Empfindliche Frühblüher

Fünf Tipps, wie Sie die Blüten von Obstbäumen und Spalierobst vor Frost schützen

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Wenn die Blüten frühblühender Obstgehölze im Frühjahr erfrieren, bilden sich keine Früchte. Mit ein paar einfachen Methoden können Sie die Ernte retten.

In manchen Jahren sind die Obstbäume etwas früher dran als sie sollten, vor allem in den zunehmend wärmeren Wintern. Schon bei den ersten Sonnenstrahlen und mehreren milden Tagen zeigen sich plötzlich Knospen. Auch wenn man sich über die langersehnten Blüten freut, kann eine frostige Nacht schnell zu einem Ernteeinbruch führen. 

Dies gilt natürlich auch für klassische Frühblüher wie Kirschen, Pfirsiche oder Aprikosen: Wie Hubert Siegler, Obstexperte der Gartenakademie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte, erfrieren die Blüten dieser Bäume bereits ab Minustemperaturen von ein bis drei Grad Celsius. Um das zu verhindern, sollte man beispielsweise das Blühen der Bäume noch etwas hinauszögern. Diese Tipps sollen dabei helfen.

1. Mulchschicht verzögert das Auftauen

Nicht nur überraschende Wintereinbrüche, auch schon geringe Minustemperaturen lassen empfindliche Obstblüten wie von Pfirsichen erfrieren.

Wenn Sie eine Mulchschicht aus Stroh oder Kompost über den gefrorenen Wurzelscheiben verteilen, fangen die Bäume später an zu blühen, weil der Boden durch den Mulch später auftaut.

2. Bäumen einen Wintermantel anbieten

Bis sich die ersten Knospen bilden, schützt ein Vliesmantel oder ein Bettlaken Spalierbäume ebenfalls vor Frost. Diese gut befestigen, damit der nächste Wind sie nicht wegweht. Sobald sich die Knospen entwickeln, sollte man den Schutzmantel vorsichtig entfernen. Drohen noch einmal Fröste, lässt sich diese Methode wieder anwenden. Dabei sollte man jedoch besonders achtsam vorgehen, um ein Abbrechen der empfindlichen Blüten zu verhindern.  

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3. Zweige mit Kaolin besprühen

Das Bayerische Obstzentrum rät dazu, die Triebe mit einer Mischung aus Kaolin (Porzellanerde) und Wasser zu besprühen. Die ungiftige Substanz reflektiert einen Teil des Sonnenlichts, sodass sich die Zweige nicht so schnell erwärmen. Ganz nebenbei wirkt Kaolin als Schutzschild gegen Schädlinge wie die Baumwanze oder den Gemeinen Birnenblattsauger, ohne Nutzinsekten zu schaden. Da sich Kaolin aber beim nächsten starken Regenschauer abspült, sollte man die Sprühkur danach gleich wiederholen. Sobald die Knospen aufbrechen, beendet man die Behandlung.

4. Schattenspender einsetzen

Eine sehr einfache Methode ist die Beschattung von Spalierbäumen. Beispielsweise durch Nadelbaumzweige oder Bastmatten, die man als Sonnenschutz an der Südseite der Gehölze aufstellt.

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Geerntete Holunderbeeren in einem Korb
Ab August ist sind Holunderbeeren erntereif. Roh sind giftig, als Saft oder Sirup jedoch toll in der Erkältungszeit.  © blickwinkel/Imago
Kornelkirschen in Salzlake eingelegt
Kornelkirschen enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und schmecken als Konfitüre, süßsauer oder in Salzlake eingelegt.  © blickwinkel/Imago
Gemeine Berberitze, Zweig mit reifen Früchten
Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, reift ab August. Die Früchte eigenen sich sehr gut zum Einkochen und zum Trocknen. © blickwinkel/Imago
Reife Preiselbeeren am Strauch
Von August bis Oktober findet man im Wald Preiselbeeren. Sie schmecken klassisch als Kompott. Eingefroren halten sie rund sechs Monate. © imagebroker/Imago
Mann pflückt Brombeeren
Wer hat Angst vor wilden Beeren? Brombeeren verarbeitet man im Herbst zu Konfitüre und Kompott. © Westend61/Imago
Zweigriffeliger Weißdorn, reife Früchte in einer Schale
Im September trägt der Weißdorn Früchte, die ihr Aroma am besten als Gelee, Kompott, Saft oder Sirup entfalten. © Westend61/Imago
Sanddornbeeren, Sanddornblätter und selbstgemachter Saft aus Sanddornbeeren
Viel mehr Vitamin C geht nicht: Sanddorn lässt sich als Saft, Mus oder Sirup haltbar machen. © blickwinkel/Imago
Amsel frisst Voegelbeeren
Die sauren Vogelbeeren der Ebereschen macht der Frost bekömmlicher – eingelegt, kandiert oder als Konfitüre.  © blickwinkel/Imago
Hagebuttenzweige in der Hand eines Kindes
Hagebutten werden bei Minustemperaturen aromatischer. Man kann sie zu Mus verarbeiten oder auch trocknen. © photothek/Imago
Schlehenfrüchte im Schnee
Schlehen müssen Frost bekommen, bevor sie pur genießbar sind. Ideal für Gelee oder Likör.  © Reiner Bernhardt/Imago

5. Bodenwärme nutzen

Sind die Blüten einmal aufgeblüht, sollte man den Mulch und das Unkraut rund um die Wurzelscheiben entfernen sowie das Gras kurz halten. Dadurch kann die Bodenwärme besser aufsteigen.  

Die im kommerziellen Obstbau beliebte Methode, Blüten mit Wasser zu besprühen, sodass dieses über Nacht eine schützende Eisschicht bildet, ist laut dem Bayerischen Obstzentrum für private Gärten nur bedingt geeignet, da man die Wassermenge sehr gut dosieren muss.

Rubriklistenbild: © Sylvio Dittrich/Imago

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