Vielfältige Edelblumen

Die Königin des Gartens: Was Sie über Rosen wissen müssen und wie Sie ihren royalen Ansprüchen genügen

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Was schmückt einen Garten schöner als Rosen? Erfahren Sie, wie Ihre Pflanzen rund ums Jahr gesund und blühfreudig bleiben.

Sie ist die Königin unter den Blumen, ein Symbol für Liebe und Romantik. Die Rose ist also praktisch die High Society im Garten. Der Grund dafür ist offensichtlich, immerhin ist diese Blume zart, lieblich, wunderschön, duftet herrlich und auch zuweilen etwas zickig. Aber ganz gerecht wird ihr dieses Bild dennoch nicht. Rosen gibt es in so vielen verschiedenen Ausführungen, von elegant und empfindlich bis zu robust und bodenständig. Oder anders gesagt: An dieser Blüte findet so ziemlich jeder Gartenfreund seine Freude. Erfahren Sie, welche Rosenarten es gibt und wie Sie sie lange am Leben halten.

Geschichte der Rosen

Rosen sind ein konstanter Begleiter der menschlichen Zivilisation: In manchen Regionen werden sie bereits seit mehreren Tausend Jahren angebaut. Man findet sie sowohl in der indischen, als auch der griechischen Mythologie. Wildrosen wie die Hundsrose gehören zu den heimischen Blumen Mitteleuropas. Andere Sorten stammen aus Afrika oder Asien und kamen ab dem 16. Jahrhundert zu uns. Seitdem werden Rosen im großen Stil gezüchtet, gekreuzt und neu entwickelt.

Bei dieser Schönheit ist es kein Wunder, dass die Rose ihren Weg in die Mythologie verschiedener Kulturen geschafft hat (Symbolbild).

Die riesige Welt der Rosenarten

Rose ist nicht gleich Rose – weltweit gibt es über 30.000 Sorten. Es gibt sie in allen möglichen Farben, gefüllt und ungefüllt, große Blüten und kleine, stark duftend und dezent. Es gibt Edelrosen, die Sie als Schnittblumen in die Vase stellen oder trocknen können. Kletterrosen, die meterweit in die Höhe sprießen oder kleine Bodendecker. Riesige Sträucher und kleine Varianten, die Sie problemlos im Topf oder Kübel halten. Die Kartoffelrose eignet sich sogar als Hecke. Durch diese Vielzahl an alten und neuen Züchtungen ist die Rose auch längst nicht mehr so anspruchsvoll wie einst. Mittlerweile sind viele Sorten recht robust.

Grob lassen sich Rosen in diese zehn Kategorien einteilen:

Wuchshöhe
Beetrosenbis zu 80 Zentimeter
Bodendeckerrosen bis zu 50 Zentimeter
Edelrosenbis zu 100 Zentimeter
Heckenrosen bis zu drei Meter
Kleinstrauchrosen bis zu 80 Zentimeter
Kletterrosen bis zu drei Meter
Ramblerrosen bis zu sechs Meter
Strauchrosen bis zu zwei Meter
Wildrosen bis zu drei Meter
Zwergrosen bis zu 30 Zentimeter

Wussten Sie übrigens, dass auch die Hagebutten Rosen sind? Allgemein sind sie die Früchte von verschiedenen Rosenarten. Manche Wildrosen werden auch als Ganzes Hagebutte genannt.

Hagebutten sind die Früchte von Rosen.

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Der richtige Standort für die Rose

Rosen neigen zu Pilzkrankheiten. Daher ist ein sonniger, trockener Standort für sie essentiell. Nur so können sie nach einem Regenguss ausreichend trocknen. Rosen wurzeln zudem tief und benötigen daher einen lockeren Boden.

Rosen pflegen: von gießen bis düngen

Die empfindliche Rose sollte keine Staunässe bekommen und auch nicht lange feucht bleiben. Davon abgesehen ist sie aber recht durstig: Geben Sie ihr einmal die Woche eine große Portion Flüssigkeit. In heißen Perioden ruhig öfter bis täglich. Kübelpflanzen brauchen etwas mehr als Beetrosen. Gießen Sie möglichst immer morgens und nicht in der prallen Sonne. So kann die Pflanze bis zur Nachtkälte trocknen. Das schützt sie vor Pilzen. Sie umgehen außerdem Brandschäden, die entstehen, wenn Wassertropfen die Sonnenstrahlen wie eine Lupe bündeln.

Ab März freuen sich Rosen zudem über Unterstützung in ihrem Wachstum. Daher empfiehlt es sich, sie im Frühjahr mit speziellem Rosendünger zu fördern. Nach der ersten Blüte ist dann eine zweite Düngung ratsam. Diese sollte aber maximal bis Juli erfolgen. Erhält die Pflanze zum Herbst hin zu viel Phosphor, bildet sie zu viele junge Triebe aus. Diese können im Winter erfrieren.

Die Kunst, Rosen richtig zu schneiden

Da Rosen so unterschiedlich sind, gibt es keine alles umgreifende Regel für den Schnitt. Allgemein ist nur, dass Sie Rosen im Frühjahr nach der Forsythienblüte schneiden. Ansonsten kann Frost in die frischen Wunden gelangen und die Pflanze schädigen. Schneiden Sie immer kurz über einem Auge, also einer nach außen gerichteten Blattknospe. Sonst stirbt der Trieb ab. Setzen Sie das Messer immer schräg an, damit Regenwasser abfließen kann. Davon abgesehen gilt:

  • Edelrosen, Beetrosen, Zwergrosen: Sie lassen ein paar wenige Haupttriebe stehen. Den Rest schneiden Sie stark zurück.
  • Kletterrosen, Strauchrosen: Hier müssen Sie nur alte, tote und störende Zweige entfernen.
  • Bodendeckerrosen: Alle paar Jahre können Sie die Pflanze kürzen.

