Wie Sie die Quecke erkennen und das Unkraut im Garten bekämpfen

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Auf den ersten Blick ist die Quecke nur ein langes Gras. Aber wenn die Pflanze im Garten Überhand nimmt, bekommt man das Wurzelunkraut nur mit Mühe wieder los.

Innerhalb eines Jahres kann die zu den Süßgräsern zählende Kriech-Quecke (Elymus repens) oder Gemeine Quecke über Ausläufer mehrere Quadratmeter Fläche durchwuchern. Wenn sich das hohe wogende Gras im Wind wiegt, mag das noch schön aussehen, aber vor allem im Rasen kann das Gras zu einer echten Herausforderung werden: Die Quecke vermehrt sich sowohl unterirdisch als auch über Samen, sie verdrängt andere Pflanzen und ist nur schwer wieder loszuwerden, wenn sie sich einmal ausgebreitet hat. Daher sollte man das Unkraut rechtzeitig erkennen und bekämpfen.

Wie Sie die Quecke erkennen und warum sie zu fürchten ist

Die Kriech-Quecke (Elymus repens) zählt zu den Süßgräsern. Sie bildet Ausläufer und durchwuchert schnell den Rasen.

Die Quecke hat nicht nur schlechte Seiten, sie dient als nahe Verwandte des Weizens Grasfressern, Raupen und Vögeln als Futterquelle. Doch die bis zu 1,50 Meter hohe Pflanze ist anspruchslos und gedeiht nahezu überall, auch auf verdichteten oder sandigen Böden. Ihre Rhizom-Wurzelausläufer liegen waagerecht drei bis zehn Zentimeter unter der Erdoberfläche und reichen bis zu 80 Zentimeter tief. Eine einzige Pflanze kann in einer Vegetationsperiode bis zu 50 Ausläufer bilden, erklärt die Landwirtschaftsplattform Bioaktuell.ch. Schon kleinste Wurzelstücke, beispielsweise durch Umgraben, reichen, damit sich die Pflanze an einem anderen Fleck wieder ausbreiten kann. Da Quecken über die Wurzeln toxische Stoffe ausscheiden, hemmen sie das Wachstum anderer erwünschter Pflanzen.

So erkennen Sie die Gemeine Quecke:

  • Lange, fein behaarte Laubblätter mit leichten Rillen und blauem abwischbarem Reif, kurzes Blatthäutchen
  • Blüte von Juni bis August an bis zu 30 Zentimeter langen zweireihigen Ähren mit meist fünfblütigen Ährchen
  • Weiße Wurzelausläufer

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Wie sich die Quecke im Garten chemiefrei bekämpfen lässt

Nicht nur im heimischen Garten, auch im Ackerbau kann die Quecke Schaden anrichten, auch weil sie Pilzkrankheiten überträgt. Die Pflanze wird dort oft mit Herbiziden bekämpft. In einem naturnahen Garten ist das keine Option. Hier gibt es folgende Möglichkeiten, um das Unkraut einzudämmen:

  • Vereinzeltes Hacken und Umgraben ist nicht sinnvoll: Da sich die Quecke so gut über Wurzelteilstücke vermehren kann, sollte man dies unterlassen, erklärt Mein-garten-ratgeber.de. Stattdessen sollte man regelmäßig mähen und die Pflanze niedrig halten, sodass sie sich nicht aussäen kann.
  • Gründliches Roden der Pflanzen: Lockern Sie den Boden mit einer Grabegabel tief auf und ziehen Sie jede einzelne Pflanze vorsichtig heraus, inklusive aller (auch herumliegender) weißer Wurzelstücke. Entfernen Sie in der darauffolgenden Zeit neu sprießende Quecken sofort. Bereinigte Grassoden können Sie wieder auflegen und festtreten.
  • Die Quecke mag keinen Schatten: Entfernen Sie die Triebe der Quecke bodentief und bedecken Sie den Rasen oder die Erdfläche mit Mulch, lichtundurchlässiger Folie oder Pappe. Innerhalb eines Jahres sollte die Quecke absterben.
  • Pflanzen Sie über ein Jahr hinweg Kartoffeln und Tagetes auf der bereinigten Fläche. Diese sollen die Quecke verdrängen.

Zehn wuchernde Unkräuter, die Sie unbedingt aus Ihrem Garten entfernen sollten

Gemeiner Stechapfel mit Blüte.
Der Gemeine Stechapfel trägt zwar attraktive Blüten, aber soweit sollte man es nicht kommen lassen. Die giftige Pflanze bildet hartnäckige Pfahlwurzeln. © blickwinkel/Imago
Blühende Kahle Fingerhirse.
Der Wind und Vögel verbreiten Hirsearten wie die Kahle Fingerhirse schneller, als einem lieb ist.  © blickwinkel/Imago
Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata), Blüte und Kleeblatt.
Sauerklee vermehrt sich zügig über Samen und Wurzeln. Am besten entfernt man das hartnäckige Unkraut, bevor es blüht. © imagebroker/Imago
Fliegenpilz in Moos.
Wer Moos im Garten nicht zeitnah entfernt, kann dem gepflegten Rasen bald Adieu sagen. Vertikutieren hilft oft.  © Panthermedia/Imago
Ackerwinde (Convolvulus arvensis).
Die rosafarben blühende Ackerwinde oder die weiße Zaunwinde sind nützlich für Insekten. Aber mit ihren wuchernden Ranken ersticken sie gewünschte Pflanzen im Garten. Ihre Wurzeln wachsen bis zu zwei Meter tief, daher sollte man Winden regelmäßig ausreißen.  © Panthermedia/Imago
Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke.
Die Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke ist ein Süßgras, das sich sowohl über Samen als auch über unterirdische meterlange Triebe ausbreitet. Das Unkraut lässt sich nur sehr mühselig entfernen, daher sollte man es zumindest in Beeten konsequent frühzeitig bekämpfen. © agefotostock/Imago
Acker-Schachtelhalm, Ackerschachtelhalm, Zinnkraut (Equisetum arvense).
Der Acker-Schachtelhalm siedelt sich zwar eher in feuchten Gärten an, aber wehe, man lässt ihn dort wachsen: Die unterirdischen Ausläufer wuchern so stark, dass man meist den ganzen Boden umgraben muss. © blickwinkel/Imago
Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Ach wie hübsch, eine blühende Löwenzahnwiese. Aber bitte nicht im eigenen Garten, denn die Pusteblumen vermehren sich rasant. Und los wird man das Unkraut nur, wenn man die lange Wurzel mitentfernt. © CHROMORANGE/Imago
Gierschblätter in Nahaufnahme.
Der wuchernde Klassiker: Statt sich über Giersch als Unkraut im Garten zu ärgern, sollte man ihn lieber als Salat genießen. © blickwinkel/Imago
Disteln.
Disteln sind im Garten nicht gerne gesehen, da sie ausladende Wurzeln haben.  © Rimmi/Imago

Entsorgen Sie die Quecken an Wertstoffhöfen, damit sie sich im Garten nicht über den Kompost oder vereinzelte Wurzelstücke wieder ausbreiten können.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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