VonAnne Tessinschließen- David Holznerschließen
Nach den ersten milden Tagen melden sich vielerorts wieder kalte Nächte. Wer jetzt Frühbeete bepflanzt oder Jungpflanzen setzt, sollte aufpassen: Spätfrost kann Gemüse und Obstbäumen schaden. Diese einfachen Tipps schützen Ihren Garten vor der Kälte.
Im Frühling haben wir innerlich bereits mit dem Frost abgeschlossen – der Frost aber nicht mit uns. Da vielerorts bereits milde Temperaturen herrschten, haben schon viele optimistische Hobbygärtner ihre Aussaaten und Jungspflanzen ins Freie gesetzt. Jetzt kommt der Kälteeinbruch und damit das eisige Erwachen.
Bis zu den Eisheiligen, jedes Jahr vom 11. bis 15. Mai, soll man laut einer Bauernregel noch keine Pflanzen ins Freie setzen. „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“ lautet das Sprichwort. Selbst wenn tagsüber frühlingshafte Temperaturen herrschen, sinkt das Thermometer nachts schnell unter null. Empfindliche Kulturen brauchen daher besonderen Schutz.
Schutz für Obst, Gemüse und zarte Jungpflanzen im März
Gerade junge Pflanzen reagieren empfindlich auf Spätfrost. Mit einfachen Mitteln lässt sich jedoch viel retten:
- Wer bereits ein ergiebiges Gemüsebeet angelegt hat, kann seine Pflanzen mit einem Wäscheständer vor Frost schützen. Stellen Sie dazu den Wäscheständer über mehrere Pflanzen. Er dient nun als Gerüst für ein provisorisches Gewächshaus. Legen Sie eine Decke über den Ständer und beschweren Sie diese mit Steinen am Boden. Das Gemüse darunter ist nun vor Frost geschützt und das improvisierte Gewächshaus schnell wieder abgebaut.
- Sollen nur einzelne Pflanzen geschützt werden, reichen auch kleinere Materialien. Je nach Größe können Töpfe, Eimer oder auch kleine Gläser über die zu schützenden Pflanzen gestülpt werden. Im Notfall tut es auch eine Plastik- oder Papiertüte. Nehmen Sie dazu zwei Äste oder längere Hölzer und stecken Sie diese um die Pflanze herum in den Boden. Die Tüte ziehen Sie dann über die Hölzer.
Einfache Tricks schützen Jungpflanzen vor Frost
🪴 PET-Flaschen halbieren und als Minigewächshaus über Setzlinge stülpen.
🪣 Eimer oder Tontöpfe über Nacht auf die Pflanzen stellen.
🗞️ Zeitungspapier, Decken oder Vliesreste als Wärmeschutz auflegen.
- Die zarten Blüten von Obstbäumen erfrieren leicht bei Frost. Im Industrieanbau wird zum Schutz die Frostberegnung eingesetzt. Das Wasser gefriert und die Knospen werden von einer schützenden Eisschicht umgeben. Im privaten Garten kann man die Blüten vor einer Frostnacht mit Baldrianblütenextrakt (1 Tropfen auf einen Liter Regenwasser) besprühen. Dadurch erhöhe man die Widerstandskraft der Blüten, erklärt Krautundrueben.de.
- Auch die Wahl des richtigen Standorts für Ihre Pflanzen kann Frostschäden vermeiden. Wie Garteln.com erklärt, würde in der Nähe von Hecken, Gebüschen oder Bäumen weniger Wärme entweichen. Um Topfpflanzen vor Kälte zu schützen, sollten sie in der Nähe der Hauswand abgestellt werden.
Tipp aus unserer 24garten.de-Redaktion: So bauen Sie einen Frostwächter selbst
„In kleinen Gewächshäusern können Sie mit einem Frostwächter für sichere Temperaturen sorgen. Den kann man kaufen, aber auch einfach selbst bauen:
1. Legen Sie eine Fliese oder einen anderen feuerfesten Untergrund auf den Boden in Ihrem Gewächshaus.
2. Stellen Sie eine Grabkerze darauf und zünden Sie sie an.
3. Stülpen Sie nun einen Tontopf, der ausreichend groß ist und ein Loch im Boden hat, über die Kerze.
4. Legen Sie an einer Seite einen Stein unter den Rand, damit Luft unten angesogen werden kann. Legen Sie außerdem einen Stein so locker über das Loch im Topfboden, dass die Luft nicht so schnell entweicht.
Fertig ist Ihr selbstgebauter Frostwächter! Übrigens: Große Grabkerzen haben eine Brenndauer von bis zu 85 Stunden. Wenn Sie morgens also daran denken, die Kerze auszupusten, haben Sie lange etwas von Ihrer Eigenkonstruktion.“
Frostschutz im Garten: So empfindlich ist Ihr Gemüse
Manche Gemüsearten sind wesentlich frosthärter als andere. Bevor Sie das Vlies über Ihr Beet werfen, lohnt sich ein Blick auf die Übersicht von Meine-ernte.de:
- Kälteempfindlich (bis 10 Grad): Basilikum, Gurke
- Frostempfindlich (bis 0-5 Grad): Tomate, Paprika, Mais, Stangensellerie
- Leicht frostverträglich (bis -5 Grad): Kopfkohl, Knollensellerie, Kopfsalat, Rote Bete, Zwiebeln
- Mäßig frostverträglich (bis -10 Grad): Grünkohl, Rosenkohl, Spinat, Petersilie, Möhren
Mit zwölf Stauden durch das Jahr: Dank ihnen blüht es im Garten jeden Monat




Bei Obstbäumen verhält es sich anders. Als Faustregel gilt: Geschlossene Knospen vertragen minus vier Grad. Wenn die Blütenblätter schon zu sehen sind, ist eine Temperatur von minus zwei Grad noch im Toleranzbereich. Bei offenen Blüten liegt die Grenze bei null Grad, wie Rnd.de erklärt.
