16 Stunden fasten oder drei Mahlzeiten statt sechs am Tag? Bei Fettleber empfiehlt Expertin Esspausen
VonJuliane Gutmann
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Auch junge Menschen können an einer Fettleber erkranken. Um sie zu kurieren, sollte man die Ernährung umstellen. Auch der Zeitpunkt der Mahlzeiten ist entscheidend.
Unser moderner Lebensstil hat seinen Preis. Wenig Bewegung, Kohlenhydrate im Überfluss und Übergewicht sind die Auslöser einer Reihe an Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleber. Gegen letztere gibt es bislang keine Medikamente. Jedoch kann die Verfettung der Leber durch eine passende Ernährung rückgängig gemacht werden.
Patienten sollten darauf achten, weniger einfache Kohlenhydrate aus Brot, Reis, Blätterteig oder Gebäck zu sich zu nehmen. Stattdessen können Betroffene einer Fettleber-Erkrankung auf ballaststoffreiche Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte zurückgreifen. Aber auch hier gilt: in Maßen statt Massen. Mediziner empfehlen außerdem die sogenannte Logi-Methode (Low Glycemic and Insulinemic Diet), weil diese Form der Ernährung den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig hält.
Pause für die Leber: Nicht zu oft essen, sondern nüchterne Zeiten einlegen
Doch nicht nur die Art der Ernährung, auch der Zeitpunkt der Mahlzeiten ist entscheidend für eine gesunde Leber.
Sie essen viele kleine und gesunde Mahlzeiten am Tag? Eine gute Entscheidung, wenn Sie körperlich hart arbeiten und einen guten Stoffwechsel haben. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) informiert, haben mehrere Mahlzeiten täglich den Vorteil, dass es seltener zu Heißhungerattacken kommt. Dies könnte dazu beitragen, dass man eher weniger zu Übergewicht neigt, so eine Schlussfolgerung der DGE.
Doch Menschen mit Fettleber sollten eher das Gegenteil zur Routine werden lassen. Viele kleine Mahlzeiten führen nämlich dazu, dass die Leberzellen in Dauereinsatz geraten. Längere Pausen zwischen den Mahlzeiten helfen dabei, dass sich die Leber regenerieren kann. Intervallfasten oder nur drei Mahlzeiten täglich? Probieren Sie am besten aus, welche Routine Ihnen am leichtesten fällt.
Hafertag, Fasten und Esspausen
Folgende Regeln unterstützen die Leber dabei, eine Fettleber zu kurieren, wie im Rahmen des NDR-Formats Die Ernährungs-Docs berichtet wurde:
Essen Sie drei Mahlzeiten täglich und halten Sie dazwischen am besten fünf Stunden Pause ein. Zwischenmahlzeiten entfallen somit.
Auch Intervallfasten wirkt heilend auf die Leber. Versuchen Sie zum Beispiel, nur zwei Mahlzeiten in den Tag einzuplanen und 16 Stunden Pause zwischen letzter und erster Mahlzeit einzuhalten.
Ein großes Glas Wasser mit Bittertropfen hilft, Heißhungerattacken in Schach zu halten.
Ein Hafertag pro Woche soll ebenfalls heilsam für die Leber sein. Dabei werden drei Haferflocken-Mahlzeiten am Tag gegessen, die nur wenig andere Zutaten enthalten.
Fruktosehaltige Getränke fördern Fettleber
Auch für gesunde Menschen lohnt es sich, Fastenperioden einzuhalten. Im Interview mit dem Fachportal Thieme erklärt Dr. Daniela Koppold von der Berliner Charité, die zu Ernährung und Fasten forscht: „Untersuchungen aus den USA haben gezeigt, dass sehr viele Menschen 20 Stunden am Tag irgendeine Art von Kalorienaufnahme praktizieren bzw. Glukose im Blut haben. Dazu gehören reguläre Mahlzeiten, Snacks, nachts der Gang zum Kühlschrank oder was auch immer. Dann gibt es gar keine wirklichen Esspausen. Das ist das Schlimmste, was man seinem Stoffwechsel antun kann. Essenspausen sind die minimalste „Fastenvariante“, die unser Organismus zur Regeneration braucht“.
Koppold zufolge kann es schon ein Einstieg sein, Esspausen zwischen den Mahlzeiten einzulegen, auf Snacks und fruktosehaltige Getränke zu verzichten. Letztere seien besonders schädlich für die Leber und fördern eine Fettleber, ganz gleich, ob man schlank ist oder nicht, so die Fastenexpertin.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.