Von Anpflanzen bis Rückschnitt

Gärtnerin verrät: Vier typische Rosenfehler, die jeder vermeiden sollte

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Kleine Pflegefehler können Rosen das Leben schwer machen. Eine Gärtnermeisterin verrät, worauf Sie achten sollten, damit Ihre Blumen gesund bleiben.

Rosen gelten als die Königinnen im Garten. Doch wie man die prächtigen Blumen richtig pflegt, wissen viele Gartenbesitzer nicht. Deshalb schleichen sich immer wieder Fehler ein, die langfristig zu schwachen Pflanzen oder sogar zum Verlust der Rosen führen können. Eine Gärtnerin hat uns vier häufige Fehler verraten, die bei der Pflege passieren können.

1. Rosen nicht tief genug einpflanzen

Viele Gartenbesitzer setzen die Rose beim Anpflanzen nicht tief genug in die Erde. „Dann ragt die Veredelungsstelle heraus – das kann man auch mit Anhäufeln nicht ausgleichen“, verrät die Gärtnermeisterin der Gärtnerei Sauer in Murnau im Gespräch mit 24garten.de. Stattdessen sollte die Veredelungsstelle – leicht zu erkennen an der Verdickung am unteren Stamm – etwa fünf Zentimeter unter der Erde liegen. Wird der Strauch zu flach gepflanzt, ist er anfälliger für Frostschäden und Trockenheit. Besonders im Herbst ist es wichtig, die Pflanze tief genug einzusetzen und die Rose anschließend mit Erde anzuhäufeln, damit sie den Winter geschützt übersteht. Weitere Tipps zum Rosenanpflanzen verrät die Expertin in diesem Artikel.

2. Rosen zu früh im Jahr schneiden

Bei der Rosenpflege im Garten kann auch einiges schiefgehen – etwa, wenn die Pflanze zu früh im Jahr zurückgeschnitten wird. (Symbolbild)

Viele Hobbygärtner greifen schon im Februar oder März zur Gartenschere. Dabei sollten Rosen erst geschnitten werden, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Ein guter Zeitpunkt dafür ist „ungefähr ab April, wenn die Forsythien blühen“, so der Rat der Gärtnermeisterin. Ein zu früher Rückschnitt kann dazu führen, dass frische Triebe durch Spätfrost absterben und die Pflanze geschwächt wird.

