Auf Essverhalten achten

Sodbrennen erhöht das Risiko für Krebs: Durch Ernährungsplan und Tagebuch vorbeugen

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Gelegentliches saures Aufstoßen nach dem Essen ist zwar unangenehm, hat jedoch in der Regel keine ernsten Folgen. Ganz anders verhält es sich bei häufigem Sodbrennen.

Der Rückfluss (Reflux) von Magensaft führt zu Sodbrennen, einem brennenden Aufstoßen – regelmäßiges Sodbrennen gilt als ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs, neben Übergewicht, Rauchen und regelmäßigem sowie hohem Alkoholkonsum. Um zu vermeiden, dass Sodbrennen chronisch wird und in der Folge Erkrankungen der Speiseröhre entstehen können, empfiehlt es sich insbesondere für Menschen, die häufiger unter Sodbrennen leiden, die Ernährung anzupassen beziehungsweise festzuhalten, was täglich gegessen und getrunken wird.

Ernährung begünstigt Reflux – Erkrankungen der Speiseröhre können die Folge sein

Manche Menschen möchten eher wenig oder gar keinen Kaffee trinken, da sie darauf mit Sodbrennen reagieren.

Die Ernährung kann die Entstehung verschiedener Erkrankungen begünstigen, somit auch einen chronischen Reflux. Verhältnismäßig geringfügige Anpassungen im Essverhalten, beispielsweise kleine Mahlzeiten mit wenig Fett und Zucker wählen, sowie bestenfalls nicht nach 19:00 Uhr essen, können schon einen großen Effekt zeigen, wie die Ernährungs-Docs des NDR empfehlen. Der Magen wird entlastet, die Speiseröhre vor den Folgen von Sodbrennen geschützt.

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Sodbrennen vermeiden: Magenfreundlich sind Lebensmittel wie Spinat, Forelle, Kartoffeln, Joghurt und Bananen

Vollkornbrot
Heiserkeit, häufiges Räuspern und eine belegte Stimme können neben dem brennenden Gefühl im Rachen Begleiterscheinungen bei Sodbrennen sein. Viele Betroffene bemerken auftretende Beschwerden nach dem Verzehr von bestimmten Brotsorten. Brötchen auf Basis von Vollkorn, fein geschrotete Vollkornbrote, Knäckebrot und Zwieback führen in der Regel nicht zu Sodbrennen. Sehr grobe Vollkornbrote, Toastbrot, Weißbrot und Laugengebäck sollten hingegen besser gemieden werden, um die Produktion der Magensäure nicht anzuregen. © Dar1930/Imago
Kartoffeln
Kartoffeln gilt mit einem jährlichen Verbrauch von ca. 56,1 Kilogramm pro Kopf als eine der beliebtesten Beilagen für verschiedene Gerichte in der deutschen Küche. Für Sodbrennen-Geplagte ideal, denn der Erdapfel zählt zu den Lebensmitteln, die erfahrungsgemäß gut vertragen werden. Vor allem der Saft roher Kartoffeln hat sich bewährt, wenn jemand ein natürliches Hausmittel gegen Sodbrennen benötigt. Kartoffeln sind reich an Stärke, durch die überschüssige Magensäure gebunden wird. © Supertrooper/Imago
Ofenkartoffel mit Kräuterquark und Gurke
Sie essen gerne Kartoffeln mit Joghurt oder Quark? Dann greifen Sie auf fettarme Milchprodukte zurück, die wirken beruhigend auf den Magen und führen nicht zu Sodbrennen. © Claudia Nass/Imago
Forellen-Fisch
Wer Fisch liebt, aber zu Sodbrennen neigt, sollte eher magere Fischarten für die Zubereitung aussuchen, beispielsweise Forelle, Seelachs, Kabeljau oder Scholle. © Ivanna/Imago
Hühnerbrust
Oder doch lieber ein leckeres Stück Fleisch? Wäre da nur nicht das Aufstoßen und der Reflux danach. Fettarme, ungeräucherte und nicht-gepökelte Fleischwaren, beispielsweise Pute und Hühnerbrust sind in der Regel gut verdaulich und fördern kein Sodbrennen. © juanbuades/Imago
Karotten
Karotten werden von den meisten Menschen, die zu Sodbrennen neigen, gut vertragen. Tipp: ein Glas Karottensaft kann akute Beschwerden lindern. © BreakingTheWalls/Imago
Frischer Spinat
Spinat zählt zu dem Gemüse, das aufgrund seines hohen Eisen- und Kaliumgehalts sowie einem pH-Wert von über 6 dazu beiträgt, den Säuregehalt des Magens gut auszugleichen. Also öfters Spinat essen, das beugt Sodbrennen vor. © Design Pics/Imago
Brokkoli
Zwar kann der Verzehr von Brokkoli zu Blähungen führen, doch wird das grüne Gemüse in der Regel von Menschen, die zu Sodbrennen neigen, gut vertragen.  ©  Alex9500/Imago
Bananen
Nicht wenige Menschen, die unter Sodbrennen leiden, hören immer wieder, dass etliche Obstsorten und Zucker wie Fruchtzucker schwer verdaulich sind und somit auch Reflux verursachen können. Zwar enthalten Bananen im Schnitt 3,6 Gramm Fruktose pro 100 Gramm, doch gleichzeitig beinhalten sie ein relativ hohes Maß an Kalium, das die Magensäure neutralisieren kann. Wichtig zu wissen: Greifen Sie eher zu unreifen und weniger zu reifen, noch grünen Bananen, da diese Sodbrennen begünstigen können. © Imaginechina-Tuchong/Imago
Apfelbaum mit roten Äpfeln
Manche Äpfel enthalten mehr Säure als andere, besonders grüne Sorten. Daher wählen Sie am besten rote Äpfel, um Reflux-Beschwerden zu vermeiden. Äpfel enthalten alkalisierende Mineralien wie Kalzium, Kalium und Magnesium, die auch Bestandteil vieler saurer Medikamente gegen Sodbrennen sind. © blickwinkel/Imago

Leiden Sie regelmäßig unter Sodbrennen, sollten Sie Ihren Hausarzt oder einen Ernährungsmediziner aufsuchen und die Art und Weise der Ernährungsumstellung besprechen.

