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So bekämpfen Sie Fettleber und verlieren Gewicht – Charité-Expertin verrät Strategien

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Übergewicht ist ein Auslöser der nicht-alkoholischen Fettleber. Wer Pfunde reduziert, verhilft auch der Leber zur Genesung. Eine Fastenexpertin erklärt, wie sich Erfolg einstellt.

Die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) ist eine häufige Diagnose. Betroffene lagern zu viel Fett in der Leber ein, was dem Organ dauerhaft schadet. Wie das Universitätsspital Zürich warnt, kann eine unbehandelte Fettlebererkrankung zu Leberentzündung, Leberzirrhose oder sogar einer Leberkrebserkrankung führen.

Der moderne Lebenswandel – viel Bildschirmarbeit im Sitzen, unbewusstes Essen und viele Fertigprodukte sowie zu wenig Entspannung – führt dazu, dass immer mehr Menschen an Fettleber erkranken. Jeder vierte Bundesbürger über 40 ist der Deutschen Leberstiftung zufolge bereits betroffen. Auch bei jedem dritten übergewichtigen Kind wird eine Fettleber diagnostiziert, heißt es weiter. Die Ergebnisse einer aktuellen Bevölkerungsstudie aus England würden zudem zeigen, dass bereits mit Mitte 20 jeder fünfte Teilnehmer eine NAFL hat. 

Vor diesem Hintergrund ist Selbstverantwortung gefragt. Denn eine Umstellung des Lebensstils hin zu gesunder Ernährung ohne Alkohol und viel Bewegung stoppt die Leberverfettung und verhilft dem Organ zur Genesung.

Nur unter ärztlicher Aufsicht: Fastenkuren sinnvoll in der Fettleber-Therapie

Dr. Daniela Koppold ist Expertin auf dem Gebiet der Naturheilkunde und forscht an der Berliner Charité zum Thema Ernährung und Fasten. Ihr zufolge können Fastenkuren auch in der Fettleber-Therapie sinnvoll sein. „An nicht alkoholischer Fettleber erkranken häufig übergewichtige Menschen. Fasten hat dafür außerordentliches Potenzial. Eine Studie hat gezeigt, dass der Fatty Liver Index durch Heilfasten signifikant zurückgegangen ist“, so Koppold im Interview mit dem Fachportal Thieme. Im Rahmen der Studie hatten die Patienten und Patientinnen zwischen vier und acht Tage lang gefastet – unter ärztlicher Beobachtung.

Fatty Liver Index kurz erklärt

Der Fatty Liver Index lässt abschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass Sie bereits an einer Verfettung der Leber leiden. Er wird mithilfe des Body-Mass-Index (BMI), des Taillenumfangs, der y-GT-Leberenzymwerte und der Triglyzeride errechnet.

Fettleber-Patienten wird eine pflanzenbasierte Kost empfohlen.

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„Fasten verbessert den Stoffwechsel. Es trainiert den Körper, andere Stoffwechselwege zu gehen, insbesondere bezogen auf die Leber“, begründet Koppold die positive Wirkung von Fasten auf die Leber. Allerdings sollte eine Fastenkur immer ärztlich begleitet werden. Denn für einige Menschen birgt der tagelange Nahrungsverzicht auch Gefahren. Ob eine Fastenkur infrage kommt, sollte daher immer mit einem behandelnden Arzt besprochen werden.

Tipp: Bitterstoffe für mehr Lebergesundheit

Bitterstoffe können die Lebergesundheit, indem sie die Gallenproduktion anregen, die Entgiftungsfunktion verbessern, den Appetit steigern, den Blutzuckerspiegel regulieren und die Verdauung fördern. Wer keine bitteren Lebensmittel wie zum Beispiel Chicorée mag, kann auf Naturheilmittel wie das BitterLiebe Leber Komplex Spray (werblicher Link) zurückgreifen. Menschen mit Lebererkrankungen sollten jedoch Rücksprache mit einem Arzt halten.

