Nach Feuer-Inferno auf Frachter: Bergung von rund 1.100 Autos angelaufen
VonSebastian Oppenheimer
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Nach einem tagelangen verheerenden Brand wurde der Auto-Frachter „Fremantle Highway“ nach Eamshaven geschleppt. Jetzt hat die Bergung von vermeintlich unbeschädigten Fahrzeuge begonnen.
Über mehrere Tage wütete auf dem japanischen Frachter „Fremantle Highway“ ein verheerendes Feuer. Das Schiff hatte rund 3.800 Autos geladen, von denen durch den Brand etwa 2.700 zerstört wurden. Teils verschmolzen die Wagen durch die extreme Hitze mit dem Deck. Auch wenn die eigentliche Brandursache noch ungeklärt ist, hatte die Weltschifffahrtsorganisation IMO erklärt, die Regeln für den Transport von Elektroautos verschärfen zu wollen. Inzwischen wurde nun mit der Bergung der vermeintlich unbeschädigten Fahrzeuge begonnen – die Aktion soll voraussichtlich rund eine Woche dauern.
Bergung von Frachter: Autos müssen zunächst durch Waschanlage
Die etwa 1.100 vermeintlich heilen Fahrzeuge stehen auf den unteren vier der insgesamt zwölf Decks. Die Autos können aber nicht einfach vom Frachter heruntergefahren werden – zuvor müssen sie noch auf dem Schiff gewaschen werden. Der Vorgang hat laut Medienberichten ökologische Gründe: Das Schmutzwasser wird aufgefangen und entsorgt.
Geborgene Autos: Hersteller und Frachtinspektoren entscheiden, was damit passiert
Die geborgenen Fahrzeuge werden im Hafen von Eemshaven auf einem besonders geschützten Gelände geparkt. Jetzt müssen Autohersteller und Frachtinspektoren entscheiden, was mit den Autos weiter passiert. Denn auch wenn die Fahrzeuge äußerlich intakt wirken, könnte ihnen beispielsweise Rauchgestank anhaften.
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Nach Feuer auf Autofrachter: Zukunft des Schiffs noch ungewiss
Anfang August war der Frachter nach Eemshaven in den Niederlanden geschleppt worden, nachdem das Feuer tagelang gewütet hatte. Die Brandursache steht nach wie vor nicht fest, die Untersuchung dazu läuft. Nach ersten Informationen der Küstenwache direkt nach Ausbruch des Feuers könnte womöglich ein E-Auto Ausgangspunkt des Feuers gewesen sein. Die Allianz-Versicherung hatte bereits im Mai vor Schiffsbränden durch Elektroautos gewarnt. Der Nordsee, den Inseln und den Naturgebieten des Wattenmeers hatte eine Ölpest gedroht. Bei der Evakuierung des Schiffes war ein Mensch ums Leben gekommen.
Die „Fremantle Highway“ kann bis zum 14. Oktober in dem Hafen auf der niederländischen Seite der Emsmündung bleiben. Von dort soll der Frachter an einen anderen Ort geschleppt werden, wo er entweder abgewrackt oder repariert wird. (Mit Material der dpa)