CES-Showcar

Irritationen im Netz: Honda-Konzeptauto sieht aus wie ein legendärer Sportwagen

  • schließen

Mit einem Showcar zeigt Honda, wie man sich die Zukunft vorstellt. Im Netz scherzt man über die Ähnlichkeit zu einem weltbekannten Sportwagen.

Die Ära der großen Automessen scheint sich dem Ende entgegenzuneigen: Eine der einst bedeutendsten Veranstaltungen des Jahres, der Genfer Autosalon, schloss im letzten Jahr endgültig seine Pforten. Im Gegensatz dazu gewinnt die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zunehmend an Beliebtheit. Auch hier präsentieren Automobilhersteller ihre neuesten Entwicklungen, darunter auch Honda. Die Japaner stellten unter anderem das in Zusammenarbeit mit Sony entwickelte Elektroauto Afeela 1 vor. Doch in diesem Jahr sorgte vor allem eines ihrer zwei weiteren Konzeptfahrzeuge in den sozialen Medien für Aufsehen.

Das neue Elektro-Showcar von Honda (links) erinnert viele Instagram-Nutzer stark an den Lamborghini Gallardo (rechts).

Honda zeigt Showcar auf der CES – die Reaktionen sind gespalten

Wenn Automobilhersteller auf Messen ihre Konzeptfahrzeuge präsentieren, verfolgen sie unterschiedliche Absichten. Manchmal werden Modelle gezeigt, die der Serienproduktion nahekommen, manchmal sind es jedoch auch reine Zukunftsvisionen. Ob diese Fahrzeuge jemals in Serie gehen, bleibt oft ungewiss. Häufig werden lediglich grundlegende Designelemente übernommen, abhängig davon, wie das Showcar in der Öffentlichkeit ankommt. Bei einem kürzlich von Honda vorgestellten Elektroauto-Konzept gehen die Meinungen stark auseinander.

Konzeptautos der Extreme: Zehn spektakuläre Einzelstücke, die nie in Serie gingen

