VonNatalie Hull-Deichselschließen
Gelegentliches saures Aufstoßen nach dem Essen ist zwar unangenehm, hat jedoch in der Regel keine ernsten Folgen. Ganz anders verhält es sich bei häufigem Sodbrennen.
Der Rückfluss (Reflux) von Magensaft führt zu Sodbrennen, einem brennenden Aufstoßen – regelmäßiges Sodbrennen gilt als ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs, neben Übergewicht, Rauchen und regelmäßigem sowie hohem Alkoholkonsum. Um zu vermeiden, dass Sodbrennen chronisch wird und in der Folge Erkrankungen der Speiseröhre entstehen können, empfiehlt es sich insbesondere für Menschen, die häufiger unter Sodbrennen leiden, die Ernährung anzupassen beziehungsweise festzuhalten, was täglich gegessen und getrunken wird.
Ernährung begünstigt Reflux – Erkrankungen der Speiseröhre können die Folge sein
Die Ernährung kann die Entstehung verschiedener Erkrankungen begünstigen, somit auch einen chronischen Reflux. Verhältnismäßig geringfügige Anpassungen im Essverhalten, beispielsweise kleine Mahlzeiten mit wenig Fett und Zucker wählen, sowie bestenfalls nicht nach 19:00 Uhr essen, können schon einen großen Effekt zeigen, wie die Ernährungs-Docs des NDR empfehlen. Der Magen wird entlastet, die Speiseröhre vor den Folgen von Sodbrennen geschützt.
Sodbrennen vermeiden: Magenfreundlich sind Lebensmittel wie Spinat, Forelle, Kartoffeln, Joghurt und Bananen




Leiden Sie regelmäßig unter Sodbrennen, sollten Sie Ihren Hausarzt oder einen Ernährungsmediziner aufsuchen und die Art und Weise der Ernährungsumstellung besprechen.
Sodbrennen erkennen: Tagebuch führen und ableiten, welche Lebensmittel den Reflux fördern
Um noch genauer zu eruieren, welche Lebensmittel das Sodbrennen auslösen könnten, wird Ihr Arzt Ihnen zu einem sogenannten Sodbrennen-Tagebuch raten. Dadurch halten Sie alle Lebensmittel, die Sie täglich als Essen – einschließlich der Gewürze – und Trinken zu sich nehmen, schriftlich fest. Das Tagebuch sollten Sie über einen Zeitrahmen von mindestens zwei Wochen führen. Sinnvoll ist es, die Lebensmittel bestimmten Kategorien wie „Backwaren“, „Süßigkeiten“ oder „Getränke“ zuzuordnen.
Lebensmittel, die Sodbrennen begünstigen können, sind:
- Brot und Backwaren:
Frisch gebackenes Brot, Weißbrot, Toastbrot, Laugengebäck, grobe, körnige Vollkornbrote - Beilagen:
Pommes Frites, Kroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat mit Mayonnaise - Süßigkeiten:
Eiscreme, Backwaren mit hohem Fett- und Zuckeranteil, Chips, Flips, Kräcker, Gebäck mit viel Salz - Obst:
Grapefruit, Kiwi, Ananas, Mandarine, Nektarine, Orange, Sauerkirschen, Obst mit hohem Zuckeranteil - Gemüse:
Lauch, Knoblauch, Meerrettich, Paprika, Zwiebeln - Nüsse, gesalzen
- Öle und Fett:
Fette Brühen, große Mengen an Streich- und Kochfett, Mayonnaise - Getränke:
Limo, Cola, Kaffee, Wasser mit viel Kohlensäure, Alkohol - Fisch:
Hering, Aal, Makrele, panierte und geräucherte Sorten - Wurst und Fleisch:
Fetthaltige Wurstsorten wie Salami, Bratwurst, Leberwurst, Mettwurst, Leberkäse - Milch- und Milchprodukte:
Milch und Joghurt mit über 3,5 Prozent Fettanteil, fetthaltiger Käse, Pudding - Gewürze:
Chili, Curry, Pfeffer, Paprika, Senf, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver
Völlegefühl, Aufstoßen oder Sodbrennen werden auch durch individuelle Ernährungsgewohnheiten beeinflusst. Wer seinen Lebensstil anpasst, kann die Verdauung fördern und das Wohlbefinden signifikant steigern.
Drei Geheimtipps gegen Sodbrennen
Sollten Sie hin und wieder unter Reflux leiden, können neben Sodbrennen-Tipps von Oma folgende Hausmittel Linderung bringen:
- Morgens Kamillentee trinken, mit anschließenden Übungen, die den Magen entlasten:
Lose Kamillenblüten mit heißem Wasser (250 ml) aufgießen und 20 Minuten ziehen lassen. Aufguss abseihen und Tee auf nüchternen Magen trinken. Anschließend bequem auf den Boden / eine Matte legen und jeweils fünf Minuten in Rücken-, Seiten- und Bauchlage entspannen. - Leinsamen-Aufguss
Leicht geschrotete Leinsamen (ca. 1 EL) in einem Säckchen oder Teesieb in einer Tasse mit heißem Wasser aufgießen. Rund 20 Minuten quellen lassen. Leinsamen entnehmen und Tee in kleinen Schlucken trinken. - Sud mit Kümmel, Kartoffeln, Leinsamen und Wasser als Schutz für die Speiseröhre über den Tag trinken
Kümmelkörner oder Fenchelsamen (2 TL), 2 mittelgroße, ungeschälte und in große Stücke geschnittene Kartoffeln, nicht gemahlene Leinsamen (2–3 TL) und Wasser (2 L) in einem Topf ca. 20 Minuten kochen. Anschließend abseihen und den gekochten Sud auffangen und als Getränk abfüllen. Tipp: in der Früh das aufgewärmte Getränk auf nüchternen Magen etwa 20–30 Minuten vor dem Frühstück, nach dem Abendessen beziehungsweise vor dem Zubettgehen und optional auch tagsüber trinken. Es empfiehlt sich, die Behandlung über etwa vier bis sechs Wochen durchzuführen, um die Schleimhaut der Speiseröhre zu stärken. Bei Beschwerden den Sud erneut aufsetzen und trinken.
Weitere Hausmittel, die oftmals gegen Sodbrennen Wirkung zeigen, können Sie unter folgendem Link nachlesen: Vom Teelöffel Senf bis zur Kartoffel: Hausmittel bei Sodbrennen
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
Rubriklistenbild: © AndreyPopov/Imago

