Jede Menge Kritikpunkte

„Das ist ein Scherz“ – JP Kraemer geht bei Test mit dem VW ID. Buzz hart ins Gericht

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In einem Video über den VW ID. Buzz redet sich der Dortmunder Tuner JP Kraemer ordentlich in Rage – an dem Elektro-Kleinbus missfällt ihm so einiges.

Zumindest wenn es um das Thema Führungskompetenz geht, ist Jean Pierre „JP“ Kraemer (42) nicht unbedingt bescheiden. Vor einiger Zeit verkündete der Dortmunder Tuner beispielsweise, dass er sich durchaus zutraue Bundeskanzler sein zu können. In einem neuen Video (weiter unten zu finden) erklärt er nun, dass er gerne einmal für sieben Jahre Chef von Volkswagen wäre – „Ich dreh’ den Kasten um.“ Denn bei seinem Test des ID. Buzz gerät JP Kraemer ziemlich in Rage. Im Unternehmen sei keine Zielrichtung zu erkennen. Und an dem Elektro-Kleinbus stört ihn so einiges.

„Das ist ein Scherz“ – JP Kraemer geht bei Test mit dem VW ID. Buzz hart ins Gericht

In einem YouTube-Video ist der Tuner zusammen mit vier Kollegen im VW ID. Buzz unterwegs. Das Fahrzeug hat ihm VW laut seinen Angaben zur Verfügung gestellt. Doch der Elektro-Bus bringt JP Kraemer im Verlauf des Clips immer mehr auf die Palme. Zunächst zählt der Tuner einige positive Dinge auf. So sei das Design ein „Volltreffer“ und die Sitzposition „perfekt“. Und auch der Verbrauch und die Reichweite seien super. Doch dann geht es auch schon mit den negativen Aspekten los – und davon hat der Dortmunder, der auch ein eigenes Automuseum betreibt, nicht wenige.

JP Kraemer testet VW ID. Buzz – „Das ist an der Realität vorbei.“

Zunächst einmal regt ihn auf, dass ihn das Elektrofahrzeug vor jedem Losfahren nach seinem Konto fragt. „Ich will kein Konto erstellen“, sagt JP Kraemer. „Du musst jedes Mal Offline-Modus oder irgendetwas drücken. Da sag’ ich ganz ehrlich: Das ist an der Realität vorbei.“ Nach einmal ablehnen müsse diese Aufforderung verschwinden – doch scheinbar unterschätze man das bei Volkswagen: „Das macht das Auto kaputt. Ich will da nichts drücken. Ich will einfach losfahren.“

JP Kraemer testet VW ID. Buzz – „Das darf nicht sein“

Und das war nur der Anfang. Dann knöpft sich der Tuner den Schalthebel hinter dem Lenkrad vor, der aussehe wie ein „Calippo-Eis“. Hier stört ihn die Qualitätsanmutung: „Das darf nicht sein“, so JP Kraemer. „Diese elementar wichtigen Dinge, die du immer anfasst – das muss ja eine gewisse Wertigkeit haben. Hat es nicht.“ Genau sowenig gefällt ihm die Positionierung des Hebels.

Auch der Touchscreen in der Mitte bekommt sein Fett weg. Hier missfällt JP Kraemer, dessen YouTube-Account vor kurzem gehackt wurde, vor allem die Touch-Regelung für die Lautstärke – denn beim Versuch, diese zu verändern, verstelle man oft versehentlich die Klimaanlage. „An die Person, die das entschieden hat: Ich möchte bitte, dass du das noch einmal überdenkst.“ Aus seiner Sicht sei die Touch-Lösung hier eine „Kostensparsache“. Man müsse ein Auto so einfach gestalten, dass es ein Mietwagen sein könne – und das sei beim VW ID. Buzz nicht der Fall. Und wieso ein Klick auf die Deutschlandfahne zur Navi-Ansicht führe, sei ebenfalls rätselhaft.

