VonNatalie Hull-Deichselschließen
Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wichtig ist, Risikofaktoren zu minimieren und mögliche Anzeichen ernst zu nehmen.
Schmerzen im Oberbauch, Schluckbeschwerden, saures Aufstoßen und Sodbrennen mit Übelkeit, insbesondere nach dem Essen; Appetitlosigkeit und eine plötzliche Abneigung gegen Fleisch, ein veränderter Geruch aus dem Mund, und möglicherweise auch häufiger Durchfall – dies müssen nicht zwangsläufig, aber können Anzeichen von Magenkrebs sein. Wer an sich eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerkt, sollte den Hausarzt oder Gastroenterologen aufsuchen, um abklären zu lassen, ob die Beschwerden durch einen bestehenden Tumor beziehungsweise ein Karzinom im Magen verursacht werden. Sollte es sich tatsächlich um Magenkrebs handeln, gilt: Je früher der Tumor erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 17.000 Menschen an Magenkrebs, davon circa 7.800 Frauen und 9.200 Männer. Das Krankheitsrisiko steigt mit zunehmendem Alter – im Durchschnitt erkranken Männer mit 71 Jahren, Frauen mit 76 Jahren.
Nach Prostatakrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs sowie Darmkrebs zählt Magenkrebs zu den häufigsten tumorbedingten Todesursachen. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass Magenkrebs in vielen Fällen zu spät erkannt wird. Rund zwei Drittel aller Erkrankungsfälle werden tatsächlich erst in einem fortgeschrittenen und nur mehr inoperablem Stadium entdeckt.
Umso wichtiger ist es, mögliche Warnzeichen und Symptome wie Schluckbeschwerden und Mundgeruch zu beobachten, insbesondere wenn sie länger als circa vier Wochen anhalten.
Inhalt
- Arten von Magenkrebs
- Symptome von Magenkrebs
- Diagnose einer Magenkrebs-Erkrankung
- Erkrankungsverlauf und Stadien bei Magenkrebs
- Therapiemöglichkeiten und Behandlung von Magenkrebs
- Ursachen für Magenkrebs und mögliche Risikofaktoren
- Prognose und Überlebenschancen bei Magenkrebs
- FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Magenkrebs
Arten von Magenkrebs
Kommt es zu Veränderungen im Erbgut von Zellen der Magenschleimhaut, beginnen sich diese unkontrolliert zu vermehren. Dadurch entstehen Tumore, die bösartig werden können und nicht selten dann über die Blutbahn auf andere Organe übergehen, das heißt Metastasen bilden, zum Beispiel in der Leber oder der Lunge.
Die Art eines Magenkrebses leitet sich in der Regel von der Lage des Tumors und seines Gewebetyps ab.
Klassifikation von Magenkrebs nach Lokalisation im Körper:
- Tumor in Hohlräumen des Magens (Antrumkarzinom)
- Tumor im Schließmuskel, der aus der verdickten Ringmuskulatur der Magenwand gebildet wird (Pyloruskarzinom)
- Tumor im rechten Rand des Magens (Curvatura gastrica minor)
- Tumor in dem Abschnitt des Magens, der in die Speiseröhre (Ösophagus) mündet (Kardiakarzinom)
Bösartige Tumore oder Karzinome des Magens – der im linken Oberbauch, unterhalb des Zwerchfells, zwischen der Milz und der Leber liegt – entwickeln sich nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) am häufigsten in der Magenschleimhaut. Da sich die Krebszellen zu 95 Prozent vom Drüsengewebe aus vermehren, spricht man auch von einem Adenokarzinom. Häufig befindet sich der Krebs an der Stelle, an der der Magen in die Speiseröhre übergeht (Kardiakarzinom).
Seltener entwickeln sich noch andere Krebsformen aus der Magenschleimhaut, wie das sogenannte adenosquamöse, das undifferenzierte, das kleinzellige und das Plattenepithelkarzinom.
Tumorerkrankungen im Magen können aber auch von anderen Geweben als der Magenschleimhaut ausgehen. Dazu zählen beispielsweise selten vorkommende Lymphome oder Sarkome des Magens, beispielsweise gastrointestinale Stroma-Tumore (GIST), Leiomyosarkome und das MALT-Lymphom.