Das Renault Trezor Renault concept
Platz 10 – Renault Trezor Concept (2016): Auf dem Pariser Autosalon im Jahr 2016 präsentierte Renault einen echten Hingucker: Die futuristische Flunder Trezor Concept gab einen Ausblick, wie ein rein elektrischer Gran Turismo der Franzosen aussehen könnte. Highlight des Konzeptfahrzeugs waren fehlenden Türen – stattdessen öffnete sich zum Einstieg das Dach samt Motorhaube. Schon bei der Vorstellung war allerdings klar: Dieses Gefährt ist einfach zu außergewöhnlich, um jemals in Serie zu gehen. Schön anzuschauen ist es trotzdem. © CTK Photo/Imago
Ein Peugeot e-legend 2019
Platz 9 – Peugeot e-Legend (2018): Es muss nicht immer alles neu sein: Auf dem Pariser Autosalon 2018 zeigte Peugeot die Retro-Studie e-Legend. Beim Design ließen sich die Franzosen dabei vom 504 inspirieren – einem Modell, das Ende der 1960er-Jahre Premiere feierte. Während man bei der Gestaltung in die Vergangenheit schaute, warf man technisch einen Blick in die Zukunft: Das Fahrzeug war mit einem reinen Elektroantrieb ausgestattet und sollte zeigen, wie man sich autonome Fahrmodi vorstellt. So ließ sich beispielsweise das Lenkrad unter der Soundbar versenken. Dennoch: In Serie ging der e-Legend nicht. © Xinhua/Imago
VW Futura
Platz 8 – VW Futura (1989): Wenn es um ein Messe-Showcar geht, dann greifen Autodesigner gerne zu Flügeltüren – so wirkt auch ein verhältnismäßig unspektakuläres Fahrzeug zumindest einigermaßen aufregend. Auch der VW Futura wurde im Jahr 1989 für seinen Auftritt auf der IAA in Frankfurt damit ausstaffiert – wohl wissend, dass es diese aufwendige Technik höchstwahrscheinlich nicht in ein Serienmodell schafft. Sowohl die Flügeltüren als auch die gläserne Heckklappe ließen sich zudem abnehmen, wodurch der Wolfsburger zu einer Art T-Top-Cabrio wurde. Der Futura blieb ein Einzelstück, allerdings gab er schon mal einen kleinen Ausblick auf das Design des späteren VW Sharan. © VW
Der Audi urban concept
Platz 7 – Audi Urban Concept (2011): Bei Showcars hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie – im Falle von Audi sind die Fahrzeuge zumeist schon ein relativ konkreter Ausblick auf ein Serienauto. Nicht so beim Audi Urban Concept: Auf der IAA 2011 in Frankfurt zeigten die Ingolstädter das Schmalspurfahrzeug, in dem zwei Personen hintereinander Platz nehmen. Der dynamische Rennwagen-Look täuschte etwas über die bescheidene Motorisierung hinweg: Zwei Elektromotoren sollten 20 PS leisten. Dafür wog das Gefährt nur 480 Kilogramm – die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100 km/h, die Reichweite gab Audi mit rund 60 Kilometern an. Später wurde die Studie, die als reines Stadtmobil konzipiert war, auch noch als Spyder-Version gezeigt – in Serie gingen beide nicht. © Audi
Der BMW M1 Hommage
Platz 6 – BMW M1 Hommage (2008): Im Herbst 1978 begann BMW mit der Produktion des legendären Supersportwagens M1 – bis Ende 1981 wurden 460 Exemplare gebaut. Die 277 PS aus einem Reihensechszylinder klingen heute allerdings nicht mehr wirklich gewaltig. Umso mehr erinnert man sich noch immer an des keilförmige Design des Mittelmotorsportlers. BMW ließ die Legende im Jahr 2008 wieder aufleben: Auf dem Concorso d‘Eleganza am Comer See zeigten die Münchner den BMW M1 Hommage. Die extrem designte Studie in oranger Metallic-Lackierung ist ein echter Hingucker. In Serie ging die Retro-Flunder nicht – allerdings nahm das Design schon etwas von einem anderen Fahrzeug voraus: dem BMW i8, der ab dem Jahr 2013 gebaut wurde. © BMW
Das Opel Monza Concept
Platz 5 – Opel Monza Concept (2013): In Serienfahrzeug sind Flügeltüren eine echte Rarität – zumeist sieht man sie nur in Supersportwagen, denn die Technik ist aufwändig und anfällig. Ein Hingucker sind sie aber immer, weshalb sie sich perfekt für Messestudien eignen. Auch Opel entschied sich beim Monza Concept auf der IAA in Frankfurt 2013 dafür. Die Serien-Chancen für ein schickes Luxus-Coupé dieser Art aus dem Hause Opel waren aber von vorneherein gering. Es blieb bei dem einen Showcar. Wer heute einen Monza fahren will, muss sich deshalb auf die Suche nach einem Original machen, das ab Ende der 1970er-Jahre gebaut wurde. © YAY Images/Imago
Das Bugatti 16C Galibier Concept
Platz 4 – Bugatti 16C Galibier Concept (2009): Die Marke Bugatti kennt man heutzutage vor allem durch zwei Modelle: die Supersportwagen Veyron und Chiron – beide mit einem 16-Zylindermotor und einer Leistung von weit mehr als 1.000 PS ausgestattet. 2009 zeigte die Marke mit dem Bugatti 16C Galibier Concept jedoch ausgewählten Gästen, wie man sich eine Luxuslimousine der Franzosen vorstellen könnte. Die Öffentlichkeit bekam das Showcar dann auf dem Genfer Autosalon 2010 zu sehen. Wie der Zusatz „16C“ verrät, wäre auch die sportliche Limousine mit einem gewaltigen 16-Zylindermotor ausgestattet gewesen. Den Weg in die Serienfertigung – wenn man bei den geringen Stückzahlen der Marke überhaupt davon sprechen kann – fand der Galibier nicht. Umso exklusiver bleibt damit die Besonderheit des Konzeptautos: Auf dem Armaturenbrett des Wagens ist eine Tourbillon-Uhr von Parmigiani Fleurier verbaut – diese lässt sich aus der Halterung herausnehmen und als Armbanduhr tragen. © Uli Deck/dpa
Der Citroën Tubik
Platz 3 – Citroën Tubik (2011): Vans sind optisch eher unspannende Fahrzeuge, was mit ihrer naturgemäß meist kastenartigen Form zu tun hat. Dass man ein solches Fahrzeug aber auch durchaus außergewöhnlich gestalten kann, zeigte Citroën im Jahr 2011 auf der IAA in Frankfurt mit dem Tubik. Ob einem das Design – speziell der Front – gefällt, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Eine riesige Flügeltüre öffnet den Zugang zum loungeartigen Innenraum des Turik. Die Sitzgelegenheiten bieten maximale Variabilät – und lassen sich beispielsweise auch zu einem Bett umbauen. Ein Fahrzeug der Extreme, das ebenfalls ein Einzelstück blieb. © Sebastian Geisler/Imago
Ein BMW E1
Platz 2 – BMW E1 (1991): Es gibt immer wieder Konzeptfahrzeuge, die ihrer Zeit einfach zu weit voraus sind. Zu diesen gehört wohl auch der BMW E1, den die Münchner im Jahr 1991 auf der IAA in Frankfurt vorstellten. Ein kompaktes Elektrofahrzeug mit einer Länge von knapp 3,50 Metern, in dem vier Personen Platz finden sollen. Die Natrium-Schwefel-Batterie bot eine Kapazität von 20 kW und hätte unter günstigen Umständen für eine Reichweite von rund 200 Kilometern reichen sollen. Der 32 kW starke Elektromotor trieb BMW-typisch nur die Hinterräder an, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 120 km/h. 1993 stellte BMW eine zweite Version des E1 vor – diesmal mit einem Verbrennungsmotor. Doch weder die eine noch die andere Variante schafften es in die Serie – dennoch gilt der E1 so manchem als früher Vorläufer des i3, der ab 2013 produziert wurde. © BMW
Mercedes NAFA
Platz 1 – Mercedes Nafa (1982): Beim Anblick dieses Gefährts mag man an viele Hersteller denken – aber sicher nicht an Mercedes. Allerdings präsentierten die Schwaben im Jahr 1982 tatsächlich die Studie Nafa – eine Abkürzung für „Nahverkehrsfahrzeug“. Die kantige Kiste war gerade einmal 2,5 Meter lang und 1,5 Meter breit und hoch. Sie bot Platz für zwei Personen und war als minimalistisches Stadt-Mobil konzipiert. Das kuriose Gefährt blieb ein Einzelstück – und gilt dennoch als Ur-Vater von späteren City-Flitzern wie dem Smart oder der A-Klasse.  © Mercedes-Benz

