Zu kompliziert?

„Warnsignal“ für die Hersteller: Autobesitzer laut Studie zunehmend genervt vom Infotainment

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Autobesitzer sind laut einer Studie immer unzufriedener mit ihren Fahrzeugen. Besonders mit dem Infotainment kommen viele ganz offensichtlich nicht klar.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in der Automobilbranche viel verändert. Einst musste ein Auto eigentlich nur eines können: Fahren. Gut, ausreichend Platz und Motorleistung wurden schon bald immer wichtiger. Später gewann auch die Sicherheit mehr an Bedeutung. Heute sind Autos rollende Computer mit unzähligen Assistenzsystemen. Komfortfeatures wie eine Klimaanlage sind selbstverständlich – und ohne ein umfangreiches Infotainment-System mit Touchscreen wird auch kaum noch ein Modell ausgeliefert. Doch Autobesitzer sind einer Studie zufolge immer unzufriedener mit ihren Fahrzeugen.

Autobesitzer zunehmend unzufrieden: Außendesign kommt nicht gut an

Laut der „Automotive Performance, Execution and Layout“-Studie (APEAL) des US-Marktforschungsunternehmens J.D. Power hat die Gesamtzufriedenheit der Kunden mit ihren Neufahrzeugen in den vergangenen Jahren abgenommen. Dabei wurden knapp 85.000 Besitzer neuer Fahrzeuge des Modelljahres 2023 befragt. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Gesamtzufriedenheit um zwei Punkte zurück, im Vergleich zu 2021 um drei Punkte. Von zehn Themenbereichen, die untersucht wurden, konnte sich die Zufriedenheit nur in einem Punkt verbessern – und das war beim Kraftstoffverbrauch.

Vom Intotainment ihres Autos sind viele Besitzer genervt. (Symbolbild)

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Auf Kriegsfuß mit dem Auto-Infotainment: Integrierte Systeme werden wenig genutzt

Schon vor einiger Zeit zeigte eine Umfrage, dass viel der in Autos verbauten Technik gar nicht genutzt wird. Große Probleme gibt es aber laut der APEAL-Studie inzwischen vor allem mit dem Infotainment. Der Studie zufolge nutzen nur 56 Prozent der Befragten das im Auto integrierte System, um Musik abzuspielen – im Jahr 2020 waren es noch 70 Prozent gewesen. Am häufigsten verwendet werden von den internen Systemen: die Telefon-Funktion, die Spracherkennung sowie die Navigation. Allerdings nutzen weniger als die Hälfte der Autofahrer die integrierten Systeme für diese Funktionen.

Auto-Tuner und YouTube-Star Jean Pierre „JP“ Kraemer war kürzlich mit dem VW ID. hart ins Gericht gegangen – auch bei ihm war einer der Hauptkritikpunkte das Infotainment. Doch auch das Design der neuen Fahrzeuge kommt laut der Studie bei den Käufern nicht gut an.

Konzeptautos der Extreme: Zehn spektakuläre Einzelstücke, die nie in Serie gingen

