VonSandra Sporerschließen
Es gibt immer mehr extreme Wetterlagen. Damit man im Ernstfall nicht auf den Kosten sitzen bleibt, ist eine Elementarschadenversicherung sinnvoll. Das gilt es zu beachten.
Frankfurt – Laut der Verbraucherzentrale sind nur 46 Prozent der Privathäuser in Deutschland gegen Elementarschäden wie zum Beispiel Überschwemmungen und Starkregen abgesichert. Kommt es zu einer Naturkatastrophe, greifen Gebäude- und Hausratsversicherung jedoch nicht und man bleibt auf den Kosten sitzen. Durch den Klimawandel treten extreme Wetterphänomene zudem häufiger auf. Deshalb macht eine Absicherung gegen Elementarschäden in vielen Fällen Sinn. Aber auch wenn man entsprechend versichert ist, gilt es einiges zu beachten, damit die Versicherung am Ende für entstandene Schäden aufkommt.
Gebäude-, Hausrats- und Elementarschadenversicherung: So sichern sie ihr Haus richtig ab
Viele fühlen sich mit Wohngebäude- und Hausratsversicherung ausreichend abgesichert. Beide Versicherungen haben jedoch ihre Grenzen und Schäden durch Naturkatastrophen sind meist nicht abgesichert. Dazu gehören etwa Hagel, Stürme mit einer Windstärke von acht oder mehr, Überschwemmungen oder auch Erdbeben. Die Art des Schadens entscheidet darüber, welche Versicherung zahlt.
In diesen Fällen greift die Elementarschadenversicherung. Sie kann entweder als Erweiterung der Wohngebäude- oder der Hausratsversicherung abgeschlossen werden. Dem Vergleichsportal Check24 zufolge kann man sich schon für 85 Euro im Jahr gegen Naturkatastrophen absichern. Bei Häusern in gefährdeteren Gebieten zahlt man natürlich mehr.
Gegen diese Wetterphänomene ist man mit der Elementarschadenversicherung abgesichert:
- Überschwemmung (außer Kellerüberschwemmung durch Grundwasser)
- Rückstau, also wenn Wasser sich in den Leitungen staut und wieder zurückfließt
- Erdbeben, Erdsenkung & Erdrutsch (allerdings nur, wenn diese nicht durch Menschen ausgelöst wurden)
- Schneedruck
Für wen sich eine Elementarschadenversicherung lohnt
Eine Versicherung gegen Elementarschaden lohnt sich vor allem dann, wenn das eigene Haus in einem Gebiet steht, in dem es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eines der Naturereignisse gibt, gegen das die Police sie absichert. Auch sollte vor dem Abschließen der Zusatz-Sicherung nachgeprüft werden, was bereits durch bestehende Versicherungen abgedeckt ist. Wenn man sich unsicher ist, kann es auch sinnvoll sein, sich von seiner Versicherungsmaklerin oder seinem Versicherungsmakler beraten zu lassen.
Wie viel die Zusatzversicherung kostet, bestimmt die Versicherungsgesellschaft abhängig vom sogenannten ZÜRS-Level. ZÜRS steht dabei für Zonierungssystems für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Gebiete werden dabei in eine von vier Zonen eingeteilt, die darauf basieren, wie oft es in den jeweiligen Gebieten in den vergangenen Jahrzehnten beziehungsweise Jahrhunderten zu Naturkatastrophen kam.
Je höher das ZÜRS-Level, desto mehr muss man für die Elementarschadenversicherung zahlen. Bei ZÜRS-Level vier bieten viele Versicherer erst gar keinen Versicherungsschutz an. Und wenn, dann nur mit sehr hohen Beitragszahlungen. Laut dem GDV (Gesamtverband der Versicherer) haben jedoch 92,4 Prozent aller Häuser in Deutschland das niedrigste ZÜRS-Level 1 und müssen somit auch keine hohen Beiträge fürchten. Das ist gut, denn in Zukunft könnte die Elementarschadenversicherung Pflicht werden.
So handeln Sie bei Flut und Starkregen richtig
Damit die Versicherung am Ende auch zahlt, muss man einige Maßnahmen treffen. Geht ein Fenster kaputt, beispielsweise durch Hagel, sollte dieses zumindest mit einer Plane abgedeckt werden. Für Schäden durch Hereinregnen kommt die Versicherung nämlich nicht auf. Die Verbraucherzentrale nennt als Vorsorgemaßnahmen zudem den Einbau von Rückschlagklappen in überflutungsgefährdeten Räumen und Gegenstände in Kellerräumen mindestens 12 Zentimeter über dem Boden zu lagern. (sp)
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