Symptome richtig deuten

Stillen Reflux erkennen: Heiserkeit und häufiges Räuspern erhöht Risiko für Folgeerkrankungen

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Reflux und Sodbrennen kennen wahrscheinlich viele. Doch stiller Reflux? Auch Kratzen im Hals sowie Schluckbeschwerden zählen zu den unspezifischen Symptomen.

Unangenehmes Brennen bis in den Rachen – Menschen, die bereits Erfahrung mit Sodbrennen gemacht haben oder regelmäßig darunter leiden, kennen die unangenehmen Symptome nur zu gut. Häufig werden bestimmte Lebensmittel und Getränke als Auslöser identifiziert. Dann können Hausmittel oder Medikamente gegen Sodbrennen Abhilfe schaffen. In schwerwiegenderen Fällen kann Sodbrennen auch auf ernsthafte Erkrankungen wie Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs hinweisen. Um derartige Folgen zu vermeiden, gilt es nicht nur, Reflux und Sodbrennen möglichst zu vermeiden, vielmehr bei anhaltenden Symptomen und Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Reflux-Symptome können sich auch unspezifisch zeigen – Anzeichen erkennen und beobachten

Häufiges Räuspern und Kratzen im Hals kann für einen stillen Reflux, den Rückfluss von Magensäure sprechen.

Nach einer deftigen Mahlzeit und/oder mit dem Genuss von Alkohol kommt es bei so manchen zum Rückfluss von Magensäure (Reflux) in die Speiseröhre, was dann unliebsames Sodbrennen auslöst. Besonders unangenehm ist es, wenn sich die Symptome mit dem Schlafengehen im Liegen bemerkbar machen. Ein Ernährungsplan und Tagebuch des eigenen Essverhaltens kann sehr hilfreich sein.

Tipp, um Sodbrennen vor dem Schlafengehen zu vermeiden

Wer bereits weiß, dass er zu Sodbrennen neigt, sollte bestimmte Lebensmittel reduzieren oder gar meiden. Kleine Mahlzeiten mit wenig Fett und Zucker sowie ein Abendessen mit mindestens vier bis fünf Stunden Abstand zum Schlafengehen können die Magensaftproduktion, Reflux und Sodbrennen vermindern.

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Ein Reflux kann sich jedoch auch anhand von unspezifischen Symptomen und nicht immer direkt durch Sodbrennen zeigen. Dann spricht man von einem sogenannten stillen Reflux. In diesem Fall steigt die Magensäure in Form feinster Tröpfchen bis zum Rachen auf und reizt die Atemwege, Stimmbänder sowie den Kehlkopf, laut NDR, was folgende Beschwerden zur Folge haben kann:

  • Heiserkeit
  • Kratzen im Hals
  • Häufiger Drang, zu räuspern
  • Kloßgefühl im Hals
  • Chronischer Husten
  • Entzündung im Rachen
  • Immer wiederkehrende Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Schleimbildung im Rachen
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Auslösende Lebensmittel für Sodbrennen besser meiden – mit Hausmitteln und Medikamenten Beschwerden lindern