Magenkarzinome werden aufgrund ihres Gewebetyps eingestuft.
Klassifikation von Magenkrebs nach Gewebetyp:
- Adenokarzinome mit einem Aufkommen von über 90 Prozent
- Adenosquamöse Karzinome
- Plattenepithelkarzinome (squamöse Karzinome)
- Kleinzellige Karzinome
- Undifferenzierte Karzinome
Das Adenokarzinom unterteilt man feingeweblich (histologisch) in zwei Gewebetypen, den besonders aggressiven „diffusen Typ“ und den „intestinalen Typ“. Die Unterscheidung ist für die Krebsbehandlung wichtig.
Symptome von Magenkrebs
Im frühen Anfangsstadium führt Magenkrebs bei vielen Erkrankten – egal ob Frau oder Mann – zu wenig oder keinen spürbaren Symptomen und Beschwerden. Erste Anzeichen einer Tumorerkrankung vom Magen ausgehend sind meist unspezifisch – wie starke Müdigkeit, Appetitlosigkeit, diffuse Schmerzen im Oberbauch – und nicht selten für Betroffene wenig besorgniserregend, sodass die Beschwerden zunächst nicht mit einer Erkrankung in Verbindung gebracht werden.
Im weiteren Verlauf können dann noch Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl und Durchfall hinzukommen und Erkrankte haben das Gefühl, bestimmte Lebensmittel nicht mehr gut zu vertragen. Da diese Anzeichen auch bei gesunden Menschen auftreten können, ist insbesondere bei wiederholtem Auftreten eine Untersuchung beim Arzt sinnvoll. Letztlich müssen die Symptome nicht automatisch auf eine Krebserkrankung hindeuten, auch andere Krankheiten wie eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann die Ursache für die Beschwerden sein.
Ein Indiz für eine ernste Ursache ist sicherlich die Ausprägung und Häufigkeit der Anzeichen, das heißt, treten die Beschwerden zusehends und verstärkt über mindestens vier Wochen auf, sollten spätestens dann folgende Symptome ärztlich abgeklärt werden:
- Starke Müdigkeit und Erschöpfung, ähnlich wie bei Darmkrebs, empfinden Menschen, die ein Magenkarzinom entwickeln.
- Verringerte Leistungsfähigkeit und Kraftlosigkeit zeigen sich verstärkt.
- Häufige Übelkeit, besonders nach dem Essen, beklagen etwa 40 bis 70 Prozent der Menschen, die an Magenkrebs erkranken.
- Anhaltende Appetitlosigkeit und wenig Hunger verspüren Menschen mit einem sich entwickelnden Magentumor, was auch auf die bestehende Übelkeit zurückzuführen ist.
- Gewichtsverlust ist sowohl eine Folge der Übelkeit und Appetitlosigkeit, als auch ein Anzeichen für die Krebserkrankung als solches.
- Völlegefühl mit Schmerzen und ein gespannter Bauch regelmäßig nach dem Essen könnte sowohl für eine Gastritis als auch Magenkrebs ein Indiz sein.
- Ständiges Sodbrennen mit Schmerzen in der Magengegend und Speiseröhre kann sowohl ein Anzeichen als auch ein möglicher Auslöser für Magenkrebs sein.
- Anhaltendes und wiederkehrendes Druckgefühl im Oberbauch mit einer gespannten Bauchdecke können ein Hinweis für Magenkrebs sein.
- Saures Aufstoßen und das Druckgefühl im Bauch führt oft dazu, dass betroffene Personen nicht nur unmittelbar nach dem Essen und Trinken, sondern auch grundsätzlich häufiger aufstoßen müssen.
- Schluckbeschwerden während des Essens und Trinkens können auf eine Tumorerkrankung hindeuten.
- Veränderung des Geschmacksempfindens und eine plötzliche Abneigung gegen bestimmte Speisen wie Fleisch und Getränke sollen bei Magenkrebspatienten bereits Monate vor der Diagnose aufkommen.
- Schlechter Atem beziehungsweise Mundgeruch sind ein Begleitsymptom eines Magenkarzinoms.