JP Kraemer testet VW ID. Buzz – Grafische Darstellung des Infotainments „nicht der Oberhit“

Außerdem arbeite das Infotainment generell zu langsam und die grafische Darstellung sei „nicht der Oberhit“. Volkswagen müsse dafür sorgen können, dass das schneller gehe – Tesla mache es schließlich vor. VW habe ja ohnehin „einigermaßen zugegeben, dass das eine Fehlkonstruktion ist“, so der Tuner. Aber das könne man seinen Kunden ja nicht immer wieder aufs Auge drücken.

E-Wagen der Extraklasse: Zehn Luxusautos, die mit Strom fahren

Der Elektro-Sportwagen Rimac Nevera fährt auf einer Straße.
Rimac Nevera: Für viele sind Sportwagen der Inbegriff von Luxus. Beim Rimac Nevera dürfte das außer Frage stehen. Lediglich 150 Exemplare des Elektroautos sollen gebaut werden. Kolportierter Kostenpunkt: zwei Millionen Euro. Netto. Dafür gibt es aber auch 1.914 PS, vier Elektro-Motoren und eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern. Den Sprint von null auf 100 legt der Sportwagen in sagenhaften 1,85 Sekunden zurück. © Rimac
Das Luxus-Elektroauto Audi e-tron GT
Audi e-tron GT: Auch der Ingolstädter vereint Sport und Luxus. In der Basisvariante sorgen 476 PS für viel Vortrieb. Wer sich für die RS-Version entscheidet, darf sich auf 598 PS freuen. Je nach Modell sind Reichweiten von 472 bzw. 487 Kilometer möglich. Preislich geht es bei rund 104.000 Euro los. Der RS e-tron GT schlägt mit mindestens 142.500 Euro zu Buche. © Audi
Das Luxus-Elektroauto Porsche Taycan.
Porsche Taycan: Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, technisch ist der Luxus-Stromer eng verwandt mit dem Audi e-tron. Beide nutzen die gleiche Plattform und teilen auch so viele Bauteile. Allerdings hat der Zuffenhausener etwas mehr Leistung (bis zu 761 PS) und kommt je nach Version bis zu 498 Kilometer weit. In der günstigsten Variante kostet der Taycan 88.399 Euro. Am teuersten ist der Taycan Turbo S Cross Turismo mit 191.096 Euro. © Porsche
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQS
Mercedes-Benz EQS: Abgesehen von den Maybach-Modellen ist die S-Klasse wohl das luxuriöseste Fahrzeug, das man bei Mercedes kaufen kann. Kein Wunder also, dass man in Stuttgart mit einer Elektro-Version nachlegte. In der günstigsten Version mit 292 PS kostet der EQS rund 116.000 Euro. Die Reichweite liegt bei 576 Kilometern. Zudem bietet der Stromer neben viel Luxus auch eine Menge Platz. © Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQE.
Mercedes-Benz EQE: Neben der S-Klasse hat auch die E-Klasse ein elektrisches Gegenstück bekommen. In der Basisversion leistet der Elektromotr des EQE 245 PS und kommt bis zu 639 Kilometer weit. Wer etwas mehr Leistung bevorzugt wird bei AMG fündig. Der AMG EQE 53 4Matic+ Dynamic Plus kommt mit zwei E-Aggregaten die zusammen 687 PS leisten. Allerdings sinkt die Reichweite auf bis zu 526 Kilometer. © Dirk Weyhenmeyer/Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto BMW iX M60
BMW iX: Ja, auch BMW kann bekanntlich Luxus. In diesem Fall mit dem SUV iX. Die zwei Elektromotoren leisten je nach Version 326 oder 523 PS. Der iX M60 kommt sogar mit 540 PS zum Kunden. Je nach Batterie legt der Stromer mit einer Ladung 408 bis 633 Kilometer zurück. Die Basisversion gibt es bereits für 77.300 Euro. Mit dem M-Logo geht es bei 143.100 Euro los. © BMW/Enes Kucevic Photography
Das Luxus-Elektroauto BMW i7.
BMW i7: Was Mercedes die S-Klasse ist, ist bei BMW der 7er. Mehr Luxus geht nicht. Und wie der Konkurrent aus Stuttgart haben auch die Münchner ihr Flaggschiff unter Strom gesetzt. Zwei Elektromotoren sorgen für 544 PS. Künftig soll der Stromer sogar teilweise autonom fahren können. So viel Luxus hat allerdings seinen Preis: Satte 139.900 Euro ruft BMW für den i7 auf. © BMW/Daniel Kraus
Das Luxus-Elektroauto Lucid Air.
Lucid Air: Mit dem Elektroauto drängen auch immer mehr neue Hersteller auf den Markt. Einer davon ist Lucid. Mit dem Air haben sich die Amerikaner direkt ins Luxus-Segment gewagt. Je nach Ausführung wird das Elektroauto von 480 bis 1.111 PS angetrieben. 2023 soll das neue Top-Modell Saphire mit 1.217 PS kommen. Die Reichweite liegt bei 653 bis 883 Kilometern. In nur 15 Minuten soll genug Strom für ca. 400 Kilometer Reichweite geladen sein. Für die Air Dream Edition werden aktuell 218.000 Euro fällig. Etwas günstiger ist der Grand Touring, der bei 159.000 Euro startet. © Lucid
Das Luxus Elektroauto Jaguar I-PACE.
Jaguar I-PACE: Die Briten sind schon seit 2018 mit ihrem Luxus-Elektroauto auf dem Markt. Entsprechend bekommt der I-PACE 2024 einen Nachfolger. Bis dahin haben die Kunden die Wahl zwischen zwei Versionen mit jeweils 400 PS. Mit der 90,2-kWh-Batterie kommt der Stromer bis zu 450 Kilometer weit. Die Preise starten bei 92.400 Euro. © Jaguar
Das Luxus-Elektroauto Rolls-Royce Spectre.
Rolls-Royce Spectre: Schon im Jahr 1900 hatte sich der Rolls-Royce-Mitbegründer Charles Rolls ein Elektroauto zugelegt und war begeistert. Er wusste aber auch: Die Stromer sind erst dann sinnvoll, wenn es feste Ladestationen geben würde. Über 110 Jahre später ist das der Fall und die BMW-Tochter bringt mit dem Spectre ihr erstes Serien-Elektroauto auf den Markt. Dafür setzt man nicht etwa auf die Neue-Klasse-Architektur, sondern hat mit dem Aluminium-Spaceframe eine eigene Basis entwickelt. Die Batterie ist jedoch mit der des i7 verwandt und soll eine Reichweite von etwa 520 Kilometern ermöglichen. Angetrieben wird der Nobel-Stromer von zwei E-Motoren, die zusammen 585 PS leisten. Mit einem Preis von 318.500 Euro liegt der Spectre zwischen dem Cullinan und Phantom.  © Rolls-Royce

