Preise explodieren

Erdbeer-Ernstfall für Bürgergeld-Bezieher? Forderung überrascht

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Erdbeeren gehören zum liebsten Obst der Deutschen, doch ihr Preis steigt seit Jahren immer stärkr an. Deshalb fordert der VdK nun sozialpolitische Maßnahmen.

München – Erdbeeren sind in Deutschland sehr beliebt, sei es im Obstsalat, auf Kuchen, in Desserts oder einfach pur. Die beste Zeit, sie zu genießen, ist während ihrer Hauptsaison von Mai bis Anfang August. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) verzehrte jede Person in Deutschland im Jahr 2024 durchschnittlich etwa 3,3 Kilogramm Erdbeeren. Doch wie viele andere Lebensmittel sind auch Erdbeeren in den letzten Jahren stetig teurer geworden. Der Sozialverband VdK fordert daher von der Politik Maßnahmen, um es einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen, sich beim Einkaufen mehr leisten zu können.

Erdbeer-Preise gehen durch die Decke - Bürgergeld-Empfänger bleiben auf der Strecke

Seit Sommer 2024 sind die Preise für deutsche Erdbeeren um etwa 10 Prozent gestiegen. Anfang Juni 2024 lag der Durchschnittspreis für ein Kilogramm deutscher Erdbeeren bei 5,31 Euro. Ein Jahr später, in derselben Kalenderwoche, betrug der Preis 5,87 Euro, was einer Erhöhung von 56 Cent entspricht. Diese Preissteigerung von über zehn Prozent innerhalb eines Jahres könnte laut der Tagesschau der niedrigste Preis der gesamten Erdbeersaison sein. Wegen der allgemein steigenden Lebensmittelpreise landen immer weniger Produkte im Einkaufskorb von Geringverdienern oder Sozialleistungsempfängern. VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert daher von der Bundesregierung, mit politischen Maßnahmen gegenzusteuern.

Erdbeeren auf dem Feld

„Die Preise für regionales, frisches Obst wie Erdbeeren sind für Familien mit kleinen Einkommen oder im Bürgergeld-Bezug kaum zu bezahlen“, erklärte Bentele dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie schlägt vor, das Bürgergeld zu erhöhen und die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu senken, um Geringverdienern und Bürgergeld-Empfängern mehr Kaufkraft in Supermärkten zu ermöglichen.

Bentele betonte im Gespräch mit dem RND, dass die Bürgergeld-Regelsätze „immer den aktuellen Preisentwicklungen angepasst werden müssen“. Zudem sollten die Kosten für Ernährung in den monatlichen Regelsätzen „so berechnet werden, dass man sich davon gesund und ausreichend ernähren kann.“

Erdbeer-Zuschuss für Bürgergeld-Empfänger?

Während der Durchschnittspreis für Erdbeeren seit Sommer 2024 um rund 10 Prozent gestiegen ist, hat er sich laut RND in den letzten zehn Jahren sogar verdoppelt. Hauptursache sind die gestiegenen Lohnkosten, die bei der Erdbeerernte etwa 60 Prozent der Produktionskosten ausmachen. Viele der Arbeiter auf den Erdbeerplantagen kommen aus osteuropäischen Ländern wie Polen oder Rumänien und arbeiten nur während der Hochsaison in Deutschland.

Studie zeigt: Das sind die gesündesten Lebensmittel der Welt

Brunnenkresse wächst in einem Blumentopf
imago304224538.jpg © IMAGO/Geoffrey Swaine / Avalon
Chinakohl wird auf einer dunklen Arbeitsplatte präsentiert
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Blatt-Mangold in verschiedenen Farben und ausgebreitet: Gelb, Orange, Rot
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Rote Beete Knollen mit ihren Stielen
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Verschiedenes Gemüse ausgebreitet auf dem Tischt, darunter Kürbis, Karotten und Brokkoli
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Eine Holzschüssel mit leuchtenden, frischen und knackigen Spinatblättern auf einem rustikalen Holztisch
imago767707723.jpg © IMAGO/imageBROKER/Aleksei Isachenko
Frischer organischer Zichorie, auch Gemeine Wegwarte genannt
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Eine Person schneidet Blattsalat, daneben liegen Tomaten und rote Paprika
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Petersilie in der Nahaufnahme
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Roter Römersalat auf dem Feld
imago390653403.jpg © IMAGO/Zoonar.com/Peter Himmelhuber
Grünkohl zusammen mit einer Flasche Olivenöl angerichtet.
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Deutsche Erdbeeren stehen im Handel unter Druck durch die günstigere Konkurrenz aus Südeuropa. Spanien exportiert jährlich etwa 74 Tonnen Erdbeeren nach Deutschland und bietet diese zu deutlich niedrigeren Preisen an. Dies liegt unter anderem am spanischen Mindestlohn, der mit 8,37 Euro deutlich niedriger ist als in Deutschland. Viele Erntehelfer aus Afrika arbeiten unter schlechten Bedingungen auf spanischen Erdbeerfeldern, was dazu führt, dass spanische Erdbeeren bereits ab Februar zu günstigen Preisen in deutschen Supermärkten erhältlich sind. Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer, betont jedoch, dass das spanische Modell kein Vorbild für deutsche Produzenten sei: „Da können und wollen wir nicht mithalten“, wird er vom RND zitiert.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Georg Ulrich Dostmann

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