Stillen Reflux erkennen: Heiserkeit und häufiges Räuspern erhöht Risiko für Folgeerkrankungen
VonNatalie Hull-Deichsel
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Reflux und Sodbrennen kennen wahrscheinlich viele. Doch stiller Reflux? Auch Kratzen im Hals sowie Schluckbeschwerden zählen zu den unspezifischen Symptomen.
Unangenehmes Brennen bis in den Rachen – Menschen, die bereits Erfahrung mit Sodbrennen gemacht haben oder regelmäßig darunter leiden, kennen die unangenehmen Symptome nur zu gut. Häufig werden bestimmte Lebensmittel und Getränke als Auslöser identifiziert. Dann können Hausmittel oder Medikamente gegen Sodbrennen Abhilfe schaffen. In schwerwiegenderen Fällen kann Sodbrennen auch auf ernsthafte Erkrankungen wie Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs hinweisen. Um derartige Folgen zu vermeiden, gilt es nicht nur, Reflux und Sodbrennen möglichst zu vermeiden, vielmehr bei anhaltenden Symptomen und Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
Reflux-Symptome können sich auch unspezifisch zeigen – Anzeichen erkennen und beobachten
Nach einer deftigen Mahlzeit und/oder mit dem Genuss von Alkohol kommt es bei so manchen zum Rückfluss von Magensäure (Reflux) in die Speiseröhre, was dann unliebsames Sodbrennen auslöst. Besonders unangenehm ist es, wenn sich die Symptome mit dem Schlafengehen im Liegen bemerkbar machen. Ein Ernährungsplan und Tagebuch des eigenen Essverhaltens kann sehr hilfreich sein.
Tipp, um Sodbrennen vor dem Schlafengehen zu vermeiden
Wer bereits weiß, dass er zu Sodbrennen neigt, sollte bestimmte Lebensmittel reduzieren oder gar meiden. Kleine Mahlzeiten mit wenig Fett und Zucker sowie ein Abendessen mit mindestens vier bis fünf Stunden Abstand zum Schlafengehen können die Magensaftproduktion, Reflux und Sodbrennen vermindern.
Ein Reflux kann sich jedoch auch anhand von unspezifischen Symptomen und nicht immer direkt durch Sodbrennen zeigen. Dann spricht man von einem sogenannten stillen Reflux. In diesem Fall steigt die Magensäure in Form feinster Tröpfchen bis zum Rachen auf und reizt die Atemwege, Stimmbänder sowie den Kehlkopf, laut NDR, was folgende Beschwerden zur Folge haben kann:
Heiserkeit
Kratzen im Hals
Häufiger Drang, zu räuspern
Kloßgefühl im Hals
Chronischer Husten
Entzündung im Rachen
Immer wiederkehrende Halsschmerzen
Schluckbeschwerden
Schleimbildung im Rachen
Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Auslösende Lebensmittel für Sodbrennen besser meiden – mit Hausmitteln und Medikamenten Beschwerden lindern
Genannte Symptome eines stillen Reflux sollten gerade dann ernst genommen werden, wenn sie länger anhalten oder regelmäßig auftreten. Bleibt ein chronischer Reflux unbehandelt, können bleibende Schäden auf der Schleimhaut der oberen Atemwege und auch der Lunge entstehen. Weitere Folgeerkrankungen, zu denen es kommen kann:
Entzündungen im Rachen und in der Speiseröhre
Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung
Blutungen und Geschwüre in der Speiseröhre
Vernarbung von Lungengewebe (Fibrose), was zu Atemnot und chronischem Husten führt
Schleimhautveränderungen am unteren Ende der Speiseröhre (Barrett-Syndrom), die als Vorstufe für einen bösartigen Tumor gelten
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.