Können Krankheiten übertragen

Ratten im Garten – was tun? Wie Sie die Tiere schnell wieder loswerden

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Ratten im Garten sind nicht nur lästig, sondern können auch gesundheitsschädlich sein. Wie Sie einen Befall erkennen und was Sie dagegen tun können.

Ratten sind weltweit verbreitete Nagetiere, die sich hervorragend an unterschiedliche Lebensräume anpassen können. Diese Tiere sind bekannt für ihre Intelligenz und Anpassungsfähigkeit, was sie zu erfolgreichen Überlebenskünstlern macht. Ratten leben meist in Gruppen und sind nachtaktiv, was bedeutet, dass sie tagsüber selten zu sehen sind. Ihre Lebenserwartung beträgt in freier Wildbahn etwa ein bis zwei Jahre, wobei sie in dieser Zeit bis zu sieben Würfe mit jeweils sechs bis acht Jungen haben können. In Gärten sind vor allem die Wanderratte (Rattus norvegicus) und die Hausratte (Rattus rattus) anzutreffen. Doch was tun, wenn sich die Ratten ausgerechnet im eigenen Garten ausbreiten?

Wie erkenne ich einen Rattenbefall im Garten?

Ein Rattenbefall ist oft schwer zu erkennen, da die Tiere scheu sind und sich meist verstecken. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf ihre Anwesenheit hindeuten:

  • Sichtungen lebender oder toter Ratten im Garten
  • Nagespuren an Pflanzen oder Gartenstrukturen
  • Nagegeräusche
  • Rattenlöcher mit einem Durchmesser von 5 bis 20 cm, mit unregelmäßiger Form (oft unter Pflanzen oder Gehölzen, im Rasen, in Komposthaufen oder in der Nähe von Fundamenten)
  • Urin- und Kotspuren (reiskorngroß, dunkel)
  • Rattenhaare
  • Fußabdrücke
  • Starker Ammoniakgeruch

Verwechseln Sie Rattenlöcher jedoch nicht mit Mäuse- oder Maulwurfslöchern – sie unterscheiden sich unter anderem durch die Größe.

Erkennungsmerkmale von Garten-Ratten

In Gärten sind vor allem Hausratten und Wanderratten anzutreffen:
- Wanderratte: Körperlänge 20 bis 27 cm
- Hausratte: Körperlänge 16 bis 22 cm
- Fellfarbe: braun oder grau
- schlanker Körperbau
- langer, haarloser Schwanz.

Wer Ratten im Garten hat, sollte sie bekämpfen oder zumindest vertreiben, da sie erhebliche Schäden anrichten und auch Krankheiten übertragen können.

Ursache für Ratten im Garten

Ratten werden meist durch leicht zugängliche Nahrungsquellen angelockt. Offene Mülltonnen, unordentliches Vogelfutter, Haustierfutterschalen oder Komposthaufen sind wahre Magneten für die Nagetiere. Auch ungenutzte Gartenhäuschen oder dichte Vegetation bieten ideale Unterschlupfmöglichkeiten. Um einen Befall zu vermeiden, sollten diese potenziellen Anziehungspunkte beseitigt oder gesichert werden.

Warum sollte ich Ratten im Garten bekämpfen?

Ratten sind nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Sie können über 100 Krankheiten übertragen, darunter Tollwut, Tuberkulose und Hepatitis. Der Kontakt mit Rattenkot, -urin oder Speichel kann zu Infektionen führen. Besonders Kinder und Haustiere sind gefährdet, die häufig im Garten spielen. Auch Lebensmittelvorräte und Tierfutter, die in Scheunen, Gärten oder in der Nähe von Mülltonnen lagern, können von den Nagetieren kontaminiert werden und so Gesundheitsgefahr werden. Zudem verursachen Ratten Fraßschäden an Pflanzen, Bäumen, Wurzeln und Rasenflächen, was dazu führen kann, dass die Pflanzen eingehen. Nicht zuletzt können die Tunnelsysteme der Ratten den Boden und damit auch Terrassen oder Wege destabilisieren. Ein Rattenbefall kann so zu erheblichen Schäden an der Gartenlandschaft führen, weshalb man sie schnellstmöglich bekämpfen sollte.