Auch Intervallfasten entlastet die Leber

Anders beim Intervallfasten: Diese Light-Version der Fastenkur ist weniger belastend für den Körper und gilt als gute Maßnahme, um gesund Gewicht zu verlieren. Allerdings gibt es keine Untersuchungen darüber, wie effektiv Intervallfasten gegen die Fettleber wirkt. „Man kann sicher nicht erwarten, dass drei oder vier Wochen Intervallfasten zum gleichen Ergebnis führen wie eine Woche Buchinger-Fasten. Der Reiz ist beim Intervallfasten viel geringer und damit auch die Reaktion des Körpers“, ordnet Daniela Koppold ein: „Aber: Intervallfasten behält man in der Regel für Monate oder Jahre bei. Ich nehme an, in diesen Zeiträumen führt es zu guten Effekten und möglicherweise zu ähnlichen Ergebnissen wie das Buchinger-Fasten. Es geht ja darum, diesen anderen Stoffwechselweg zu trainieren und das passiert, wenn man 14 oder 16 Stunden keine Kalorien zu sich nimmt“.

Bitte mehr Bitterstoffe: Welche Lebensmittel der Leber und dem Immunsystem besonders gut tun

Senior schneidet Artischocke auf Küchenbrett.
Artischocken enthalten viele verschiedene Bitterstoffe. Diese unterstützen die Leber beim Entgiften, sie lindern Blähungen und Völlegefühl. © Westend61/Imago
Radicchio, Radicchio trevisano und Roter Chicorée
Ob Radicchio oder Chicorée – die Zichoriengewächse eint eine gesunde Bitterkeit, die sich mit einem kurzen Wasserbad mildern lässt.  © Westend61/Imago
Endiviensalat, Friseésalat
Eine Spur milder schmeckt der Endivien- oder Friseésalat, der vor allem mit dem Bitterstoff Lactucopikrin punkten kann, der die Verdauung fördert. © Shotshop/Imago
Baby hält Gabel mit Brokkoli und verzieht Gesicht.
Es gibt einen Grund, weswegen viele Kinder Kohlsorten wie Brokkoli oder Rosenkohl verschmähen: die in ihnen enthaltenen Bitterstoffe und ein schwefelartiger Geschmack. Aber immerhin regen die Stoffe die Darmtätigkeit an. © BE&W/Imago
Gemeiner Löwenzahn in Schüssel
Als Salat (vor allem die Stiele) oder Tee regt Löwenzahn den Gallenfluss an und hilft der Leber bei der Entgiftung. Wer in der Wiese keinen jungen Löwenzahn mehr findet, kann in türkischen Lebensmittelläden nach ihm suchen.  © blickwinkel/Imago
Kurkumapulver und Kurkumawurzel auf Holz
Die Kurkumawurzel kann mehr als nur Currys färben: Ihre Bitterstoffe fördern die Fettverdauung. Der herbe Geschmack wird deutlich, wenn man zu stark damit würzt. © Science Photo Library/Imago
Schüssel mit Haferflocken und Holzwort „Oatmeal“
Auf Haferflocken können sich viele einigen, und selbst in diesem Trendprodukt stecken Bitterstoffe. Die Saponine können vermutlich sogar helfen, Fieber zu senken. © YAY Images/Imago
Rote Grapefruit in Stücken
Ein bittersüßes Vergnügen für die Leber: Grapefruits und Pampelmusen enthalten Naringin. Der Bitterstoff ist so wirksam, dass er die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen kann. © Panthermedia/Imago
Eine Frau isst ein Stück Schokolade.
Wer hätte das gedacht, auch Schokolade hat ihr Gutes. Die enthaltenen Saponine stärken mit ihrer antibiotischen Wirkung die Abwehrkräfte. Wichtig ist, dass die Schokolade mindestens 70 Prozent Kakao enthält.  © photothek/Imago
Tasse schwarzer Kaffee und Kaffeebohnen
Vom Buhmann zum Leberliebling: Schwarzer Kaffee enthält Kaffeesäure, die den Appetit auf Süßes reduziert und antioxidativ wirkt. © Design Pics/Imago

Doch auch im Rahmen des Intervallfastens sollten gewissen Lebensmittel gemieden werden, um die Fettleber zu kurieren. Fastenexpertin Koppold empfiehlt, folgende Nahrungsmittel der Leber zuliebe zu meiden:

  • Speisen, in welchen Fruktose zugesetzt ist, etwa gesüßte Getränke
  • Tierische Produkte wie Wurst

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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