Ratten im Garten – was tun? Wie Sie die Tiere schnell wieder loswerden
VonAndrea Stettner
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Ratten im Garten sind nicht nur lästig, sondern können auch gesundheitsschädlich sein. Wie Sie einen Befall erkennen und was Sie dagegen tun können.
Ratten sind weltweit verbreitete Nagetiere, die sich hervorragend an unterschiedliche Lebensräume anpassen können. Diese Tiere sind bekannt für ihre Intelligenz und Anpassungsfähigkeit, was sie zu erfolgreichen Überlebenskünstlern macht. Ratten leben meist in Gruppen und sind nachtaktiv, was bedeutet, dass sie tagsüber selten zu sehen sind. Ihre Lebenserwartung beträgt in freier Wildbahn etwa ein bis zwei Jahre, wobei sie in dieser Zeit bis zu sieben Würfe mit jeweils sechs bis acht Jungen haben können. In Gärten sind vor allem die Wanderratte (Rattus norvegicus) und die Hausratte (Rattus rattus) anzutreffen. Doch was tun, wenn sich die Ratten ausgerechnet im eigenen Garten ausbreiten?
Wie erkenne ich einen Rattenbefall im Garten?
Ein Rattenbefall ist oft schwer zu erkennen, da die Tiere scheu sind und sich meist verstecken. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf ihre Anwesenheit hindeuten:
Sichtungen lebender oder toter Ratten im Garten
Nagespuren an Pflanzen oder Gartenstrukturen
Nagegeräusche
Rattenlöcher mit einem Durchmesser von 5 bis 20 cm, mit unregelmäßiger Form (oft unter Pflanzen oder Gehölzen, im Rasen, in Komposthaufen oder in der Nähe von Fundamenten)
In Gärten sind vor allem Hausratten und Wanderratten anzutreffen: - Wanderratte: Körperlänge 20 bis 27 cm - Hausratte: Körperlänge 16 bis 22 cm - Fellfarbe: braun oder grau - schlanker Körperbau - langer, haarloser Schwanz.
Ratten werden meist durch leicht zugängliche Nahrungsquellen angelockt. Offene Mülltonnen, unordentliches Vogelfutter, Haustierfutterschalen oder Komposthaufen sind wahre Magneten für die Nagetiere. Auch ungenutzte Gartenhäuschen oder dichte Vegetation bieten ideale Unterschlupfmöglichkeiten. Um einen Befall zu vermeiden, sollten diese potenziellen Anziehungspunkte beseitigt oder gesichert werden.
Warum sollte ich Ratten im Garten bekämpfen?
Ratten sind nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Sie können über 100 Krankheiten übertragen, darunter Tollwut, Tuberkulose und Hepatitis. Der Kontakt mit Rattenkot, -urin oder Speichel kann zu Infektionen führen. Besonders Kinder und Haustiere sind gefährdet, die häufig im Garten spielen. Auch Lebensmittelvorräte und Tierfutter, die in Scheunen, Gärten oder in der Nähe von Mülltonnen lagern, können von den Nagetieren kontaminiert werden und so Gesundheitsgefahr werden. Zudem verursachen Ratten Fraßschäden an Pflanzen, Bäumen, Wurzeln und Rasenflächen, was dazu führen kann, dass die Pflanzen eingehen. Nicht zuletzt können die Tunnelsysteme der Ratten den Boden und damit auch Terrassen oder Wege destabilisieren. Ein Rattenbefall kann so zu erheblichen Schäden an der Gartenlandschaft führen, weshalb man sie schnellstmöglich bekämpfen sollte.
Ja, Ratten gelten laut Infektionsschutzgesetz als Gesundheitsschädlinge und sind meldepflichtig. Sollten Sie einen Rattenbefall feststellen, müssen Sie dies unverzüglich bei der zuständigen Gemeinde oder Stadt melden. Dies kann beim Ordnungs- oder Gesundheitsamt erfolgen. Als Mieter sollten Sie Ihren Vermieter informieren, der sich dann um die Meldung und Bekämpfung kümmern muss.
Wie kann ich Ratten im Garten bekämpfen?
Es gibt verschiedene Methoden, um Ratten im Garten zu bekämpfen. Am humansten ist es, Ratten etwa mit Hausmitteln zu vertreiben oder zu fangen, anstatt sie zu töten:
Methode
Vergrämung durch Gerüche
Verwenden Sie Terpentin, Essig oder ätherische Öle (z.B. Kamille, Pfefferminze oder Lavendel), um Ratten zu vertreiben. Tränken Sie ein Tuch damit und legen es an den Eingang des Rattenlochs. Alternativ Chili oder Cayennepfeffer auf die Laufwege streuen.
Lebendfallen
Fangen Sie Ratten lebend und setzen Sie sie mehrere Kilometer entfernt wieder aus.
Störgeräusche
Ultraschallgeräte erzeugen Töne, die Ratten stören können und so vertreiben.
Katzen oder Hunde
Katzen fangen zwar keine Ratten, können aber zur Abschreckung dienen, genauso wie Hunde.
Der Einsatz von Giftködern ist problematisch, da diese nicht nur Ratten, sondern auch andere Tiere, Kinder und die Umwelt gefährden können. Laut Umweltbundesamt führen diese Köder zu einem qualvollen Tod der Tiere und bergen die Gefahr der Sekundärvergiftung, wenn andere Tiere die vergifteten Ratten fressen. Bei falscher Dosierung können die Tiere überleben und das Gift verschleppen. Auch aus diesem Grund könnten giftige Rattenköder für Privatpersonen bald verboten werden.
Wann brauche ich einen Kammerjäger zur Bekämpfung?
Wenn Sie den Rattenbefall nicht selbst in den Griff bekommen oder sich die Ratten bereits stark vermehrt haben, müssen Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer engagieren. Ein Kammerjäger verfügt über das nötige Fachwissen und die geeigneten Methoden, um Ratten effektiv zu bekämpfen. Achten Sie bei der Auswahl eines Dienstleisters auf Seriosität und lassen Sie sich vorab über die Kosten informieren. Seriöse Firmen finden Sie etwa über die Internetseite des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes.
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