Unternehmen ist pleite

E-Bike-Hersteller ist insolvent: Könnten Räder bald nicht mehr funktionieren?

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Es hat sich ausgeradelt: Ein niederländischer E-Bike-Hersteller ist insolvent. Hat das Auswirkungen für die Kunden? Könnten Räder bald nicht mehr funktionieren?

Hamm - Sie hatten nichts Geringeres vor, als das ultimative E-Bike für die Stadt zu entwickeln. Doch so hoch die Ziele waren, so tief war am Ende der Fall. Der E-Bike-Hersteller Vanmoof aus den Niederlanden ist pleite. Das Unternehmen teilte am Dienstag, 18. Juli, auf seiner Homepage mit, dass das Gericht in Amsterdam Vanmoof für insolvent erklärt hat. Welche Auswirkungen hat dieser Schritt für Kunden des Unternehmens?

Vanmoof ist insolvent: Funktionieren die E-Bikes bald nicht mehr?

Von der Insolvenz betroffen sind speziell die Vanmoof Global Holding B.V., Vanmoof B.V. und Vanmoof Global Support B.V.. Das Unternehmen hat mehrere Sitze im Ausland, darunter auch in Deutschland. Bislang ist nicht klar, welche Auswirkungen die Insolvenz auf diese Geschäfte hat. Das Ziel sei es, dass der Betrieb in den nicht niederländischen Filialen gewohnt weitergeht.

Sollte dieses Ziel nicht erreichbar sein, könnten deutsche Kunden vor der gleichen Situation wie die Kunden in den Niederlanden stehen. Dort ging es sogar so weit, dass einige Kunden Anzeige wegen Fahrraddiebstahls einreichten. Denn bestellte und bereits bezahlte Räder kamen bei ihren neuen Besitzern nicht an, zur Reparatur gegebene Räder strandeten in den geschlossenen Läden.

Wie es mit den noch nicht ausgeführten Lieferungen weitergehen wird, ist noch unklar. Wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilt, werden noch ausstehende Lieferungen vorerst gestoppt. Es kann durchaus passieren, dass aufgegebene Bestellungen gar nicht mehr vollendet werden.

Vanmoof ist insolvent: Erhalten Kunden noch ihre bestellten E-Bikes?

Wie es in diesem Fall mit durch Kunden geleistete Anzahlungen aussieht, lässt Vanmoof noch offen und verweist auf den weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens. Die Kunden werden gebeten, sich selbstständig über Ihre Rechte in einem solchen Fall zu informieren. Die eingesetzten Treuhänder sind dabei, eine Lösung für die Problematik zu finden. Weitere Informationen dazu soll es geben, wenn das Verfahren beendet ist.

Da Vanmoof bei seinen E-Bikes alles in eigener Hand behalten wollte, auch die Herstellung von Ersatzteilen und die Reparatur, sind auch Kunden, die bereits ihr E-Bike erhalten haben, nicht aus dem Schneider. So ist es aktuell nicht möglich, sein Bike zur Reparatur zu geben. Auch Ersatzteile können nicht mehr geliefert werden. Nach dem Insolvenzverfahren wird sich entscheiden, ob Reparaturen wieder angeboten werden können.

Aber selbst, wer bereits im Besitz eines E-Bikes von Vanmoof ist und derzeit keinen Reparaturbedarf hat, könnte mit Problemen konfrontiert werden. Denn die Fahrräder sind mit einer App gekoppelt. Und sollte Vanmoof nicht gerettet werden können und seine Server ausschalten müssen, würde das die Funktionalität der Apps erheblich einschränken. Ja, natürlich kann man weiterhin mit den E-Bikes fahren. Aber die Einstellungen der Motorunterstützung wären beeinträchtigt, auch die Steuerung des elektrischen Lichts.

E-Bike-Hersteller ist pleite: Bereits Ende 2022 kam es fast zur Insolvenz

Das Unternehmen gibt seinen Kunden den Tipp, sich vorsichtshalber einen Backup Unlock Code in der App generieren zu lassen. Mit diesem kann man das Fahrrad manuell durch die am Lenkrad angebrachten Knöpfe freischalten, sollte es durch die Software tatsächlich zu Problemen beim Fahren kommen.

Die Gebrüder Ties und Taco Carlier haben Vanmoof im Jahr 2009 gegründet und wollten damit den E-Bike-Markt revolutionieren. Letztlich wurde nichts aus dem Ziel, eine Milliarde Räder zu verkaufen. Stand jetzt waren es bislang rund 200.000. Bereits 2022 sah es nicht gut aus für das Unternehmen. Kunden mussten mit immer längeren Lieferzeiten für ihre E-Bikes rechnen, teilweise waren die Lieferketten zusammengebrochen. Damals konnte Vanmoof noch gerettet werden. Jetzt hoffen die Besitzer des Unternehmens, einen Käufer zu finden, der die Geschäfte wieder aufnimmt und weiterführt.

Ebenfalls in den Niederanden hat sich eine große Änderung in den Freibädern ereignet. Bademeister tragen jetzt Bodycams. So soll für mehr Sicherheit gesorgt werden. Eine andere Revolution könnte dafür sorgen, dass Bargeld obsolet wird. Der digitale Euro soll kommen.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl / dpa

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