsChina schätzt das Basismodell auf einen Startpreis von umgerechnet rund 30.000 Euro, die Pro-Version auf rund 34.000 Euro und die Max-Variante auf rund 40.500 Euro. Damit will man das Tesla Model Y unterbieten. Falls der YU7 irgendwann doch einmal nach Europa kommen sollte, dürfte er kaum zu diesen Schnäppchenpreisen erhältlich sein.

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