Fettleber erkennen und zurückbilden: Symptome richtig deuten – welche Ernährung und Lebensmittel helfen
VonNatalie Hull-Deichsel
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Auch schlanke oder leicht übergewichtige Menschen können eine verfettete Leber entwickeln. Wer seinen Lebensstil nicht anpasst, riskiert schwere Folgen.
Die Fettleber oder Steatosis hepatis ist in Deutschland weit verbreitet. Es gibt die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) und die alkoholische Fettleber (AFL), wobei eine eindeutige Unterscheidung oft schwer möglich ist. Ursachen für eine Fettleber, häufig in Kombination, sind falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, regelmäßiger bis starker Alkoholkonsum und Diabetes mellitus. Muss die Leber mehr Gifte und Fette verarbeiten, als sie abbauen oder speichern kann, lagert sich Fett im Lebergewebe ab, wie die Deutsche Leberstiftung aufklärt. Das Risiko für eine Leberzirrhose, Leberkrebs und andere Folgeerkrankungen, beispielsweise Bluthochdruck, sind stark erhöht. Bei etwa einem Drittel der Erwachsenen liegt eine vergrößerte Leber aufgrund von zu viel Fetteinlagerung vor, Tendenz steigend. Selbst jedes dritte übergewichtige Kind entwickelt eine Fettleber.
Eine kranke Leber kann sich über lange Zeit entwickeln und kaum oder eher unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit mit sich bringen.
Eine Fettleber erzeugt keine Schmerzen und macht lange keine eindeutigen Beschwerden, mögliche unspezifische Symptome werden häufig nicht mit dem Organ in Verbindung gebracht. Ist die Fettleber bereits weiter fortgeschritten, geht funktionsfähiges Gewebe zugrunde und es kommt zu einer unzureichenden Durchblutung. Die Fettleber kann dann zur gefürchteten Leberzirrhose führen, die oft mit unspezifischen Symptomen einhergeht:
Eine Rückbildung oder Heilung der lange symptomlosen Lebererkrankung ist bisher mit Medikamenten nicht möglich, so die Deutsche Leberstiftung. Die Verfettung kann sich durch vier Faktoren wie kategorische Ernährungsumstellung, kontrollierte Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung und Alkoholverzicht zurückbilden.
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Was darf man bei einer Fettleber essen beziehungsweise nicht essen?
Da eine Fettleber auch durch falsche Ernährung, vor allem vermehrt Kohlenhydrate, verursacht wird, ist es sinnvoll und wichtig, weniger Brot, Teigwaren, Reis, Gebäck sowie Blätterteig-Produkte zu konsumieren.
Haferflocken helfen gegen Fettleber: Essen Sie mindestens einmal pro Woche eine Portion
Hafertage können dazu beitragen, dass sich eine Fettleber zurückbildet: Legen Sie mindestens an einem Tag, bestenfalls an drei oder sogar vier Tagen pro Woche eine Haferflocken-Kur ein. An den Haferflocken-Kur-Tagen sollten ausschließlich Haferflocken mit geringfügigen Geschmacksergänzungen wie Obst oder Gemüse zu den Mahlzeiten verzehrt werden.
Sobald die Leber verfettet ist, sollten schädigende Lebensmittel vermieden werden. Die Logi-Methode (Low Glycemic and Insulinemic Diet) bietet hier Unterstützung. Diese Form der Ernährung hält den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig, entlastet somit die Leber. Bei der Auswahl von Kohlenhydraten sollte besonders auf Ballaststoffe geachtet werden, wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Vollkornreis. Die Grundlage der Logi-Ernährung umfasst Gemüse (Rhabarber, Karotten, Paprika, Kartoffel, Brokkoli), ungesättigte Fette (Nüsse, Hülsenfrüchte, Eier, Fisch) und pflanzliche Öle (Olivenöl, Rapsöl, Leinöl, Distelöl), sowie Obst mit geringem Fruchtzuckergehalt (Avocado, Erdbeeren, Brombeeren, Clementinen, Zwetschgen).
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.