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Einer der häufigsten Gründe für Rückrufe sind mikrobiologische Verunreinigungen. Jetzt wird in fünf Bundesländern vor einem Fleisch-Produkt gewarnt.
Kassel – Sülzprodukte, die jahrzehntelang als Arme-Leute-Essen galten und eher ein Nischendasein fristeten, erfreuten sich spätestens seit dem „Nose to Tail“-Trend wieder größerer Beliebtheit. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind Sülzprodukte fett- und kalorienarm, die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielfältig.
Doch Sülze-Liebhaber sollten jetzt besser noch mal in ihren Kühlschränken nachsehen. Denn wie das Portal lebensmittelwarnung.de informiert, wird ein Produkt des Herstellers „Heidjerkaten Fleischwaren Uwe Kohlhase Handels GmbH“ derzeit zurückgerufen. Bei Verzehr drohen schwere Gesundheitsschäden. Erst kürzlich wurde ein Dessert-Rückruf wegen Salmonellen gestartet.
Dringender Fleisch-Rückruf: Hersteller ruft Produkt wegen erhöhter Keimwerte zurück
Vom Rückruf betroffen ist der Artikel „Kohlhase Kapitänssülze in Scheiben“ in der 200 Gramm Packung mit der Chargennummer 26 und den Mindesthaltbarkeitsdaten 08.03.2024, 11.03.2024 und 12.03.2024. Wie das Unternehmen über produktwarnung.eu mitteilt, sei nicht auszuschließen, dass der betroffene Artikel erhöhte Keimzahlen von E.Coli, Enterobakterien und Koagulase positiven Staphylokokken aufweist.
Folgende Bundesländer sind zudem betroffen:
- Bayern
- Brandenburg
- Hamburg
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
Die genauen Eckdaten des betroffenen Produkts hier im Überblick:
| Hersteller | Heidjerkaten-Fleischwaren - Uwe Kohlhase Handels GmbH |
| Produkt | Kapitänssülze in Scheiben |
| Verpackungseinheit | 200 Gramm |
| Betroffenes MHD | 08.03.2024, 11.03.2024 und 12.03.2024 |
| Produktionsdatum | 26.01.2024 |
| Los-Kennzeichnung | 26 |
Die betroffenen Artikel können auch ohne Vorlage des Kassenbons in den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgegeben werden. Das Produkt ist laut supermarktcheck.de bei Kaufland, Netto und Penny erhältlich. Im vergangenen Jahr wurde ein dringender Feta-Rückruf gestartet, nachdem in einer Stichprobe E.coli-Bakterien festgestellt wurden.
Lebensmittelvergiftung: Das können bestimmte Keime und Bakterien im Körper auslösen
Häufige Gründe für einen Rückruf sind laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mikrobiologische Verunreinigungen (Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder E.coli, Schimmelpilze oder auch Viren).
Die meisten lebensmittelbedingten Infektionen entstehen beim Verzehr von Lebensmitteln tierischer Herkunft, also Fleisch, Wurst, Eiern oder Milchprodukten, die mit Erregern kontaminiert sind. Die in der Kapitänssülze enthaltenen Keime und Bakterien können, wie unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) informiert, folgende Symptome verursachen:
Diese Viren und Bakterien machen uns krank




- E.coli: E.coli-Bakterien gehören zum Stamm der Shigatoxin-bildenden Escherichia coli (STEC). Gelangen diese in den menschlichen Körper, kann das schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, zu denen unter anderem Organschäden, Hirnblutungen sowie neurologische Störungen gehören. Die E.coli-Stämme STEC und EHEC können zudem blutige Durchfallerkrankungen (hämorrhagische Colitis) und Nierenversagen (hämolytisch-urämisches Syndrom) verursachen.
- Enterobakterien: Einige Spezies der Enterobacter können beim Menschen eine Vielzahl an Erkrankungen auslösen. Infektionen mit diesen Keimen haben unter anderem zu Blutvergiftungen oder zu Entzündungen von Organen geführt. Besonders gefährdet sind Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, die an einer ernsten Vorerkrankung leiden, chirurgisch behandelt wurden oder einem anderen empfindlichen Personenkreis angehören. Nach Angaben des BAV Instituts gelten die meisten Enterobakterien in vielen Lebensmitteln als allgemeine Hygieneindikatorkeime. In hoher Anzahl können sie zu Verderbniserscheinungen in Lebensmitteln führen.
- Koagulase positiven Staphylokokken: Toxin-bildende Staphylokokken-Stämme können beim Menschen lebensmittelbedingte Vergiftungen (Intoxikationen) auslösen. Typische Symptome einer Staphylokokken-Vergiftung sind Erbrechen, Übelkeit, Durchfall und Kreislaufprobleme.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählen lebensmittelbedingte Infektionen zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen. Auch Listerien sind schon häufig in Lebensmittelprodukten festgestellt worden. So wurde im Dezember deswegen ein Gemüse-Rückruf bei Edeka gestartet. (vw)
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