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Gibt es eine Meldepflicht für Ratten im Garten?

Ja, Ratten gelten laut Infektionsschutzgesetz als Gesundheitsschädlinge und sind meldepflichtig. Sollten Sie einen Rattenbefall feststellen, müssen Sie dies unverzüglich bei der zuständigen Gemeinde oder Stadt melden. Dies kann beim Ordnungs- oder Gesundheitsamt erfolgen. Als Mieter sollten Sie Ihren Vermieter informieren, der sich dann um die Meldung und Bekämpfung kümmern muss.

Wie kann ich Ratten im Garten bekämpfen?

Es gibt verschiedene Methoden, um Ratten im Garten zu bekämpfen. Am humansten ist es, Ratten etwa mit Hausmitteln zu vertreiben oder zu fangen, anstatt sie zu töten:

Methode
Vergrämung durch GerücheVerwenden Sie Terpentin, Essig oder ätherische Öle (z.B. Kamille, Pfefferminze oder Lavendel), um Ratten zu vertreiben. Tränken Sie ein Tuch damit und legen es an den Eingang des Rattenlochs. Alternativ Chili oder Cayennepfeffer auf die Laufwege streuen.
LebendfallenFangen Sie Ratten lebend und setzen Sie sie mehrere Kilometer entfernt wieder aus.
StörgeräuscheUltraschallgeräte erzeugen Töne, die Ratten stören können und so vertreiben.
Katzen oder HundeKatzen fangen zwar keine Ratten, können aber zur Abschreckung dienen, genauso wie Hunde.

Um Ratten mit Lebendfallen zu fangen, helfen Leckerbissen wie die typischen Käsewürfel oder auch Nuss-Nougat-Creme auf einem Stückchen Brot, um sie anzulocken.

Ratten können mithilfe einer solchen Lebendfalle tierfreundlich gefangen werden.

Warum Sie keine Giftköder benutzen sollten

Der Einsatz von Giftködern ist problematisch, da diese nicht nur Ratten, sondern auch andere Tiere, Kinder und die Umwelt gefährden können. Laut Umweltbundesamt führen diese Köder zu einem qualvollen Tod der Tiere und bergen die Gefahr der Sekundärvergiftung, wenn andere Tiere die vergifteten Ratten fressen. Bei falscher Dosierung können die Tiere überleben und das Gift verschleppen. Auch aus diesem Grund könnten giftige Rattenköder für Privatpersonen bald verboten werden.

Wann brauche ich einen Kammerjäger zur Bekämpfung?

Wenn Sie den Rattenbefall nicht selbst in den Griff bekommen oder sich die Ratten bereits stark vermehrt haben, müssen Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer engagieren. Ein Kammerjäger verfügt über das nötige Fachwissen und die geeigneten Methoden, um Ratten effektiv zu bekämpfen. Achten Sie bei der Auswahl eines Dienstleisters auf Seriosität und lassen Sie sich vorab über die Kosten informieren. Seriöse Firmen finden Sie etwa über die Internetseite des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes

Schädlinge: Lästige Gartenbewohner und mit welchen Methoden man sie wieder loswird