Das Renault Trezor Renault concept
Platz 10 – Renault Trezor Concept (2016): Auf dem Pariser Autosalon im Jahr 2016 präsentierte Renault einen echten Hingucker: Die futuristische Flunder Trezor Concept gab einen Ausblick, wie ein rein elektrischer Gran Turismo der Franzosen aussehen könnte. Highlight des Konzeptfahrzeugs waren fehlenden Türen – stattdessen öffnete sich zum Einstieg das Dach samt Motorhaube. Schon bei der Vorstellung war allerdings klar: Dieses Gefährt ist einfach zu außergewöhnlich, um jemals in Serie zu gehen. Schön anzuschauen ist es trotzdem. © CTK Photo/Imago
Ein Peugeot e-legend 2019
Platz 9 – Peugeot e-Legend (2018): Es muss nicht immer alles neu sein: Auf dem Pariser Autosalon 2018 zeigte Peugeot die Retro-Studie e-Legend. Beim Design ließen sich die Franzosen dabei vom 504 inspirieren – einem Modell, das Ende der 1960er-Jahre Premiere feierte. Während man bei der Gestaltung in die Vergangenheit schaute, warf man technisch einen Blick in die Zukunft: Das Fahrzeug war mit einem reinen Elektroantrieb ausgestattet und sollte zeigen, wie man sich autonome Fahrmodi vorstellt. So ließ sich beispielsweise das Lenkrad unter der Soundbar versenken. Dennoch: In Serie ging der e-Legend nicht. © Xinhua/Imago
VW Futura
Platz 8 – VW Futura (1989): Wenn es um ein Messe-Showcar geht, dann greifen Autodesigner gerne zu Flügeltüren – so wirkt auch ein verhältnismäßig unspektakuläres Fahrzeug zumindest einigermaßen aufregend. Auch der VW Futura wurde im Jahr 1989 für seinen Auftritt auf der IAA in Frankfurt damit ausstaffiert – wohl wissend, dass es diese aufwendige Technik höchstwahrscheinlich nicht in ein Serienmodell schafft. Sowohl die Flügeltüren als auch die gläserne Heckklappe ließen sich zudem abnehmen, wodurch der Wolfsburger zu einer Art T-Top-Cabrio wurde. Der Futura blieb ein Einzelstück, allerdings gab er schon mal einen kleinen Ausblick auf das Design des späteren VW Sharan. © VW
Der Audi urban concept
Platz 7 – Audi Urban Concept (2011): Bei Showcars hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie – im Falle von Audi sind die Fahrzeuge zumeist schon ein relativ konkreter Ausblick auf ein Serienauto. Nicht so beim Audi Urban Concept: Auf der IAA 2011 in Frankfurt zeigten die Ingolstädter das Schmalspurfahrzeug, in dem zwei Personen hintereinander Platz nehmen. Der dynamische Rennwagen-Look täuschte etwas über die bescheidene Motorisierung hinweg: Zwei Elektromotoren sollten 20 PS leisten. Dafür wog das Gefährt nur 480 Kilogramm – die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100 km/h, die Reichweite gab Audi mit rund 60 Kilometern an. Später wurde die Studie, die als reines Stadtmobil konzipiert war, auch noch als Spyder-Version gezeigt – in Serie gingen beide nicht. © Audi
Der BMW M1 Hommage
Platz 6 – BMW M1 Hommage (2008): Im Herbst 1978 begann BMW mit der Produktion des legendären Supersportwagens M1 – bis Ende 1981 wurden 460 Exemplare gebaut. Die 277 PS aus einem Reihensechszylinder klingen heute allerdings nicht mehr wirklich gewaltig. Umso mehr erinnert man sich noch immer an des keilförmige Design des Mittelmotorsportlers. BMW ließ die Legende im Jahr 2008 wieder aufleben: Auf dem Concorso d‘Eleganza am Comer See zeigten die Münchner den BMW M1 Hommage. Die extrem designte Studie in oranger Metallic-Lackierung ist ein echter Hingucker. In Serie ging die Retro-Flunder nicht – allerdings nahm das Design schon etwas von einem anderen Fahrzeug voraus: dem BMW i8, der ab dem Jahr 2013 gebaut wurde. © BMW
Das Opel Monza Concept
Platz 5 – Opel Monza Concept (2013): In Serienfahrzeug sind Flügeltüren eine echte Rarität – zumeist sieht man sie nur in Supersportwagen, denn die Technik ist aufwändig und anfällig. Ein Hingucker sind sie aber immer, weshalb sie sich perfekt für Messestudien eignen. Auch Opel entschied sich beim Monza Concept auf der IAA in Frankfurt 2013 dafür. Die Serien-Chancen für ein schickes Luxus-Coupé dieser Art aus dem Hause Opel waren aber von vorneherein gering. Es blieb bei dem einen Showcar. Wer heute einen Monza fahren will, muss sich deshalb auf die Suche nach einem Original machen, das ab Ende der 1970er-Jahre gebaut wurde. © YAY Images/Imago
Das Bugatti 16C Galibier Concept
Platz 4 – Bugatti 16C Galibier Concept (2009): Die Marke Bugatti kennt man heutzutage vor allem durch zwei Modelle: die Supersportwagen Veyron und Chiron – beide mit einem 16-Zylindermotor und einer Leistung von weit mehr als 1.000 PS ausgestattet. 2009 zeigte die Marke mit dem Bugatti 16C Galibier Concept jedoch ausgewählten Gästen, wie man sich eine Luxuslimousine der Franzosen vorstellen könnte. Die Öffentlichkeit bekam das Showcar dann auf dem Genfer Autosalon 2010 zu sehen. Wie der Zusatz „16C“ verrät, wäre auch die sportliche Limousine mit einem gewaltigen 16-Zylindermotor ausgestattet gewesen. Den Weg in die Serienfertigung – wenn man bei den geringen Stückzahlen der Marke überhaupt davon sprechen kann – fand der Galibier nicht. Umso exklusiver bleibt damit die Besonderheit des Konzeptautos: Auf dem Armaturenbrett des Wagens ist eine Tourbillon-Uhr von Parmigiani Fleurier verbaut – diese lässt sich aus der Halterung herausnehmen und als Armbanduhr tragen. © Uli Deck/dpa
Der Citroën Tubik
Platz 3 – Citroën Tubik (2011): Vans sind optisch eher unspannende Fahrzeuge, was mit ihrer naturgemäß meist kastenartigen Form zu tun hat. Dass man ein solches Fahrzeug aber auch durchaus außergewöhnlich gestalten kann, zeigte Citroën im Jahr 2011 auf der IAA in Frankfurt mit dem Tubik. Ob einem das Design – speziell der Front – gefällt, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Eine riesige Flügeltüre öffnet den Zugang zum loungeartigen Innenraum des Turik. Die Sitzgelegenheiten bieten maximale Variabilät – und lassen sich beispielsweise auch zu einem Bett umbauen. Ein Fahrzeug der Extreme, das ebenfalls ein Einzelstück blieb. © Sebastian Geisler/Imago
Ein BMW E1
Platz 2 – BMW E1 (1991): Es gibt immer wieder Konzeptfahrzeuge, die ihrer Zeit einfach zu weit voraus sind. Zu diesen gehört wohl auch der BMW E1, den die Münchner im Jahr 1991 auf der IAA in Frankfurt vorstellten. Ein kompaktes Elektrofahrzeug mit einer Länge von knapp 3,50 Metern, in dem vier Personen Platz finden sollen. Die Natrium-Schwefel-Batterie bot eine Kapazität von 20 kW und hätte unter günstigen Umständen für eine Reichweite von rund 200 Kilometern reichen sollen. Der 32 kW starke Elektromotor trieb BMW-typisch nur die Hinterräder an, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 120 km/h. 1993 stellte BMW eine zweite Version des E1 vor – diesmal mit einem Verbrennungsmotor. Doch weder die eine noch die andere Variante schafften es in die Serie – dennoch gilt der E1 so manchem als früher Vorläufer des i3, der ab 2013 produziert wurde. © BMW
Mercedes NAFA
Platz 1 – Mercedes Nafa (1982): Beim Anblick dieses Gefährts mag man an viele Hersteller denken – aber sicher nicht an Mercedes. Allerdings präsentierten die Schwaben im Jahr 1982 tatsächlich die Studie Nafa – eine Abkürzung für „Nahverkehrsfahrzeug“. Die kantige Kiste war gerade einmal 2,5 Meter lang und 1,5 Meter breit und hoch. Sie bot Platz für zwei Personen und war als minimalistisches Stadt-Mobil konzipiert. Das kuriose Gefährt blieb ein Einzelstück – und gilt dennoch als Ur-Vater von späteren City-Flitzern wie dem Smart oder der A-Klasse.  © Mercedes-Benz

