VonInes Almsschließen
Wenn die Blüten frühblühender Obstgehölze im Frühjahr erfrieren, bilden sich keine Früchte. Mit ein paar einfachen Methoden können Sie die Ernte retten.
In manchen Jahren sind die Obstbäume etwas früher dran als sie sollten, vor allem in den zunehmend wärmeren Wintern. Schon bei den ersten Sonnenstrahlen und mehreren milden Tagen zeigen sich plötzlich Knospen. Auch wenn man sich über die langersehnten Blüten freut, kann eine frostige Nacht schnell zu einem Ernteeinbruch führen.
Dies gilt natürlich auch für klassische Frühblüher wie Kirschen, Pfirsiche oder Aprikosen: Wie Hubert Siegler, Obstexperte der Gartenakademie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte, erfrieren die Blüten dieser Bäume bereits ab Minustemperaturen von ein bis drei Grad Celsius. Um das zu verhindern, sollte man beispielsweise das Blühen der Bäume noch etwas hinauszögern. Diese Tipps sollen dabei helfen.
1. Mulchschicht verzögert das Auftauen
Wenn Sie eine Mulchschicht aus Stroh oder Kompost über den gefrorenen Wurzelscheiben verteilen, fangen die Bäume später an zu blühen, weil der Boden durch den Mulch später auftaut.
2. Bäumen einen Wintermantel anbieten
Bis sich die ersten Knospen bilden, schützt ein Vliesmantel oder ein Bettlaken Spalierbäume ebenfalls vor Frost. Diese gut befestigen, damit der nächste Wind sie nicht wegweht. Sobald sich die Knospen entwickeln, sollte man den Schutzmantel vorsichtig entfernen. Drohen noch einmal Fröste, lässt sich diese Methode wieder anwenden. Dabei sollte man jedoch besonders achtsam vorgehen, um ein Abbrechen der empfindlichen Blüten zu verhindern.
3. Zweige mit Kaolin besprühen
Das Bayerische Obstzentrum rät dazu, die Triebe mit einer Mischung aus Kaolin (Porzellanerde) und Wasser zu besprühen. Die ungiftige Substanz reflektiert einen Teil des Sonnenlichts, sodass sich die Zweige nicht so schnell erwärmen. Ganz nebenbei wirkt Kaolin als Schutzschild gegen Schädlinge wie die Baumwanze oder den Gemeinen Birnenblattsauger, ohne Nutzinsekten zu schaden. Da sich Kaolin aber beim nächsten starken Regenschauer abspült, sollte man die Sprühkur danach gleich wiederholen. Sobald die Knospen aufbrechen, beendet man die Behandlung.
4. Schattenspender einsetzen
Eine sehr einfache Methode ist die Beschattung von Spalierbäumen. Beispielsweise durch Nadelbaumzweige oder Bastmatten, die man als Sonnenschutz an der Südseite der Gehölze aufstellt.
Kostenlose Vitamine: Zehn Wildfrüchte, die Sie für den Vorrat haltbar machen können




5. Bodenwärme nutzen
Sind die Blüten einmal aufgeblüht, sollte man den Mulch und das Unkraut rund um die Wurzelscheiben entfernen sowie das Gras kurz halten. Dadurch kann die Bodenwärme besser aufsteigen.
Die im kommerziellen Obstbau beliebte Methode, Blüten mit Wasser zu besprühen, sodass dieses über Nacht eine schützende Eisschicht bildet, ist laut dem Bayerischen Obstzentrum für private Gärten nur bedingt geeignet, da man die Wassermenge sehr gut dosieren muss.
Rubriklistenbild: © Sylvio Dittrich/Imago

