Ertragreiche Apfel-, Birn- und Kirschbäume sind der Traum vieler Hobbygärtner. Spätfröste sind aber eine immer größer werdende Gefahr für frühblühende Obstbäume.
Der Frühling ist eigentlich schon längst angebrochen, da schlägt noch einmal kurz der Winter zu. Für uns Menschen ist das umständlich, weil wir dann doch noch einmal die Winterjacke aus dem Schrank holen müssen, die eigentlich schon verstaut war. Für Pflanzen kann diese extreme Temperaturschwankung aber sogar gefährlich sein. Besonders die zarten, neuen Triebe von Obstbäumen sind bei Spätfrösten stark gefährdet.
Spätfrost: Minusgerade im Frühling werden immer gefährlicher für Pflanzen und Obstbäume
Unter dem Begriff „Spätfrost“ – manchmal auch „Frühjahrsfrost“ genannt – versteht man laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) den Frost, der nach dem Beginn der Vegetationsperiode auftritt. Das bedeutet also, dass die Temperaturen noch einmal unter Null fallen, wenn Blumen, Sträucher und Obstbäume bereits angefangen haben, ihre Frühjahrsblüten zu bilden. Das Risiko für Spätfrost besteht in den meisten Teilen Deutschlands etwa bis Mitte Mai. Unter Hobbygärtnern spricht man von den „Eisheiligen“, zu denen Mitte Mai die letzten kalten Polarlüfte über das Land ziehen. Danach gibt es in der Regel keinen Frost gibt mehr und sensible Topfpflanzen können nach den Eiheiligen nach draußen gestellt werden.
Spätfröste sind deshalb so gefährlich, weil sie die neuen Triebe an Pflanzen beschädigen können, die noch nicht so widerstandsfähig sind und bei dem kalten Wetter absterben können. Für einen Hobbygärtner ist das ärgerlich. Betrifft das aber etwa einen Apfel- oder Gemüsebauern oder einen Winzer, dann kann Spätfrost auch einen erheblichen finanziellen Schaden verursachen.
Darüber hinaus werden Spätfröste immer gefährlicher, weil das Wetter im Frühjahr durch den Klimawandel tendenziell wärmer wird, der Spätfrost aber unverändert bleibt. Das bedeutet laut Waldnews.de, dass Pflanzen immer früher blühen und demnach immer gefährdeter sind, junge Triebe an den Spätfrost zu verlieren.
Obstbäume und Pflanzen: Frostschäden erkennen und behandeln
Ein Frostschaden an Pflanzen und Bäumen kann sich auf verschiedene Arten zeigen. Sind Blätter betroffen, können diese laut Forestbook.info schlapp herunterhängen und ausgetrocknet aussehen. Oft rollen sie sich auch ein oder schrumpeln auf eine kleinere Größe zusammen. Außerdem kann es sein, dass sich die Blätter dunkel verfärben.
Wenn Zweige einen Frostschaden erleiden, dann werden sie ebenfalls schwarz und trocknen an der Spitze aus. Baumstämme können außerdem von dem Wechsel zwischen warmen und kalten Temperaturen Risse bekommen.
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Ist ein Frostschaden bereits entstanden, sollte man die toten Blätter laut Baumpflegeportal.de sofort entfernen, damit sich Neue bilden können. Abgestorbene Triebe sollten erst nach dem nächsten Austrieb geschnitten werden. Generell sollten Hobbygärtner Obstbäume nur mäßig schneiden. Bei Frostrissen im Baumstamm wird empfohlen, den Stamm mit einer schwarzen Folie zu umwickeln und zu fixieren, um zu verhindern, dass sich Schädlinge, Pilze und Bakterien durch den Riss im Baum ausbreiten.
Pflanzen vor Frost schützen: Kübelpflanzen und Obstbäume schützen
Der erste Schritt zum Schutz vor Spätfrost ist der Standort der Obstbäume. Wenn es um Obststräucher oder -bäume geht, sollten diese bereits zu Beginn an guten Orten gepflanzt werden. Am besten eignen sich die Südseiten von Häusern und geschützte Orte, etwa hinter Schuppen oder Hecken.
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Wenn es um Pflanzen im Kübel geht, kann man diese recht leicht vor Frost schützen. Am besten stellt man die Töpfe in frostigen Nächten an einen geschützten Ort, zum Beispiel in die Garage oder in den Schuppen. Manchmal kann es schon reichen, die Kübel einfach etwas höher zu stellen wie etwa auf eine Fensterbank, weil sich in Bodennähe Kaltluftseen bilden können, die die Frostwirkung noch verstärken.
Die Stämme von Obstbäumen können vor Frost mit einem weißen Kalkanstrich geschützt werden. Dieser verhindert, dass die Rinde reißt und Schädlinge eindringen können. Am besten führt man diesen Anstrich schon im Herbst durch. Wahlweise kann es auch helfen, die Baumstämme in Vlies oder Folie einzuwickeln. Die sich bereits bildenden Knospen der Obstbäume sind schwieriger vor Frost zu schützen. Laut Baumpflegeportal.de wenden Gärtnereien oft den Trick an, ihre Bäume vor Frostnächten zu gießen. Dann gefriert zuerst das Wasser und nicht die Blüte selbst, was eine Art Schutzschicht erzeugt. Wer mag kann also versuchen, seine Obstbäume zu gießen, oder muss darauf hoffen, dass der Frost keinen allzu großen Schaden anrichtet.
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