Autobesitzer genervt vom Infotainment: „Sollte den Herstellern ein Warnsignal sein“

„Der Rückgang in aufeinanderfolgenden Jahren mag klein erscheinen, aber er ist ein Indikator dafür, dass größere Probleme unter der Oberfläche liegen könnten“, sagt Frank Hanley, Senior Director für Auto-Benchmarking bei J.D. Power. „Trotz der Technologie- und Designinnovationen, die die Hersteller in neue Fahrzeuge einbauen, stehen ihnen die Besitzer nur verhalten gegenüber. Während Innovationen wie Ladepads, Fahrzeug-Apps und erweiterte Audiofunktionen das Erlebnis für den Besitzer verbessern sollten, ist dies nicht der Fall, wenn Probleme auftreten. Dieser Rückgang der Zufriedenheit sollte den Herstellern ein Warnsignal sein, dass sie besser verstehen müssen, was die Besitzer wirklich von ihren neuen Fahrzeugen erwarten.“ 

Untersucht wurde in der Studie unter anderem auch die Zufriedenheit mit Premium-Marken. Dabei landete Jaguar auf dem ersten Platz, den zweiten Rang teilten sich punktgleich Land Rover und PorscheBMW folgte auf dem vierten Platz.

Rubriklistenbild: © Cover-Images/Imago

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