Der richtige Zeitpunkt

Wassertriebe beim Apfelbaum entfernen – wichtige Maßname beim Rückschnitt

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Wassertriebe rauben dem Obstbaum unnötig Energie.
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Den Apfelbaum zu schneiden, ist für eine gute Ernte wichtig. Auch die sogenannten Wassertriebe sollten Sie entfernen – der richtige Zeitpunkt ist entscheidend.

Ein Apfelbaum im eigenen Garten ist für viele Menschen ein Traum – im Frühjahr sind seine hellen Blüten ein echter Hingucker und im Herbst lockt eine leckere Ernte. Wer sich jedoch auf Dauer an einem gesunden Obstbaum und zahlreichen Früchten erfreuen will, sollte seinen Apfelbaum gut pflegen. Dazu gehört auch das regelmäßige Zurückschneiden der Äste. Übertreiben sollten Sie es dennoch nicht – denn dann könnten sogenannte Wassertriebe entstehen. 

Was sind Wassertriebe bei einem Apfelbaum? 

Sie sprießen schnell senkrecht in die Höhe und zeichnen sich durch ihre helle, glatte Rinde aus – Wassertriebe erkennen Gartenexperten sofort. Der Grund für die sogenannten Wasserschosser ist dabei oft eine zu gut gemeinte Pflege. Sie treten häufig dann auf, wenn Sie den Baum im Vorjahr zu stark zurückgeschnitten haben. Dieser versucht dann, möglichst schnell neue Zweige zu bilden. Daneben gibt das noch weitere Gründe für die langen Triebe:

  • Sie haben den Baum zu sehr gedüngt.
  • Der Baum hat wenig Früchte produziert. Das passiert insbesondere bei älteren Exemplaren. Durch die neuen Äste versucht der Obstbaum, wieder zu mehr Früchten zu gelangen – meist jedoch ohne Erfolg.
  • Der Baum ist zu stark gewachsen und hat gleichzeitig zu wenig Äste ausgebildet. Das versucht er nun mithilfe der Wassertriebe zu kompensieren.

Apfelbaum schneiden: So entfernen Sie Wassertriebe

Auch wenn Wassertriebe dem Baum grundsätzlich nicht schaden – es macht dennoch Sinn, sie zu entfernen. Der Grund: In die neuen Triebe steckt der Baum Energie und Nährstoffe. Diese fehlen ihm an anderer Stelle: beispielsweise bei der Frucht- und Blütenbildung. So können die Wasserschosser dafür sorgen, dass die Ernte geringer ausfällt. Zudem sind sie anfälliger für Krankheiten und gefährden auf diese Weise den ganzen Baum. 

Wer direkt reagiert, kann die Triebe einfach mit einem kräftigen Ziehen per Hand entfernen. Wenn möglich, nehmen Sie dabei mehrere Schosser gleichzeitig in die Hand. Wunden, die durch das Reißen entstehen, schaden dem Baum nicht. Er kann diese sogar schneller schließen als solche, die durch einen Rückschnitt mit der Gartenschere entstehen. Das verhindert auch gleich die Bildung neuer Triebe. 

Sind die Wasserschosser dagegen schon etwas dicker und kräftiger, sollten Sie zu einem Handgerät (werblicher Link) wie der Gartenschere greifen. Setzen Sie diese direkt an der Stelle an, an der der frische Trieb aus dem bestehenden Ast sprießt. Sind die Treibe des Apfelbaums nicht hell, sondern schwarz? Dann könnte es sich um Feuerbrand handeln.

Alte Apfelsorten: Zehn Sorten, die man mal kosten sollte

Rote Äpfel der Sorte Gravensteiner am Baum hängend
Der Gravensteiner ist seit 1669 bekannt und wird von vielen Allergikern gut vertragen. © CHROMORANGE/Imago
Ein Apfel der Sorte Prinz Albrecht von Preußen
Gestatten: Prinz Albrecht von Preußen. Pflegeleicht, mildsäuerlich und extrasaftig. © imagebroker/schreiter/Imago
Mehrere rote Äpfel der Sorte Winter-Goldparmäne
Leicht mehlig, aber würzig: Die Winter-Goldparmäne ist eine der ältesten Apfelsorten (um das Jahr 1510). © imagebroker/schreiter/Imago
Eine große Menge frisch gepflückter Äpfel der Sorte Cox Orange
Ein sehr allergener Apfel aus Übersee: Der aromatische Cox Orange ist trotzdem äußerst beliebt. © imagebroker/Imago
Drei Granny-Smith-Äpfel auf Holzunterlage
Wer hätte das gedacht: Der grellgrüne Granny Smith ist eine alte neuseeländische Sorte, die 1868 entdeckt wurde. © Panthermedia/Imago
Eine Hand hält einen Zweig, an dem drei Martini-Äpfel hängen
Der Apfel Martini hat nichts mit dem gleichnamigen Cocktail zu tun – schmeckt aber ebenfalls süßsäuerlich. © Manfred Ruckszio/Imago
Ein Mann hält in seinen Händen viele Boskopäpfel
Der Rote Boskop ist für seine säuerliche Note bekannt und eignet sich gut zum Einmachen oder Backen. © Lars Berg/Imago
Apfel Jonathan in Nahaufnahme
Schneewittchen entsprungen: Der oft rotbackige Jonathan hat ein sehr süßes, festes Fruchtfleisch. © McPHOTO/Imago
Weißer Klaräpfel an einem Apfelbaum
Der Klarapfel reift bereits Ende Juli und eignet sich sehr gut für Apfelmus und Apfelstrudel. © Seeliger/Imago
Mehrere Äpfel der Sorte Berlepsch in einem Korb
Der Apfel Goldrenette Freiherr von Berlepsch wurde 1880 gezüchtet und ist sehr knackig. © agefotostock/Imago

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Schnitt?

Wassertriebe im Winter entfernen? Keine gute Idee, die nur für weitere Schosse sorgt. Das liegt daran, dass der Baum zu dieser Jahreszeit über sogenannte schlafende Augen verfügt – versteckte Knospen, aus denen die Wasserschosse hervor schießen. Durch den Rückschnitt bilden die schlafenden Augen immer neue Triebe aus. 
Warten Sie stattdessen bis zu den Eisheiligen Mitte Mai, um Ihren Apfelbaum zu schneiden – spätestens bis zum Beginn des Sommers. Dann sind die Triebe noch ganz frisch und lassen sich besonders einfach entfernen.  

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