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Teresa Tothschließen
Es ist Ferienzeit und für viele steht der Sommerurlaub bevor. Einige, die mit dem Flugzeug verreisen, fragen sich womöglich: Was darf man an Essen mit in den Flieger nehmen?
Frankfurt – Die Koffer sind bereits mit Vorfreude gefüllt und die Flugtickets sicher im Handgepäck verstaut. Da die Reise in das Urlaubsziel einige Stunden in Anspruch nehmen wird, ist es an der Zeit, Vorsorge zu treffen. Doch welche Snacks dürfen mit an Bord des Flugzeugs genommen werden? Schließlich möchte man nicht unbedingt die teuren Snacks und Mahlzeiten an Bord kaufen müssen, wenn der Hunger einsetzt. Dies gilt insbesondere für Langstreckenflüge.
Essen mit ins Flugzeug nehmen: Flüssige Lebensmittel sind grundsätzlich nicht erlaubt
Auch Eltern kleiner Kinder möchten sicherlich nicht auf die meist flüssige Nahrung während des Fluges verzichten. Vielleicht wünscht sich der ein oder andere Sprössling sogar, sein Glas Nutella mit an Bord nehmen zu dürfen, um während des Fluges genüsslich ein paar Kekse damit zu bestreichen. Doch Vorsicht ist geboten: Das Sicherheitspersonal am Flughafen könnte dem Kind bereits vor dem Betreten des Flugzeugs die Laune verderben. Denn nicht alle Lebensmittel dürfen im Handgepäck mit an Bord genommen werden. Vor kurzem musste ein Flugzeug sogar in der Luft umkehren, weil aus einer Tasche mit verfaultem Fisch Maden auf die Passagiere fielen.
Flüssige Lebensmittel sind generell nicht erlaubt, wenn man sein eigenes Essen mit in den Flieger nehmen möchte. Flüssigkeiten in Behältern mit bis zu 100 Millilitern sind im Handgepäck der Fluggesellschaften erlaubt. Dazu gehören zum Beispiel Duschgel und Haarshampoos. Bei flüssiger oder halbflüssiger Nahrung sollten Reisende jedoch vorsichtig sein, was sie in ihr Handgepäck packen. Denn die meisten Lebensmittel werden bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen wie Flüssigkeiten behandelt und dürfen nicht mit an Bord des Flugzeugs genommen werden.
Diese Lebensmittel sind im Handgepäck verboten:
- Aufstriche: Schoko-Creme, Honig, Marmelade, Frischkäse
- Weichkäse wie Camember
- Joghurt, Quark und Kefir
- Streichwurst
- Salate mit Dressing
- Sirup und Marmelade
Quelle: chip.de
Eigene Lebensmittel mit ins Flugzeug geben: Ausnahmeregeln für Babynahrung
Ein kleiner Tipp für Passagiere: Wer den Aufstrich in ein 100-Milliliter-Gefäß abfüllt oder ein Brot mit Schoko-Creme oder Marmelade bestreicht, darf die Lebensmittel laut chip.de „bedenkenlos mit an Bord“ nehmen. Das gilt auch für Joghurts, Quark und Kefir. Der Salat sollte vom Dressing getrennt und der Sirup ebenfalls umgefüllt werden.
Das ist unter Flüssigkeit zu verstehen
Laut einer EU-Verordnung zum Handgepäck spricht man von Flüssigkeit bei „Flüssigkeiten, Gelen und Aerosolen“. Hierunter seien alle Substanzen zu verstehen, die „bei Raumtemperatur flüssig, zähflüssig, gelartig, cremig oder von ähnlicher Konsistenz sind“, so die Bundespolizei. In Zweifelsfällen entscheide das Kontrollpersonal am Flughafen über die Zulässigkeit der Mitnahme. Die Vorschriften beträfen allerdings nur die Rechtslage innerhalb der Europäischen Union. Nicht-EU-Staaten können davon abweichen.
Quelle: Bundespolizei
Anders sieht es bei Babynahrung aus, wenn man sein eigenes Essen im Handgepäck mitnehmen möchte. Für Babynahrung - wie Brei, Milch oder Babyfläschchen - gelten nicht die strengen Handgepäckbestimmungen. Sie ist daher erlaubt, solange die Reisenden ein Baby dabei haben. Laut einem Bericht des ADAC darf sich die Babynahrung auch in Behältern befinden, die mehr als 100 Milliliter fassen. Sie muss also nicht in Plastikbeutel abgefüllt werden wie andere Flüssigkeiten. Allerdings sollten sich Eltern vorher bei den Fluggesellschaften informieren, was an Bord der jeweiligen Airline erlaubt und verboten ist. Denn es gibt auch Anbieter, die nur eine begrenzte Menge zulassen - wie zum Beispiel Asiana Airlines.
Bei einigen Fluggesellschaften können Kindermenüs für die Reise vorbestellt werden. Die Deutsche Lufthansa bietet zum Beispiel die „Milchreismaus“, den „Drachenfüßler“ und das „Hühnerstall“ Menü für ihre kleinen Fluggäste an Bord an. Sie wurden alle vom bekannten Fernsehkoch Alexander Herrmann gemeinsam mit Kindern kreiert und können sowohl auf verschiedenen Europa-Flügen als auch auf Langstreckenflügen vor Abflug ganz einfach online über einen Link bestellt werden. Außerdem gibt es auch Gläschen mit Babynahrung für alle unter zwei Jahren. Bei der Ferienfluggesellschaft Condor kosten Snacks für Kinder ab 4,99 Euro auf Kurz- und Langstreckenflügen. Auf Langstrecken kosten die Gerichte 17,99 Euro.
Essen im Flugzeug: Auch Duty-Free-Flüssigkeiten müssen gut verschlossen sein
Der Grund, warum bestimmte Vorschriften für Lebensmittel im Flugzeug gelten, liegt auf der Hand. Denn die Ein- bzw. Ausfuhr von Lebensmitteln birgt die Gefahr, dass Lebensmittel Viren und Bakterien ins Land bringen. Seit Januar 2014 dürfen jedoch „alle an Flughäfen und bei Fluggesellschaften erworbenen Duty-Free-Flüssigkeiten als Handgepäck aufgenommen werden“, so die Bundespolizei auf ihrer Webseite. „Hierzu müssen die Duty-free-Flüssigkeiten beim Kauf zusammen mit dem Kaufbeleg in einen Sicherheitsbeutel mit rotem Rand versiegelt werden und dürfen nicht vor Erreichung des Zielflughafens geöffnet worden sein“, so der Hinweis der Behörde. Mit der Cannabis-Legalisierung kamen jüngst auch Fragen zu den Regelungen von Cannabis an Board auf.
Abgesehen von diesen Vorschriften und Regeln für das Handgepäck an Bord eines Flugzeugs wird das Fliegen nur mit Handgepäck bei Reisenden immer beliebter. Doch das wird offenbar zu einem großen Problem für die Fluggesellschaften. Das Ladepersonal ist genervt und die Crews an Bord müssen umschichten. Es kommt zu Flugverspätungen.
Immer häufiger kommt es zu Turbulenzen im Flugzeug. Daran Schuld ist laut einem Experten unter anderem der Klimawandel. (sthe)
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