Kaffeebohnen
Auch wenn es die Kaffeeliebhaber unter den Sodbrennen-Geplagten weniger wahrhaben möchten: Der morgendliche Wachmacher regt nachweislich die Produktion der Magensäure an. Dabei kommt es auf die Art und Dauer der Röstung an. Je länger der Kaffee geröstet wurde, desto weniger Magen-reizende Chlorogensäure ist enthalten. Es kann schon helfen, die Kaffeesorte zu wechseln, um Sodbrennen zu minimieren oder ganz zu vermeiden.  © Nenov Images/Imago
Nussschnecke
Hmmm, lecker! Ein süßes Teilchen zum Kaffee schmeckt einfach köstlich. Doch Vorsicht: Frische Hefebackwaren wie Nussschnecken und Krapfen sowie Kekse gehören bei vielen Menschen, die für Sodbrennen anfällig sind, ebenfalls zu den typischen Auslösern. Das liegt zum einen an der enthaltenen Hefe, zum anderen an dem raffinierten Zucker, raffinierten Weißmehl und den gesättigten Fettsäuren, die Sodbrennen fördern. © azur13/Imago
Kohlensäure im Glas
Der Auslöser für zu viel Magensäure versteckt sich bereits im Wort selbst: Kohlensäure. Dabei enthält Sprudelwasser keine Säure, vielmehr gelöstes Kohlendioxid. In Mineralwasser und anderen Getränken enthalten, kann das gelöste Kohlendioxid Sodbrennen auslösen, da sich dadurch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen öffnet. So kann der Mageninhalt mitsamt der Säure in die Speiseröhre aufsteigen, was die typischen Refluxbeschwerden mit sich bringt. © Westend61/Imago
Gläser mit Alkohol
Auch alkoholische Getränke können bei einigen Menschen zu Sodbrennen führen. Insbesondere Sekt mit viel Kohlensäure und Weißwein mit erhöhter Säure bei einem ph-Wert von 2,8 bis 3, können den Reflux von vermehrtem Magensaft anregen. © Zoonar.com/Katerina Solovyeva/Imago
Frisch gepresste Zitronen
Säurehaltiges Obst wie Zitronen bestehen aus reichlich Säure, die Sodbrennen begünstigen kann. © Westend61/Imago
Grapefruit
Auch der Genuss frischer Grapefruit oder sauren Beeren kann bei manchen Menschen das Risiko für Sodbrennen erhöhen. © LuboIvanko/Imago
Salat mit Beeren und rohen Zwiebeln
Rohe Zwiebeln gelten als ein Lebensmittel, das einen Reflux von Magensäure begünstigen kann. In einer Studie, die im „American Journal of Gastroenterology“ veröffentlicht wurde, konnte festgestellt werden, dass eine einzige Zwiebelscheibe bereits zu einem signifikanten Anstieg von Wasserstoff-Ionen im Magen führt. Dies hat eine deutliche Zunahme von Sodbrennen zur Folge, wie das „Ärzteblatt“ berichtet. © Elet/Imago
Bruschetta-Brot mit frischen Tomaten
Auch Tomaten können die Magensaft-Produktion anregen und Sodbrennen begünstigen. Selbst nach dem Verzehr von Tomaten-Ketchup kann sich der Effekt einstellen. © ildi/Imago
Rote Paprika
Neben den Zwiebeln zählen auch rohe Paprika zu den Gemüsesorten, die Sodbrennen auslösen können. Um ihre Verdauung anzukurbeln, muss der Körper mehr Magensäure produzieren, wodurch es zu einem Rückfluss über die Speiseröhre bis in den Rachen kommen kann. © Vladdeep/Imago
Hering-Fisch
So gesund sie aufgrund ihrer Omega-3-Fettsäuren sind, fette Fischsorten wie Hering, Aal und Karpfen regen die Magensäureproduktion an und können durch übermäßigen Rückfluss zurück in die Speiseröhre und den Rachen Sodbrennen verursachen. © blickwinkel/Imago
Burger
Fettes und stark gewürztes Fleisch sowie fetthaltiger Käse können nach dem Verzehr – erst recht in Kombination wie bei einem Burger – die Produktion der Magensäure anregen und Sodbrennen verursachen. Wer auf Käse und gebratenes Fleisch reagiert, sollte den Konsum möglichst gering halten.  © Alex9500/Imago

Reflux und mögliche Folgeerkrankungen

Genannte Symptome eines stillen Reflux sollten gerade dann ernst genommen werden, wenn sie länger anhalten oder regelmäßig auftreten. Bleibt ein chronischer Reflux unbehandelt, können bleibende Schäden auf der Schleimhaut der oberen Atemwege und auch der Lunge entstehen. Weitere Folgeerkrankungen, zu denen es kommen kann:

  • Entzündungen im Rachen und in der Speiseröhre
  • Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung
  • Blutungen und Geschwüre in der Speiseröhre
  • Vernarbung von Lungengewebe (Fibrose), was zu Atemnot und chronischem Husten führt
  • Schleimhautveränderungen am unteren Ende der Speiseröhre (Barrett-Syndrom), die als Vorstufe für einen bösartigen Tumor gelten
  • Speiseröhrenkrebs

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © stockbakery/Imago

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