Unerbittliche Nager

Wühlmäuse im Garten finden und die Nager vertreiben – das sind die Möglichkeiten

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Die Wühlmaus oder Schermaus (Arvicola terrestris) wird bis zu 23 Zentimeter lang.
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Wühlmäuse im Garten zu entdecken und wirksam zu bekämpfen, ist nicht so leicht. Aber auch wer kein Wühlmausexperte ist, kann die Schädlinge vertreiben.

Wühlmäuse richten im Garten erheblichen Schaden an, indem sie zahlreiche Gänge graben sowie Pflanzenwurzeln anfressen und so die Gemüseernte oder ein ganzes Blumenbeet zunichtemachen können. Die Bekämpfung von Wühlmäusen erfordert Geduld und Ausdauer, aber mit den richtigen Methoden können Sie Ihre Gartenpflanzen vor diesen Schädlingen schützen. Durch eine Kombination der vorgeschlagenen Techniken können Sie die unliebsamen Gäste hoffentlich erfolgreich vertreiben und Ihren Garten wieder in vollen Zügen genießen. Doch bevor man die unerbittlichen Nager bekämpfen kann, muss man sie zunächst finden.

Die Große Wühlmaus (Arvicola terrestris) gehört zur Gattung der Schermäuse und hat eine Kopf-Rumpf-Länge bis zu 19 Zentimetern. Sie wiegt bis zu 250 Gramm, also etwa so viel wie ein Stück Butter. Ihr Fell kann in der Färbung stark variieren, wobei der Rücken oft braun-schwarz und die Unterseite grau-beige ist. Charakteristisch für die Art sind der stumpfe Kopf mit kleinen, im Pelz verborgenen Ohren sowie ein kurz behaarter, leicht geringelter Schwanz, der etwa halb so lang wie die Körperlänge ist.

Auffällige Hinweise auf Wühlmäuse im Garten

In der kalten Jahreszeit sind Wühlmäuse besonders aktiv, daher lassen sich ihre Spuren leichter erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Hier sind einige Anzeichen, die auf das Vorhandensein von Wühlmäusen im Garten hinweisen:

  • Im Gegensatz zu Maulwürfen produzieren Wühlmäuse längliche, niedrige Erdhaufen. Maulwurfshügel sind hingegen rund und hoch.
  • Die Erdhügel der Wühlmäuse sind ungleichmäßig im Garten verteilt, man findet oft auch Löcher im Boden.
  • Die Erdhaufen enthalten oft Grasschnipsel oder Wurzeln und zeigen manchmal Zahnabdrücke. Zudem hinterlassen sie angeknabberte Knollen.
  • Wühlmäuse graben relativ gerade Gänge, die etwa fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche verlaufen. An der Oberfläche sind keine Laufwege zu sehen, und die Gänge enthalten keine Wurzeln, da diese von den Wühlmäusen abgefressen werden.
  • „Verwühltest“: Sobald Sie einen Tunnel entdeckt haben, öffnen Sie diesen etwa 30 Zentimeter weit. Handelt es sich um den Bau einer Wühlmaus, wird sie den Gang innerhalb weniger Stunden wieder verschließen.

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Hausmittel und andere Methoden, um Wühlmäuse zu bekämpfen

Wenn Sie die Anzeichen von Wühlmäusen in Ihrem Garten entdecken, ist es wichtig, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Schädlinge zu bekämpfen. Hier sind einige bewährte Methoden:

  • Buttermilch: Das Getränk kann als Hausmittel verwendet werden, um Wühlmäuse zu vertreiben. Wenn Buttermilch gärt, entsteht ein unangenehmer Geruch nach Buttersäure, der für die Nager abschreckend wirkt. Gießen Sie regelmäßig Buttermilch in die Gänge der Mäuse, um sie zu vertreiben. Das Verschließen der Gänge mit Erde verstärkt die Wirkung.
  • Pflanzen mit starkem Geruch: Einige Pflanzen, die einen intensiven Geruch haben, können Wühlmäuse fernhalten. Pflanzen Sie beispielsweise Knoblauch, Kaiserkronen, Gartengloxinien oder Steinklee in Ihren Beeten oder der Nähe des Baus, da der strenge Geruch die Nager stört.

Nicht erschrecken – diesen zehn ulkigen Tieren könnten Sie in Ihrem Garten begegnen

Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa) vor Kartoffeln
Beim Umgraben des Gartenbodens könnte Ihnen die zur Familie der Heuschrecken gehörende, etwa fünf Zentimeter große Maulwurfsgrille einen gehörigen Schrecken einjagen. Sie ist aber harmlos und ernährt sich hauptsächlich von Würmern, Maden und Schneckeneiern. © Dreamstime/Imago
Büffelzikade, Büffelzirpe (Stictocephala bisonia) auf Zweig
Die Büffelzikade oder Büffelzirpe (Stictocephala bisonia) sieht aus wie ein kleiner Alien. Sie ist knapp einen Zentimeter groß. © Depositphotos/Imago
Schnakenlarve (Tipula spec), Hinterende mit Teufelsfratze
Gar nicht mal so selten zu finden: Die Larven von Schnaken (Tipula) fressen an Gemüse und Graswurzeln. An ihrem Hinterteil erkennt man sehr gut ihre „Teufelsfratze“.  © blickwinkel/Imago
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Die Gottesanbeterin ist zwar selten, aber dennoch haben dieses faszinierende Insekt viele schon einmal zu Gesicht bekommen. Denn auffällig ist es mit bis zu acht Zentimetern Körpergröße allemal. Die meist sehr gut getarnte Fangschrecke verharrt regungslos, bis sie mit ihren dornenbesetzten Fangarmen blitzschnell ihre Beute ergreift. © Pond5 Images/Imago
Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) in Hand
Woher die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ihren Namen hat, ist naheliegend. Sie nutzt Fensterläden und Hausverkleidungen als Versteck und ist in der Nähe von Wäldern anzutreffen. © imago stock&people
Braunes Langohr, Braune Langohrfledermaus (Plecotus auritus) drohend
Auch das Braune Langohr (Plecotus auritus) zählt zu den Fledermäusen. Das nachtaktive Tier wird man aber eher tot als lebendig zu sehen bekommen – beispielsweise auf dem Dachboden. Das furchterregende Aussehen ist jedoch irreführend, das gefährdete Tier frisst nur Insekten und mag naturnahe Gärten. © blickwinkel/Imago
Wasserspitzmaus (Neomys fodiens) auf Moos
Wer in der Nähe eines Flusses oder von häufig nassen Wiesen lebt, könnte auf die Wasserspitzmaus treffen. Mit ihrer beweglichen Schnauze und im Fell verborgenen Ohren sieht sie recht ulkig aus. Sie lähmt ihre Beute zwar mit einem giftigen Biss, ist aber für den Menschen harmlos. © Dreamstime/Imago
Mann mit gefangenen Nordamerikanischen Ochsenfröschen
Vor dem unheimlichen Nordamerikanischen Ochsenfrosch darf man sich schon etwas erschrecken, wenn er einem aus dem eigenen Gartenteich entgegenhüpft. Die invasive Art wird bis zu 20 Zentimeter groß und frisst alles, was ihr in den Weg kommt. Sogar ihre riesigen Kaulquappen haben hierzulande keine natürlichen Feinde. So verdrängt er heimische Arten. © imagebroker/Imago
Schleiereule (Tyto alba)
Auch Vögel können sehr ungewöhnlich aussehen. Die Schleiereule (Tyto alba) mit ihrem herzförmigen Gesicht bevorzugt zum Brüten Gebäude in Dörfern und Kleinstädten. © CHROMORANGE/Imago
Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Glücklich kann sich schätzen, wer etwa von Mai bis November einem Feuersalamander (Salamandra salamandra) begegnet. Die nachtaktiven Tiere verstecken sich oft unter Totholz, Steinen oder zwischen Baumwurzeln. Da sie gern bei Regen unterwegs sind, bezeichnet man sie auch als „Regenmännchen“. Aber lieber nicht anfassen, die Haut des Tiers sondert Gift ab und kann ein Brennen verursachen. © imagebroker/Imago
  • Mechanischer Schutz: Das Anbringen von Drahtgittern und Drahtkörben um Pflanzenwurzeln oder Hochbeeten kann eine mechanische Barriere schaffen.
  • Natürliche Feinde fördern: Maulwürfe fressen den Nachwuchs von Wühlmäusen. Wenn Sie diesen Nützling in Ihrem Garten haben, ist es unwahrscheinlich, dass sich dort auch Wühlmäuse aufhalten. Wenn Sie Regenwürmer, die eine Leibspeise der Maulwürfe sind, auf einem Spaziergang finden, können Sie diese in Ihrem Garten aussetzen, was gleichzeitig die Bodenqualität verbessert.

Häufige Fragen rund um Wühlmäuse im Garten

Sind Wühlmäuse so groß wie Ratten? Nein, Wühlmäuse sind deutlich kleiner als Ratten. Wühlmäuse erreichen eine Körperlänge von 12 bis 19 Zentimetern, während Wanderratten 18 bis 26 Zentimeter groß werden. Ratten sind somit oft doppelt so groß wie Wühlmäuse.

Was für Löcher macht eine Wühlmaus? Wühlmäuse graben flache, längliche Erdhaufen mit Pflanzenresten und Wurzeln. Die Tunneleingänge liegen seitlich neben den Haufen, nicht mittig wie beim Maulwurf. Die Gänge sind hochoval, etwa fünf Zentimeter breit und acht Zentimeter hoch.

Hilft Backpulver gegen Wühlmäuse? Nein, Backpulver hilft nicht gegen Wühlmäuse. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt und fraglich. Während Backpulver gegen Ameisen wirken kann, sollten gegen Wühlmäuse andere Hausmittel wie Knoblauch, Buttermilch oder Katzenhaare verwendet werden.

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