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JP Kraemer testet VW ID. Buzz – Bremsgefühl „nicht akzeptabel“.

Und der Tuner gerät immer mehr in Rage – auch weil erst nach acht Minuten Fahrt die Musik anspringt. Sein Blick fällt dann auch noch auf einen Plastik-Smiley in der Tür. Das solle ein „Easteregg“ sein. VW bilde sich ein, dass so etwas Menschen heute noch bewege, echauffiert sich JP Kraemer, der auch eine kleine Rolle in „Manta, Manta – Zwoter Teil“ hat. „Einfach: Nein. Das ist ein Scherz.“ Das sei nicht einmal mit Aufwand gemacht. Das sei einfach eine Plastikkappe. Was einem das wohl sagen solle? „Reg dich nicht auf, das Navi ist sch....?“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Außerdem sei das Bremsgefühl des ID. Buzz „nicht akzeptabel“. Was beim Tritt aufs Pedal passiere, sei nicht vorhersehbar und nicht planbar. „Fühlt sich an wie ein siebeneinhalb Tonner von Europcar.“ Schließlich klopft der Tuner noch mit der Faust gegen die Tür: „So fühlen sich 70.000 Euro an.“ Sein knallhartes Fazit nach all seinen Kritikpunkten: „Es gibt keine Marke, die sich weltfremder verhält als Volkswagen.“

Rubriklistenbild: © YouTube (JP Performance GmbH)

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