Blattläuse auf einem Zweig
Blattläuse Blattläuse sind wohl die Blumenfeinde Nummer 1. Sie durchdringen das Pflanzengewebe und hinterlassen süße Verklebungen, die wiederum Ameisen anziehen. Blattläuse wird man zum Beispiel mit Wasser los, indem man die Blätter mit einem starken Strahl abbraust und betroffene Pflanzenteile entfernt. Auch insektizide Seifen, Schmierseifen und andere Schädlingsmittel helfen.  © Imago
Trauermücken auf einem Blatt
Trauermücken sind kleine schwarze Fliegen, die vor allem Zimmerpflanzen befallen. Sie hinterlassen ihre Larven in der Erde, die auf den ersten Blick nicht immer sichtbar sind. Gegen Trauermücken helfen klassische klebrige Fliegenfangen und Insektensprays. Auch Hausmittel wie Backpulver oder Natron, die einfach über die Erde gesiebt werden, sollen das Insekt bekämpfen. © Imago
Schnecke auf einem Blatt
Schnecken befallen vor allem Pflanzen im Garten, knabbern diese an oder fressen sie sogar auf und hinterlassen dabei ekelhafte Schleimspuren. Gegen Schnecken helfen zum Beispiel Bierfallen. Dazu stellt man eine Schale mit Bier ins Beet, die die Schnecken anzieht und worin die Tiere ertrinken. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass der Geruch mehr Schnecken anzieht, als ursprünglich da waren. Abschreckend sollen dagegen Kaffeesatz oder Holzkohle wirken, die um die Pflanzen verteilt sind.  © Claude Robidoux/Imago
Japanische Käfer auf einem Blatt
Der blau-grün-bronzefarbene Japanische Käfer frisst Blüten und Blätter von Blumen. Seine Larven sind weiße Maden, die die Wurzeln anfressen. Japanische Käfer entfernt man per Hand, indem man sie morgens – wenn sie noch wenig Energie haben – von der Pflanze abkratzt. © Imago
Raupe auf einem Blatt
Raupen sehen zwar oft putzig aus, sind allerdings schädlich für die meisten Garten- und Zimmerpflanzen, weil sie diese liebend gern fressen. Raupen kann man zum Beispiel mit natürlichen Fressfeinden beseitigen, etwa indem man Schlupfwespen ansiedelt. Diese stechen nicht, fressen aber gern Raupen und andere Schädlinge. © Karl-Heinz Schein/Imago
Spinnmilben auf einer Pflanze
Spinnmilben ernähren sich von der Flüssigkeit in Pflanzen. Dies schwächt die Pflanze, sodass die Blätter braun und welk werden. Am besten wird man diese Tierchen los, indem man Raubinsekten in den eigenen Garten einführt, die die Pflanzen selbst in Ruhe lassen. Das sind etwa Marienkäfer oder Gottesanbeterinnen. Auch eine Mischung aus 20 Litern Wasser, einer halben Tasse Buttermilch und vier Tassen Weizenmehl kann gegen diese Schädlinge helfen.  © Imago
Miniermotten hinterlassen faule Spuren
Miniermotten sind Insekten, die Blätter fressen und dabei schleimige Spuren hinterlassen. Sie setzen sich im Inneren der Pflanze ab und sind deshalb schwer zu beseitigen. Miniermotten entfernt man am besten, indem man einfach die befallenen Blätter entfernt.  © M. Wuchenauer/Imago
Bohrer auf einem Blatt
Bohrer sind Schädlinge, die die Pflanzen von innen heraus auffressen. Eine bekannte Art ist der Irisbohrer, der Iris-Pflanzen befällt und diese verfaulen lässt. Um Bohrer von der Iris fernzuhalten, sollte man die Blätter im Frühjahr entfernen, die der natürliche Lebensraum des Schädlings sind. Insektensprays helfen hier ebenfalls. Sind die Pflanzen bereits befallen, müssen sie ausgegraben, infizierte Stellen entfernt und dann die intakten Teile wieder eingepflanzt werden.  © W. Willner/Imago
Thripse in einer Blume
Thripse, auch Gewitterfliegen genannt, sind Fluginsekten, die Pflanzenteile anstechen und den Pflanzensaft aus diesen heraussaugen. Gegen diese Insekten hilft ein Besprühen oder Abduschen der Pflanze mit einer Seifenlauge. Man sollte allerdings vorher die Ballenoberfläche der Pflanze abdecken, damit die Thripse nicht dorthin flüchten können.  © Bosch Marcus/Imago
Schildläuse auf einem Stamm
Schildläuse zeigen sich als eine Art Wachsbeschichtung auf den Blättern einer Pflanze. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um kleine Insekten, die nur wie Pflanzenteile aussehen. Am besten wird man die Schildläuse los, indem man die betroffenen Blätter und Zweige entfernt. Ist der Befall noch schwach, kann man die Insekten auch mit einem in Reinigungsalkohol getränkten Wattepad abkratzen. © Becky Kirkland/Picture Alliance
Wollläuse auf einem Blatt
Wollläuse sondern Honigtau ab, der auf den befallenen Pflanzen für Schimmel sorgt und damit die Photosynthese hemmt. Die Pflanzen sterben dabei langsam ab. Um Wollläuse zu vermeiden, sollte man seine Pflanzen von vornherein nicht zu viel gießen und düngen, weil das den Stickstoffgehalt erhöht, was wiederum die Tierchen anzieht. Gibt es bereits einen Befall, muss man chemische Sprays, Insektenmittel oder Neemöl verwenden.  © Manfred Ruckszio/Imago
Weiße Fliegen auf einem Blatt
Weiße Fliegen sind – wie der Name schon sagt – kleine weiße Fliegen, die um eine Pflanze herumschwirren und sich an dieser verköstigen. Dabei hinterlassen sie klebrige Spuren, die Rußschimmel anziehen und die Pflanze zum Absterben bringen. Weiße Fliegen kann man zum Beispiel mit klebrigen Fliegenfangen beseitigen. Marienkäfer und Florfliegen sind außerdem natürliche Fressfeinde, die nützlich gegen die Weiße Fliege sein können.  © Imago
Dickmaulrüssler auf einem Blatt
Rüsselkäfer legen ihre Eier in der Erde ab und die Larven ernähren sich dann von den Wurzeln. Sobald die Käfer geschlüpft sind, knabbern sie die Blätter an. Gegen Dickmaulrüssler helfen Nematoden. Das sind Fadenwürmer, die in den Boden gesetzt werden und dort in die Larven der Schädlinge eindringen und diese zersetzen.  © Imago
Buchsbaumzünsler auf Blatt
Der Buchsbaumzünsler ist eine Art Schmetterling, der sich liebend gern in Buchsbäumen einnistet und die Blätter der Pflanzen frisst. Gegen das sehr hartnäckige Insekt soll zum Beispiel Algenkalk helfen. Die Pflanze wird damit berieselt und der Buchsbaumzünsler stirbt davon daran.  © Peter Widmann/Imago
Wühlmäuse im Feld
Zwar kein Insekt, aber trotzdem ein Schädling im Garten: Wühlmäuse ernähren sich gern von Pflanzenwurzeln und Gemüsepflanzen. Gegen Wühlmäuse kann man Fallen im Baumarkt kaufen oder man nutzt ein Hausmittel: Buttermilch. Die Flüssigkeit soll in die Wühlmaus-Gänge geschüttet werden, was die Tiere in die Flucht schlägt, weil sie den Geruch nicht mögen. Andere stark riechende Lebensmittel wie Knoblauch sollen einen ähnlichen Effekt haben.  © Kevin Sawford/Imago