Sodbrennen erkennen: Tagebuch führen und ableiten, welche Lebensmittel den Reflux fördern

Um noch genauer zu eruieren, welche Lebensmittel das Sodbrennen auslösen könnten, wird Ihr Arzt Ihnen zu einem sogenannten Sodbrennen-Tagebuch raten. Dadurch halten Sie alle Lebensmittel, die Sie täglich als Essen – einschließlich der Gewürze – und Trinken zu sich nehmen, schriftlich fest. Das Tagebuch sollten Sie über einen Zeitrahmen von mindestens zwei Wochen führen. Sinnvoll ist es, die Lebensmittel bestimmten Kategorien wie „Backwaren“, „Süßigkeiten“ oder „Getränke“ zuzuordnen.

Lebensmittel, die Sodbrennen begünstigen können, sind:

  • Brot und Backwaren:
    Frisch gebackenes Brot, Weißbrot, Toastbrot, Laugengebäck, grobe, körnige Vollkornbrote
  • Beilagen:
    Pommes Frites, Kroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat mit Mayonnaise
  • Süßigkeiten:
    Eiscreme, Backwaren mit hohem Fett- und Zuckeranteil, Chips, Flips, Kräcker, Gebäck mit viel Salz
  • Obst:
    Grapefruit, Kiwi, Ananas, Mandarine, Nektarine, Orange, Sauerkirschen, Obst mit hohem Zuckeranteil
  • Gemüse:
    Lauch, Knoblauch, Meerrettich, Paprika, Zwiebeln
  • Nüsse, gesalzen
  • Öle und Fett:
    Fette Brühen, große Mengen an Streich- und Kochfett, Mayonnaise
  • Getränke:
    Limo, Cola, Kaffee, Wasser mit viel Kohlensäure, Alkohol
  • Fisch:
    Hering, Aal, Makrele, panierte und geräucherte Sorten
  • Wurst und Fleisch:
    Fetthaltige Wurstsorten wie Salami, Bratwurst, Leberwurst, Mettwurst, Leberkäse
  • Milch- und Milchprodukte:
    Milch und Joghurt mit über 3,5 Prozent Fettanteil, fetthaltiger Käse, Pudding
  • Gewürze:
    Chili, Curry, Pfeffer, Paprika, Senf, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver

Völlegefühl, Aufstoßen oder Sodbrennen werden auch durch individuelle Ernährungsgewohnheiten beeinflusst. Wer seinen Lebensstil anpasst, kann die Verdauung fördern und das Wohlbefinden signifikant steigern.

Drei Geheimtipps gegen Sodbrennen

Sollten Sie hin und wieder unter Reflux leiden, können neben Sodbrennen-Tipps von Oma folgende Hausmittel Linderung bringen:

  1. Morgens Kamillentee trinken, mit anschließenden Übungen, die den Magen entlasten:
    Lose Kamillenblüten mit heißem Wasser (250 ml) aufgießen und 20 Minuten ziehen lassen. Aufguss abseihen und Tee auf nüchternen Magen trinken. Anschließend bequem auf den Boden / eine Matte legen und jeweils fünf Minuten in Rücken-, Seiten- und Bauchlage entspannen.
  2. Leinsamen-Aufguss
    Leicht geschrotete Leinsamen (ca. 1 EL) in einem Säckchen oder Teesieb in einer Tasse mit heißem Wasser aufgießen. Rund 20 Minuten quellen lassen. Leinsamen entnehmen und Tee in kleinen Schlucken trinken.
  3. Sud mit Kümmel, Kartoffeln, Leinsamen und Wasser als Schutz für die Speiseröhre über den Tag trinken
    Kümmelkörner oder Fenchelsamen (2 TL), 2 mittelgroße, ungeschälte und in große Stücke geschnittene Kartoffeln, nicht gemahlene Leinsamen (2–3 TL) und Wasser (2 L) in einem Topf ca. 20 Minuten kochen. Anschließend abseihen und den gekochten Sud auffangen und als Getränk abfüllen. Tipp: in der Früh das aufgewärmte Getränk auf nüchternen Magen etwa 20–30 Minuten vor dem Frühstück, nach dem Abendessen beziehungsweise vor dem Zubettgehen und optional auch tagsüber trinken. Es empfiehlt sich, die Behandlung über etwa vier bis sechs Wochen durchzuführen, um die Schleimhaut der Speiseröhre zu stärken. Bei Beschwerden den Sud erneut aufsetzen und trinken.

Weitere Hausmittel, die oftmals gegen Sodbrennen Wirkung zeigen, können Sie unter folgendem Link nachlesen: Vom Teelöffel Senf bis zur Kartoffel: Hausmittel bei Sodbrennen

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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