Nie mehr vergessen: Faustregeln für den richtigen Schnittzeitpunkt

Schmetterlingsflieders, Sommerflieder (Buddleja davidii) - violetter Blütenstand
Sommerblühende Gehölze wie den Schmetterlingsflieder, den Garteneibisch oder die Bartblume schneidet man nach der Blüte oder im Frühjahr (Ende Februar bis Anfang März) bis auf die verholzten Teile zurück. © Panthermedia/Imago
Person schneidet Forsythie im Frühjahr zurück.
Frühjahrsblühende Sträucher wie die Forsythie, der Flieder oder der Schneeball (Viburnum) bekommen am besten direkt nach der Blüte einen Rückschnitt. Denn sie bilden ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr. © Depositphotos/Imago
Person schneidet Obstbaum.
Obstbäume blühen zwar im Frühling, werden aber schon im späten Winter oder frühen Frühjahr zurückgeschnitten, bevor der Saftfluss einsetzt. © Panthermedia/Imago
Walnussbaum mit Walnuss
Stark saftende Bäume wie Ahorn, Walnuss oder Birke werden am besten im Spätsommer oder Spätwinter zurückgeschnitten, um einen übermäßigen Saftverlust zu vermeiden. © robertkalb photographien/Imago
Saftige rote Kirschen hängen an einem Zweig mit grünen Blättern.
Für Kirsch- und Pflaumenbäume wiederum gilt: Schneiden Sie größere Äste direkt nach der Ernte, das bremst ihr Wachstum. Kleinere Äste und Zweige kann man auch im Spätwinter entfernen. © Zoonar/Imago
Person schneidet Steckholz von Himbeerstrauch.
Herbsttragende Sorten von Johannisbeeren und Himbeeren werden im Spätwinter bodennah zurückgeschnitten. Sommertragende Sorten lichtet man nach der Ernte aus.  © Pond5 Images/Imago
Person schneidet Thujenhecke zurück.
Bei Hecken muss man unterscheiden: Nadelgehölze wie Thuja schneidet man Ende Juni, nach dem ersten Austrieb, zurück. Laubhecken sollte man im Frühjahr vor dem Austrieb und im Spätsommer leicht zurückschneiden. Für Formhecken (z. B. Buchsbaum, Liguster) steht der modellierende Rückschnitt im Juni und August an. © Depositphotos/Imago
Eine Gärtnerin kümmert sich um ihre Rosen und schneidet sie zurück.
Beetrosen erhalten ihren kräftigen Hauptschnitt im März bis April bei der Forsythienblüte; verblühte Köpfe entfernt man nach der Blüte für einen zweiten Flor. © Zoonar.com/Elena Grishina/Imago
Stieglitz auf einer Schneedistel im Winter
Der beste Rückschnitt-Zeitpunkt für Stauden liegt im Frühjahr, bevor sie austreiben. So bieten die Stiele der Pflanze im Winter einen Frostschutz sowie eine Futterquelle für Tiere. Aber auch im Herbst ist der Rückschnitt möglich. © Zoonar/Imago
Chinaschilf mit Reif
Sommergrüne Ziergräser bieten Tieren im Winter Unterschlupf und Nahrung, schützen sich mit ihren eigenen Halmen vor Kälte und sind meist ein toller Blickfang. Zurückgeschnitten wird erst im Spätwinter oder Frühjahr, kurz bevor die Gräser neu austreiben. Immergrüne Gräser hingegen werden gar nicht geschnitten. © Zoonar/Imago
Gartenhandschuhe und Gartenschere liegen auf Wiese.
Bevor Sie mit dem Rückschnitt loslegen, eine wichtige Grundregel: Achten Sie auf scharfe, saubere Schnittwerkzeuge, um Quetschungen und Krankheiten der Pflanzen zu vermeiden.  © Dreamstime/Imago

3. Rosen zu viel oder zu wenig düngen

Wichtig für gesunde Rosen ist auch das richtige Maß bei der Düngung. Viele würden entweder zu viel Düngemittel einsetzen oder zu wenig. Wer sich unsicher ist, sollte einfach einen Blick auf die Pflanze werfen: „Wenn die Blätter dunkelgrün sind, brauchen sie keinen Dünger“, so die Expertin. Wird dagegen zu wenig gedüngt, kommen die Blattadern zum Vorschein, die Blätter werden gelblich und die Rose ist auch nicht mehr so blühfreudig. In diesem Fall sollte ein hochwertiger, spezieller Rosendünger zum Einsatz kommen oder natürlicher Dünger wie Kompost.

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4. Falscher Winterschutz – besonders bei Hochstämmchen

Ein Winterschutz ist für Rosen unerlässlich, vor allem für Hochstämmchen. Diese reagieren besonders empfindlich auf Frost, da ihr Veredelungsbereich weit über dem Boden liegt. Um sie zu schützen, wird oft empfohlen, die Krone des Hochstämmchens umzubiegen und mit Erde oder anderen Materialien zu bedecken. Allerdings kann das Holz dabei leicht brechen. Um das zu verhindern, empfiehlt die Gärtnermeisterin, das Rosenstämmchen mit Naturmaterialien gut einzupacken, etwa mit Jute, Kokosmatten oder Tannenzweigen. Topfpflanzen stellt man am besten an eine geschützte Stelle. Auf diese Weise kann die Pflanze den Winter gut überstehen.

Rubriklistenbild: © Zoonar.com/Elena Grishina/Imago

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