Auch schlanke Menschen betroffen

16 Stunden fasten oder drei Mahlzeiten statt sechs am Tag? Bei Fettleber empfiehlt Expertin Esspausen

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Auch junge Menschen können an einer Fettleber erkranken. Um sie zu kurieren, sollte man die Ernährung umstellen. Auch der Zeitpunkt der Mahlzeiten ist entscheidend.

Unser moderner Lebensstil hat seinen Preis. Wenig Bewegung, Kohlenhydrate im Überfluss und Übergewicht sind die Auslöser einer Reihe an Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleber. Gegen letztere gibt es bislang keine Medikamente. Jedoch kann die Verfettung der Leber durch eine passende Ernährung rückgängig gemacht werden.

Patienten sollten darauf achten, weniger einfache Kohlenhydrate aus Brot, Reis, Blätterteig oder Gebäck zu sich zu nehmen. Stattdessen können Betroffene einer Fettleber-Erkrankung auf ballaststoffreiche Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte zurückgreifen. Aber auch hier gilt: in Maßen statt Massen. Mediziner empfehlen außerdem die sogenannte Logi-Methode (LoGlycemic and Insulinemic Diet), weil diese Form der Ernährung den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig hält.

Pause für die Leber: Nicht zu oft essen, sondern nüchterne Zeiten einlegen

Doch nicht nur die Art der Ernährung, auch der Zeitpunkt der Mahlzeiten ist entscheidend für eine gesunde Leber.

Die Menge der täglichen Mahlzeiten ist wichtig in Hinblick auf die Fettleber-Therapie.

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Sie essen viele kleine und gesunde Mahlzeiten am Tag? Eine gute Entscheidung, wenn Sie körperlich hart arbeiten und einen guten Stoffwechsel haben. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) informiert, haben mehrere Mahlzeiten täglich den Vorteil, dass es seltener zu Heißhungerattacken kommt. Dies könnte dazu beitragen, dass man eher weniger zu Übergewicht neigt, so eine Schlussfolgerung der DGE.

Doch Menschen mit Fettleber sollten eher das Gegenteil zur Routine werden lassen. Viele kleine Mahlzeiten führen nämlich dazu, dass die Leberzellen in Dauereinsatz geraten. Längere Pausen zwischen den Mahlzeiten helfen dabei, dass sich die Leber regenerieren kann. Intervallfasten oder nur drei Mahlzeiten täglich? Probieren Sie am besten aus, welche Routine Ihnen am leichtesten fällt.

Hafertag, Fasten und Esspausen

Folgende Regeln unterstützen die Leber dabei, eine Fettleber zu kurieren, wie im Rahmen des NDR-Formats Die Ernährungs-Docs berichtet wurde:

  • Essen Sie drei Mahlzeiten täglich und halten Sie dazwischen am besten fünf Stunden Pause ein. Zwischenmahlzeiten entfallen somit.
  • Auch Intervallfasten wirkt heilend auf die Leber. Versuchen Sie zum Beispiel, nur zwei Mahlzeiten in den Tag einzuplanen und 16 Stunden Pause zwischen letzter und erster Mahlzeit einzuhalten.
  • Ein großes Glas Wasser mit Bittertropfen hilft, Heißhungerattacken in Schach zu halten.
  • Ein Hafertag pro Woche soll ebenfalls heilsam für die Leber sein. Dabei werden drei Haferflocken-Mahlzeiten am Tag gegessen, die nur wenig andere Zutaten enthalten.

Fruktosehaltige Getränke fördern Fettleber

Auch für gesunde Menschen lohnt es sich, Fastenperioden einzuhalten. Im Interview mit dem Fachportal Thieme erklärt Dr. Daniela Koppold von der Berliner Charité, die zu Ernährung und Fasten forscht: „Untersuchungen aus den USA haben gezeigt, dass sehr viele Menschen 20 Stunden am Tag irgendeine Art von Kalorienaufnahme praktizieren bzw. Glukose im Blut haben. Dazu gehören reguläre Mahlzeiten, Snacks, nachts der Gang zum Kühlschrank oder was auch immer. Dann gibt es gar keine wirklichen Esspausen. Das ist das Schlimmste, was man seinem Stoffwechsel antun kann. Essenspausen sind die minimalste „Fastenvariante“, die unser Organismus zur Regeneration braucht“.

Koppold zufolge kann es schon ein Einstieg sein, Esspausen zwischen den Mahlzeiten einzulegen, auf Snacks und fruktosehaltige Getränke zu verzichten. Letztere seien besonders schädlich für die Leber und fördern eine Fettleber, ganz gleich, ob man schlank ist oder nicht, so die Fastenexpertin.

Zehn blutdrucksenkende Lebensmittel

Kresse als gesundes Würzmittel - Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern.
Kresse als gesundes Würzmittel: Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern. © dpa/Patrick Pleul
Obstkorb
Bananen enthalten viel Kalium und wenig Natrium und sind deshalb ein wahrer Herzstärker. Auch andere Obstsorten wie Äpfel und auch Trockenobst zählen zu den kaliumreichen und natriumarmen Nahrungsmitteln und sind deshalb für eine herzgesunde Ernährung geeignet. © picture alliance/dpa/Frank Leonhardt
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen.
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen. © Susann Prautsch/dpa
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz.
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz. © Jens Kalaene/dpa
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative.
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere pflanzliche Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative. © Oliver Berg/dpa
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie Chia und Sesam.
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie etwa Chia und Sesam. © Daniel Bockwoldt/dpa
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse.
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse. © Andreas Gebert/dpa
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt.
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. © Sven Hoppe/dpa
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung.
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung. © Gregor Fischer/dpa

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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