- Immer wieder auftretende Blähungen verbunden mit Schmerzen können auf einen Tumor im/am Magen hinweisen.
- Verdauungsprobleme mit Durchfall und/oder Erbrechen können aus einem Magenkarzinom resultieren.
- Veränderung des Stuhls, das heißt, eine Dunkelfärbung des Stuhls, sogenannter Teerstuhl, und/oder Blut im Stuhl, zählen zu den Symptomen einer Magenkrebserkrankung.
- Rückenschmerzen können sich sowohl bei Magenkrebs als auch anderen Krebsformen zeigen, beispielsweise Bauchspeicheldrüsenkrebs, und treten gerade auch dann auf, wenn das Karzinom bereits Metastasen gebildet hat.
Erhöhtes Krebsrisiko: Elf Lebensmittel begünstigen das Tumor-Wachstum




Ist der Magenkrebs weiter fortgeschritten oder im Endstadium, können sich zusätzlich folgende Symptome und Beschwerden manifestieren:
- Anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung bis hin zu Fatigue
- Appetitverlust
- Gewichtsverlust
- Wassereinlagerungen, insbesondere im Bauch (sogenannte Bauchwassersucht)
- Bauchschmerzen
- Rückenschmerzen
Diagnostik und Diagnose einer Magenkrebs-Erkrankung
Um abzuklären, ob es sich bei einem Patienten mit Beschwerden tatsächlich um Magenkrebs handelt, wird der Hausarzt beziehungsweise Facharzt (Gastroenterologe) notwendige körperliche Untersuchungen in die Wege leiten:
- Gründliche körperliche Untersuchung, um erste Hinweise über die Art der Erkrankung zu gewinnen.
- Magenspiegelung (Gastroskopie) als wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung, um einen Magentumor festzustellen. Dabei werden Gewebeproben entnommen (Biopsie), um sie im Anschluss unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen zu können. Wird anhand der Gewebeprobe tatsächlich Magenkrebs ermittelt, schließen sich weitere Untersuchungen an, um festzustellen, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, ob Lymphknoten befallen sind oder ob sich Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben.
- Blutabnahme und -untersuchung im Labor, um Blutwerte zu ermitteln und einen möglichen Blutverlust durch eine Tumorerkrankung (Anämie) nachzuweisen, Tumormarker CEA (Carcinoembryonales Antigen), CA 72-4 und CA 19-9 zu erkennen sowie den sogenannten HER2-Status am Tumorgewebe für eine mögliche Immuntherapie beziehungsweise Antikörpertherapie zu bestimmen.
- Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Sonografie) und des Magens (Endosonografie), um nachzuweisen, ob der Tumor metastasiert und sich auf andere Organe wie Leber, Bauchfell und Lymphknoten ausgebreitet hat. Durch die Endosonografie kann über die sogenannte T-Kategorie ermittelt werden, wie tief der Tumor bereits in die Magenwand eingedrungen ist.
- Röntgenaufnahmen des Brustkorbes dienen, im Hinblick auf eine Operation, der Beurteilung von Herz, Lunge und Lungenmetastasen.
- Computertomografie (CT) und/oder Positronen-Emissions-Tomografie (PET bzw. PET-CT) können den Tumor darstellen und Metastasen anzeigen.
- Bauchspiegelung (Laparoskopie) gibt wieder, ob der Tumor sich über die gesamte Magenwand und das Bauchfell im ganzen Bauchraum ausgebreitet hat.
- Magnetresonanztomografie (MRT) der Leber, um mögliche Tochtergeschwülste zu lokalisieren.
Sind alle erforderlichen Untersuchungen abgeschlossen und die Diagnose „Magenkrebs“ ist bestätigt, sollte der behandelnde Arzt nicht nur gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, welche Therapiemöglichkeiten des Magenkrebs in der individuellen Situation am besten geeignet sind. Auch das Behandlungskonzept wird im Rahmen eines sogenannten Tumorboard, einer Konferenz mit anderen Ärzten unterschiedlicher Fachdisziplinen, erörtert und beschlossen.