Wie kann ich einen Rattenbefall im Garten vorbeugen?

Prävention ist der beste Schutz vor Ratten im Garten. Hier sind einige Tipps, um einen Befall zu verhindern:

  • Lagern Sie Lebensmittel und Müll in verschließbaren Behältern.
  • Entfernen Sie Nahrungsquellen wie heruntergefallene Früchte und Essensreste.
  • Beseitigen Sie mögliche Verstecke wie Holzstapel oder Unrat.
  • Dichten Sie potenzielle Zugangspunkte ab, wie Risse in Wänden oder Fundamenten.
  • Pflanzen Sie rattenabweisende Pflanzen wie Pfefferminze und Lavendel.

Häufige Fragen zum Thema Ratten im Garten

Sind Ratten im Garten normal?
Nein, sie sind ein Zeichen für verfügbare Nahrungsquellen und Unterschlupfmöglichkeiten.
Warum laufen Ratten tagsüber durch den Garten?
Ratten sind nachtaktiv, aber bei starkem Befall oder Nahrungsknappheit können sie auch tagsüber aktiv werden.
Wo bauen Ratten ihre Nester im Garten?
In versteckten, ungestörten Bereichen wie unter Terrassen oder in Holzstapeln.
Wo sterben vergiftete Ratten?
Sie ziehen sich meist in ihren Bau zurück, was die Gefahr der Verschleppung von Gift erhöht.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch/Imago

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