Zusätzlich sollten Sie Rosen schneiden, wenn sie verwelkt sind. Einige Sorten regen Sie so zu einer neuen Blüte an.

Beim Rückschnitt macht es einen Unterschied, ob Sie eine Strauchrose oder eine Zwergrose im Kübel besitzen.

Aus einer werden viele: So vermehren Sie Rosen

Rosen veredeln Sie üblicherweise, um sie zu vermehren. Dazu nehmen Sie eine Wildrose, kürzen Sie stark und machen einen T‑förmigen Schnitt in den Stamm. In diesen setzen Sie nun das Auge einer Edelrose ein.

Eine andere Möglichkeit ist es, Rosen über Stecklinge zu vermehren. Gerade Wildrosen können Sie auch säen. Lassen Sie dafür die Blüten stehen, bis sich Hagebutten entwickeln. Aus diesen können Sie die Rosensamen entnehmen. Lassen Sie sie im Kühlschrank vorkeimen. Anschließend können Sie sie mit Anzuchterde vorziehen und dann im Frühjahr ins Beet setzen.

Typische Krankheiten und Schädlinge, die Rosen befallen

Auch wenn es heute viele robuste Sorten gibt – Rosen sind nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Pilzen und Schädlingen beliebt. Auf diese Krankheitsbilder und Anzeichen müssen Sie achten:

  • Weißer, mehliger Belag: Ganz typisch für Rosen ist Echter Mehltau, der eine Pilzerkrankung ist. Dieser taucht besonders gerne bei feuchtwarmen Klimabedingungen auf. Mit Milch rücken Sie ihm zu Leibe. Dafür füllen Sie ein Milch-Wasser-Gemisch in eine Sprühflasche und sprühen einmal pro Woche die Blätter damit ein.
  • Braune, sternförmige Flecken: Sternrußtau, auch Schwarzfleckenkrankheit genannt, ist ebenfalls auf einen Pilz zurückzuführen. Sie werden ihn los, indem Sie die Blätter penibel abzupfen und im Hausmüll entsorgen.
  • Orange-rote Flecken: Wie beim Sternrußtau gehen Sie auch beim Rosenrost vor.
  • Bräunlich-graue Flecken: Hier handelt es sich wahrscheinlich um Falschen Mehltau. Entfernen Sie auch in diesem Fall alle betroffenen Blätter akribisch.
  • Gelbe Blätter mit ausgeprägten Blattadern: Besitzen die Blätter keine Farbe mehr, leidet die Pflanze unter einer Chlorose. Dahinter steckt meist ein Nährstoffmangel.
  • Eingerollte Blätter: Die Rosenblattrollwespe wickelt sich gerne in Ihre Rosenblätter ein. Entfernen Sie diese einfach.
  • Moosartige Blüten: Ihre Rose hat seltsam aussehende Blüten? Dahinter steckt die Rosengallwespe. Sie fügt der Pflanze aber keinen nennenswerten Schaden zu.
  • Grüne Insekten: Finden Sie kleine grüne Krabbeltierchen auf Ihren Rosen, handelt es sich wahrscheinlich um die Rosenblattlaus. Diese können Sie mit einem Brennnesselsud bekämpfen.
  • Cremefarbene Larven: Kleine helle Larven stammen hingegen von der Rosenzirkade, die den Blättern Saft aussaugen. Diese können Sie mit biologischem Neemöl verjagen.

Rosen kaufen – worauf müssen Sie achten?

Bevor Sie eine Rose kaufen, sollten Sie sich klar sein, wo diese am Ende wachsen soll: Eine Kletterrose braucht eine geeignete Rankhilfe. Eine Strauchrose braucht viel Platz und ist im Kübel nicht gut aufgehoben. Dann sollten Sie neue Pflanzen genau prüfen: Zeigen sich Krankheiten? Sitzen Schädlinge auf oder unter den Blättern? Gucken Sie sich auch die Wurzeln an, ob diese gesund sind. Auch das ADR-Siegel (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) kann Ihnen helfen. Diese weisen besonders robuste Sorten aus.

FAQ: Oft gestellte Fragen über Rosen

Welche ist die schönste Rose?

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Manche mögen es einfach, andere lieber die prall gefüllten Blüten der Englischen Rose. Zur schönsten Rosensorte des Jahres wurde die Beetrose „Spotlight“ gekürt.

Viele Menschen lieben besonders die Englische Rose.

Welcher Standort ist der beste für Rosen?

Rosen sollten hell und nicht zu feucht stehen. Ein sonniger Standort mit durchlässiger Erde ist daher ideal.

Wie pflege ich meine Rosen?

Rosen sollten Sie regelmäßig gießen und zweimal im Jahr düngen. Je nach Rosensorte ist auch ein gründlicher Schnitt im Frühjahr wichtig.

Wie alt kann eine Rose werden?

Gut gepflegt, kann eine Rose ein langes Leben führen. 20 Jahre sind durchaus möglich.

Rubriklistenbild: © Zoonar.com/Zoonar.com/zoonar/Markus Hötzel/IMAGO

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