Erkrankungsverlauf und Stadien bei Magenkrebs
In den meisten Fällen entwickelt sich der Magenkrebs aus der Magenschleimhaut, auf die der Tumor im Anfangsstadium noch beschränkt ist. Je größer die Geschwulst wird, desto mehr dringt sie auch in tiefere Schichten der Magenwand ein und breitet sich auf die Muskulatur des Magens und das Bauchfell aus, bis hin zu den umliegenden Lymphknoten. Lösen sich Tumorzellen von der Geschwulst ab, gelangen diese über den Blut- und Lymphstrom zu anderen Organen, die sie ebenfalls befallen können.
Patienten mit einem Magenkarzinom entwickeln häufig Metastasen in der Leber, Lunge und den Lymphknoten. Siedeln sich Tumorzellen am Bauchfell ans, kann es in der Folge zur Entwicklung von Bauchwasser (Aszites) kommen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Krebserkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium 4 bis Endstadium.
Magenkrebs – Anfangsstadium bis Endstadium
Stadium 0 („Stadium null“): „der Tumor ist auf die oberste Schicht der Magenschleimhaut begrenzt und nicht in tiefere Schichten eingewachsen (Tis, „carcinoma in situ“).
Stadien I bis III („Stadien eins bis drei“): der Tumor ist schon mehr oder weniger in die Magenschleimhaut, das darunter liegende Bindegewebe, in Muskelschichten oder sogar außerhalb der Magenwand angrenzendes Gewebe eingewachsen. Die Einteilung in Stadium I bis III hängt sowohl von der Tumorgröße ab, als auch davon, ob bereits Lymphknoten befallen sind. Denn: Die Zuordnung zu den Stadien I bis III wird auch durch das Rückfallrisiko bestimmt, das die Ärzte anhand der TNM-Klassifikation einschätzen.
Stadium IV („Stadium vier“): sobald sich „durch den fortschreitenden Magenkrebs Fernmetastasen gebildet haben, wird das Karzinom unabhängig von der Tumorgröße oder der Zahl der befallenen Lymphknoten in Stadium vier eingeteilt. Das bedeutet: jeder M-Wert größer Null (M1) fällt unter das Stadium IV, beispielsweise wenn die Leber, das Bauchfell, die Milz oder Bauchspeicheldrüse mit befallen sind.
Anhand der Einteilung in Stadien 1 bis 4 (staging) wird festgehalten, wie weit der Magenkrebs bereits fortgeschritten ist. Dieses Einteilungssystem, das von der Genfer Union Internationale Contre le Cancer (UICC) entwickelt wurde, baut auf dem TNM-System auf. Um den Krebs zu charakterisieren und in ein Stadium einteilen zu können, wird das Magenkarzinom nach der Diagnose nicht nur anhand seiner Gewebebeschaffenheit (Grading), sondern auch gemäß drei entscheidender Kriterien der TNM-Klassifikation bestimmt:
- Tiefenausdehung des Tumors (T-Kategorie): Inwieweit hat sich der Krebs in das Gewebe bereits ausgedehnt?
- Beteiligung von Lymphknoten in der Nähe des Magens (N-Kategorie): Sind Lymphknoten befallen?
- Vorhandensein von Metastasen (M-Kategorie): Hat der Krebs bereits gestreut?
Ziffern, die hinter den Buchstaben T-N-M ergänzt werden, geben genauere Hinweise auf das Ausmaß der Tiefenausdehnung des Tumors (T1-4), die Zahl der befallenen Lymphknoten (N0-3) und das Vorhandensein oder Fehlen von Metastasen (M1 oder M0). Häufig kann das Stadium des Magenkarzinom mittels TNM-Klassifikation erst nach der operativen Entfernung des Tumors bestimmt werden.
Die Art und Weise der Tumorausbreitung und das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung sind maßgeblich für die Planung der Krebsbehandlung.