Hondas Design-Vision – Instagram-Nutzer sehen große Ähnlichkeit zu einem Lamborghini

Auf der CES präsentierten die Japaner zwei Prototypen der 0-Serie. Diese Modelle sollen einen Ausblick darauf geben, wie Honda sich die Zukunft der Elektromobilität vorstellt. Während das SUV eher unspektakulär wirkt, zieht die Sportwagen-Variante die meisten Blicke auf sich. Sie erinnert stark an das Design einer anderen Marke. Unter dem Instagram-Post von Honda (weiter unten zu finden) heben viele Nutzer hervor, dass das Fahrzeug, insbesondere an der Front, eine auffällige Ähnlichkeit mit dem Lamborghini Gallardo (nach dem Facelift, gebaut von 2008 bis 2013) aufweist. Im hinteren Drittel nimmt das Fahrzeug jedoch eher die Form eines Vans an.

„Ein Gallardo auf Temu bestellt“ – nicht alle sind vom Honda-Design begeistert

Einige Nutzer feiern das neue Design, während andere Parallelen zu den umstrittenen Entwürfen von Jaguar ziehen. Obwohl manche in dem Showcar einen Lamborghini erkennen, sind nicht alle mit der Umsetzung zufrieden. Hier einige Kommentare:

  • „Ein Gallardo auf Temu bestellt.“
  • „Sieht aus, als ob ein Kind versucht, einen Lamborghini zu zeichnen.“
  • „Sie haben das Design eines Lamborghini Gallardo genommen und es massakriert.“
  • „Limousine sieht sehr schön und futuristisch aus, aber leider nicht wie Honda.“
  • „JDM-Gallardo-Crossover.“

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter.

Zu den technischen Details der Elektrofahrzeuge hat Honda bisher keine Informationen preisgegeben. Die Japaner scheinen jedoch mit ihrer Software punkten zu wollen: Die Fahrzeuge werden mit dem von Honda selbst entwickelten Asimo-Betriebssystem ausgestattet. Die Vorteile sind derzeit noch recht vage formuliert, aber es scheint, dass die Fahrzeuge die Bedürfnisse der Menschen erkennen und entsprechend reagieren sollen. Auch im Bereich des autonomen Fahrens sollen die Elektro-Modelle, die ab 2026 auf den Markt kommen sollen, bedeutende Fortschritte machen.

Rubriklistenbild: © Honda, Pond5 Images/Imago

Kommentare