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E-Autos funktionieren mit Lithium-Ionen-Akkus. Auch in Smartphones und Laptops sind sie verbaut. Was Sie beachten müssen, wenn solche Akkus Feuer fangen.
Hamm - Ein riesiges Feuer auf einem Transportschiff vor der Küste der Niederlande lenkt den Fokus der Menschen erneut auf das Thema Lithium-Ionen-Akkus. Denn die auf dem Schiff geladenen Elektroautos mit solch verbauten Akkus erschweren die Löscharbeiten ungemein. Auch im Straßenverkehr wird die Feuerwehr vor Herausforderungen gestellt, wenn E-Autos an Unfällen beteiligt sind. Und selbst in den eigenen vier Wänden lassen sich die Batterien mehrfach finden, sind sie doch typischerweise in Smartphones und vielen Laptops verbaut. Wie muss ich handeln, wenn diese Geräte Feuer fangen? Und was kann ich tun, damit es gar nicht erst zu einem Brand kommt?
Lithium-Ionen-Akkus: Was tun, wenn das Smartphone oder das E-Auto brennt?
„Das Problem ist, dass sich Lithium-Ionen-Akkus erwärmen und explodieren können, wenn sie einen Stoß bekommen“, erklärt Karsten Korte, Chef der Feuerwehr Werl im Kreis Soest in NRW. „Auch der Rauch, der dann entsteht, ist sehr giftig.“ Sollte also ein Smartphone oder Laptop mal herunterfallen, sollte das Gerät beobachtet werden. Ein beschädigter Akku macht sich beispielsweise dadurch bemerkbar, dass er sich wölbt.
Sollte eine solche Verformung auffallen, darf nicht lange gewartet werden: Ist das Gerät noch mit dem Strom verbunden, sollte es direkt von der Steckdose genommen werden. „Am besten befördern sie den Gegenstand, sofern man ihn noch anfassen kann, ins Freie“, rät Korte.
Der Feuerwehrchef hat einige Ratschläge, auf was man achten muss, damit es erst gar nicht zu einem Aufblähen, zu einer Erwärmung oder im schlimmsten Fall zu einer Explosion des Akkus kommt. So sollte man beim Kauf auf eine gute Qualität achten. „Sie sollten auf keinen Fall zu nachgemachten Geräten greifen und sollten auf die korrekten Sicherheitskennzeichnungen achten“, gibt Korte zu Bedenken. Nach dem Kauf sollte die Betriebsanleitung aufmerksam gelesen werden. Dort stehen Herstellerangaben zur richtigen Lagerung des Geräts.
Was tun, wenn eine Lithium-Ionen-Batterie in Brand geraten ist?
Als generelle Vorsichtsmaßnahme empfiehlt Korte, Smartphones und Laptops stets an Orten zu laden, an denen sichergestellt ist, dass es im Falle eines Feuers nicht zu einer Brandausbreitung kommen kann. Man sollte das Handy beim Laden also nicht auf der Bettmatratze oder an ähnlich ungünstigen Orten liegenlassen. Außerdem gebe es spezielle Smartphone-Taschen, die brandsicher sein sollen.
Und wenn es bei aller Vorsicht doch einmal zum Fall der Fälle kommt und der Lithium-Ionen-Akku in Flammen steht? „Rufen Sie die Feuerwehr“, sagt Karsten Korte. Selbst bei kleineren Geräten sollten Betroffene den Notruf wählen, da beim Löschen solcher Batterien einige Sachen beachtet werden müssen.
So kommt es, dass sich die Arbeit der Feuerwehr in den vergangenen Jahren spürbar verändert hat. Da Lithium-Ionen-Akkus in vielen E-Autos verbaut sind und diese immer häufiger auf den Straßen unterwegs sind, werden Feuerwehrleute mittlerweile speziell geschult, wie mit in Flammen stehenden elektrischen Pkw umgegangen werden kann. Die Feuerwehr Werl arbeitetet beispielsweise mit digitalen Rettungskarten, durch die die Einsatzkräfte schnell vor Ort überprüfen können, um welche Art Auto es sich genau handelt, welche Art von Akku verbaut ist oder auch, welchen Ladezustand die jeweilige Batterie hat. Viele Faktoren entscheiden darüber, wie die Löscharbeiten vonstattengehen.
Neue Technologie, neue Gefahren: Wie man verhindern kann, dass das Smartphone brennt
„Neue Technologien bringen immer auch Gefahren“, ist sich Karsten Korte sicher. Der technische Fortschritt sorgt auch dafür, dass sich Feuerwehren auf neue Gegebenheiten bei der Brandbekämpfung einstellen müssen. So sieht der Feuerwehrchef die vermehrte Verwendung von Lithium-Ionen-Akkus auch nicht als leichtsinnig an. „Elektrische Geräte bergen ja allgemein immer eine Gefahr“, fasst Korte zusammen. „Auch ein Bügeleisen kann extrem heiß werden und ein Feuer entfachen. Und da ist kein Akku verbaut.“
Übrigens: Auch, wenn Akkus oder Batterien nicht beschädigt sind, gehören sie nicht in den Hausmüll. So berichtet beispielsweise die Entsorgungswirtschaft Soest auf ihrer Homepage über mehrere Brände im Kreis Soest in Abfallzwischenlagern. In mindestens einem Fall war nachweisbar ein Akkupaket der Auslöser. Wer Akkus und Batterien entsorgen möchte, sollte dies fachgerecht tun und sie zum Wertstoffhof bringen.
Im Straßenverkehr warten aber noch andere Gefahren als brennende E-Autos. So wissen viele Autofahrer nicht, wann genau in einem Kreisverkehr geblinkt werden muss. Das ist eine Ursache für viele Unfälle. Falsch hingegen ist die Annahme, dass man keine Lichthupe nutzen darf, wenn man überholt. Allerdings gibt es dabei etwas zu beachten.
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