Therapiemöglichkeiten und Behandlung von Magenkrebs
Sobald die Diagnose „Magenkrebs“ gestellt werden konnte und das Ausmaß der Tumorausbreitung bestimmt wurde, werden die nötigen und möglichen Behandlungsschritte besprochen und durchgeführt. Je nachdem, wie weit der Tumor bereits fortgeschritten und therapierbar ist, setzen Mediziner folgende Methoden an:
- Operation
- Chemotherapie
- Immuntherapie / Antikörpertherapie
- Strahlentherapie
- Schmerztherapie
- Palliativtherapie
Die Behandlungsmethode der ersten Wahl ist die Operation, mittels der im besten Fall der Tumor vollständig entfernt werden kann. Ist der Tumor allerdings nicht nur örtlich begrenzt, sondern bereits fortgeschritten, muss in einigen Fällen ein Teil des Magens oder sogar der ganze Magen entfernt werden (Gastrektomie).
Kann Magenkrebs vollständig geheilt werden?
Das Rückfallrisiko nach einer Magenkrebs-Operation ist laut Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) relativ hoch: Bei circa 20 bis 25 von 100 Patienten kommt es zu einem örtlichen Rückfall – 25 bis 30 von 100 der Betroffenen entwickeln innerhalb der ersten zwei Jahre nach Diagnose Fernmetastasen.
Welche Therapiemaßnahme nach einem Rückfall (Rezidiv) sinnvoll und tragbar ist, müssen der Patient und die behandelnden Ärzte im Detail besprechen. In manchen Fällen kann eine erneute Operation helfen, andere erhalten zusätzlich eine Chemotherapie, um das Tumorwachstum zu bremsen.
Ist es bereits zu Metastasen im Körper gekommen, folgt eine Chemotherapie oder Immuntherapie.
Eine Strahlentherapie wird nur bei manchen Patienten angesetzt, da Magenkrebszellen in vielen Fällen auf eine Bestrahlung nicht gut ansprechen.
Ursachen für Magenkrebs und mögliche Risikofaktoren
Warum manche Menschen an Magenkrebs erkranken und andere nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Es sind vermutlich verschiedene Einflüsse und Risikofaktoren, die in bestimmter Ausprägung und Kombination eine Rolle spielen.
Familienmitglieder ersten Grades eines Erkrankten haben ein zwei- bis dreifach höheres Risiko, ein Magenkarzinom zu entwickeln. Erkrankt mehr als ein Verwandter ersten Grades, ist das Risiko für andere direkte Angehörige zu erkranken, sogar um das etwa zehnfache erhöht.
Auch Ernährungsgewohnheiten spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magenkrebs.
Sodbrennen vermeiden: Magenfreundlich sind Lebensmittel wie Spinat, Forelle, Kartoffeln, Joghurt und Bananen




Bekannte Risikofaktoren für Magenkrebs sind laut Deutscher Krebsgesellschaft (DKG):
- Genetische Veranlagung
- Chronische Magenschleimhautentzündung
- Magengeschwür
- Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori
- Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus, dem Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers
- Sodbrennen und Reflux
- Ernährung mit häufigem Verzehr stark gesalzener Speisen und geringem Konsum von frischem Gemüse und Obst
- Regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum
- Rauchen
- Blutarmut, sogenannte „perniziöse Anämie“, aufgrund von Vitamin-B12-Mangel
Wichtigste Ursache für Magenkrebs: Infektion mit Helicobacter pylori
In Deutschland sind etwa drei von zehn Erwachsenen mit Helicobacter pylori infiziert – Bakterien, die die Magenschleimhaut beschädigen können – jedoch häufig, ohne etwas davon zu spüren, eine sonst daraus resultierende Magenschleimhautentzündung zu entwickeln oder gar an Magenkrebs zu erkranken.
Die Bakterien des Helicobacter pylori können von Mensch zu Mensch und über verschmutztes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen werden.
Bei wem ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs vorliegt, sollte sich auf Helicobacter pylori testen lassen, insbesondere:
- Patienten mit einer dauerhaft entzündeten oder veränderten Magenschleimhaut
- Menschen, deren Verwandte ersten Grades (Eltern, Kinder oder Geschwister) an Magenkrebs erkrankt sind
Die Infektion mit Helicobacter pylori kann mit Antibiotikum behandelt werden, wodurch das Risiko für Magenkrebs sinkt.
Prognose und Überlebenschancen bei Magenkrebs
Die Prognose, Heilungs- und Überlebenschancen bei einem Magenkarzinom sind grundsätzlich höher, je früher der Tumor entdeckt und behandelt wird. Im Rahmen von Studien zeigte sich, dass Magenkrebs, der nicht am Mageneingang lokalisiert ist, zunehmend genauer diagnostiziert, klassifiziert und behandelt werden kann. Bessere Therapiekonzepte können demnach auch die Prognose verbessern.
Nach Angaben des Robert Koch-Institus (RKI) liegt für Frauen die relative Überlebensrate nach fünf Jahren bei rund 37 Prozent, für Männer bei circa 34 Prozent. Die Überlebensaussichten aufgrund eines Magenkarzinoms haben sich zwar im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen in den letzten Jahren verbessert, dennoch bleiben sie in über 40 Prozent der Fälle durch Metastasierung und Stadium 4 bei Diagnosestellung eher ungünstig.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Magenkrebs
Wie schnell entwickelt sich Magenkrebs?
Magenkrebs entwickelt sich langsam und über mehrere Jahre, ohne dass Betroffene merkliche Beschwerden empfinden.
Sieht man Magenkrebs im Ultraschall?
Über eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Sonografie) und des Magens (Endosonografie) kann ein Krebsgeschwulst erkannt und ermittelt werden, ob der Tumor metastasiert und sich auf andere Organe wie Leber, Bauchfell und Lymphknoten ausgebreitet hat. Durch den Ultraschall des Magens kann über die sogenannte T-Kategorie festgestellt werden, wie tief der Tumor bereits in die Magenwand eingedrungen ist. Besteht aufgrund von Symptomen ein konkreter Verdacht einer Erkrankung, geht dem Ultraschall eine Magenspiegelung (Gastroskopie) voraus, die als wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung zur Diagnose eines Magentumors dient.
Sieht man Magenkrebs im Blutbild?
Als Teil der Krebsdiagnostik ist auch eine Blutabnahme vorgesehen. Im Blut können die Tumormarker CEA (Carcinoembryonales Antigen), CA 72-4 und CA 19-9 auf ein Magenkarzinom hindeuten. Sie alleine reichen jedoch für eine Diagnose nicht aus, da sie zum einen nicht bei allen Magenkrebspatienten vorhanden sind und auch bei gesunden Menschen vorkommen können.
Ist Magenkrebs heilbar?
Wie bei vielen Krebserkrankungen gilt auch bei Magenkrebs: Je früher der Tumor entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Im besten Fall kann die Geschwulst in einem frühen Stadium vollständig operativ entfernt werden. Das Rückfallrisiko nach einer Magenkrebs-Operation ist dennoch relativ hoch: Bei rund 25 von 100 Patienten kommt es zu einem örtlichen Rückfall (Rezidiv). 25 bis 30 von 100 der Betroffenen entwickeln innerhalb der ersten zwei Jahre nach Diagnose Fernmetastasen.
Quellen:
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/index.php
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/symptome.php
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/behandlung.php
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/behandlungsplanung.php
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/allgemeine-informationen/krebshaeufigkeit-die-aktuellen-daten.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs-basis-infos-fuer-patienten.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs/magenkrebs-symptome.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs/magenkrebs-frueherkennung-und-vorsorge.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs/magenkrebs-ursache-und-risikofaktoren.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs/magenkrebs-diagnose.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs/magenkrebs-therapie.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/magenkrebs/magenkrebs-erkrankungsverlauf.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/news/magenkrebs-bessere-diagnostik-und-therapie-bessere-prognose.html
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Magenkrebs/magenkrebs_node.html
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/magenkrebs/was-ist-magenkrebs.html
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/helicobacter-infektion/ansteckung-symptome.html
https://klinikum-braunschweig.de/info.php?object=product&id_object=807
https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-009l_S3_Magenkarzinom_Diagnostik_Therapie_Adenokarzinome_oesophagogastraler_Uebergang_2019-12.pdf
https://flexikon.doccheck.com/de/Magenkarzinom
https://flexikon.doccheck.com/de/Magenkarzinom
https://www.pschyrembel.de/Kardiakarzinom/K0BE0
https://www.journalonko.de/thema/lesen/magenkarzinom
https://www.uicc.org/
Darmkrebs frühzeitig erkennen: Welche zehn Symptome auf einen Tumor hindeuten können




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